Kim Dotcom erinnert sich an seine deutschen Wurzeln

8. Mai 2013, 10:22 Uhr

Megaupload-Gründer Kim Dotcom fordert deutsche Behörden auf, ihm bei seinem Kampf gegen eine Auslieferung in die USA zu helfen. Außerdem greift er in einem Bericht seine Ankläger und das FBI hart an.

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Kim Dotcom, geboren als Kim Schmitz aus Kiel, hat immer noch einen deutschen Pass©

Der umstrittene deutsche Internet-Unternehmer Kim Dotcom fordert im Kampf gegen seine Auslieferung aus Neuseeland in die USA Unterstützung von der Bundesregierung. Seine Menschenrechte seien verletzt worden und die deutschen Behörden hätten ihm nicht genügend konsularischen Beistand geleistet, sagte Dotcoms Anwalt Robert Amsterdam. Dotcom alias Kim Schmitz ist Gründer der Onlinespeicherdienstes Megaupload und stammt aus Kiel. Ihm werden in den USA eine massive Verletzung von Urheberrechten und Betrug vorgeworfen. Laut US-Ermittlern soll Megaupload Urhebern einen Schaden von einer halben Milliarde Dollar zugefügt haben. Dotcom startete unterdessen Anfang dieses Jahres seinen nächsten Onlinediens Mega.

"Er ist ein deutscher Staatsbürger, dessen Rechte außer Kraft gesetzt wurden", sagte der in London ansässige Anwalt. Er werde die deutschen Behörden in den kommenden Wochen einschalten. "Wir können uns an das Büro der Kanzlerin und das Außenministerium wenden ... Es gibt Verpflichtungen nach der deutschen Verfassung."

Die USA werfen Dotcom Urheberrechtsverletzungen mit Schäden von einer halben Milliarde Dollar vor. Sie ließen Megaupload schließen. Auf Betreiben der US-Ankläger wurde Dotcoms Anwesen in Neuseeland im Januar 2012 durchsucht. Dotcom wurde vorübergehend festgenommen. Wie sich später herausstellte, hatte der neuseeländische Geheimdienst ihn illegal überwacht. Deshalb laufen mehrere Verfahren.

Harte Vorwürfe gegen US-Behörden

Zu seiner Verteidigung hat zu seiner Verteidigung einen ausführlichen Bericht auf seiner Website kim.com veröffentlicht. In dem 48 Seiten langen Papier wirft er den US-Behörden unter anderem vor, die Interessen gesetzestreuer Privatnutzer des vor mehr als einem Jahr geschlossenen Speicherdienstes missachtet zu haben. Außerdem sei Megaupload für Urheberrechtsverletzungen von Kunden haftbar gemacht worden, was unzulässig sei, argumentiert Dotcom. Die US-Behörden hätten sich zum Gehilfen privatwirtschaftlicher Interessen machen lassen. Als Schlussfolgerung fordern die Anwälte Robert A. Amsterdam und Ira P. Rothken, die den Text im Auftrag von Dotcom geschrieben haben, dass sich der zuständige Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses mit dem Fall beschäftigen soll.

san/DPA
 
 
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