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Das Google-Dilemma

Kaum hat Google seinen neuen Browser Chrome vorgestellt, ist das Geschrei groß: Viele Internetnutzer äußern lautstark die Sorge um den Umgang Googles mit ihren Daten. stern.de-Community-Managerin Katarina Rathert versteht die Diskussion nicht. Wer seine Daten nicht offenlegen will, muss konsequent offline leben.

stern.de-User yamoto schreibt: "Datenschutz ist bei dem Browser ein Fremdwort. Pfui", bR4iNST0RM warnt die Leser: "Hände weg! Google ist DAS Datensammelinstitut und wird schon lange von Unternehmen und Staat umgarnt!" und MRP66 hat beschlossen: "Nicht für mich! Ich lasse mich nur ungern ausspionieren und meine persönlichen Daten speichern. Wer denkt, dass die Daten nicht an Dritte weitergegeben werden, glaubt noch an den Weihnachtsmann!"

Nun glaube ich nicht mehr an den Weihnachtsmann, doch leide ich auch nicht unter Verfolgungswahn. Natürlich ist Datenschutz wichtig und sensibel, persönliche Daten - meine Bankverbindung etwa - möchte ich geschützt wissen. Aber dafür bin ich zunächst selbst verantwortlich: Muss ich immer mit der Kreditkarte zahlen, oder kann ich auch auf Rechnung kaufen?

Spione auf der Lauer

Hingegen können Google & Co. gern wissen, dass ich gerade eine neue Wohnung suche, ich immer für einen Restaurantbesuch zu haben bin und seit Wochen nach einem Superschnäppchen für einen neuen MP3-Player surfe. Vielleicht werde ich genau dadurch fündig? Den Service und die Bequemlichkeit wissen doch alle Netznutzer zu schätzen: Selten beschwert sich jemand über personalisierte Produktempfehlungen auf Amazon oder fühlt sich von seinem Virenschutzprogramm ausspioniert. Denn, so merkt stern.de-User guzziman richtig an, der Spion lauert nicht allein im Browser oder der Suchmaschine: "Mit was für einem Betriebssystem arbeitet ihr? Microschrott Windows XP? Lach! Windows Vista? Doppellach! Und welche Firewall habt ihr? Die von Microschrott mitgelieferte? dreifachlach! Wißt ihr eigentlich, wie ihr von Microschrott auspioniert werdet?"

Überhaupt fühle ich mich bei dieser Debatte immer von lauter Hobby-James-Bonds umzingelt - alles ist schützenswert, geheim und hochwichtig. Wer das Internet für seine Belange nutzt, sollte damit umzugehen wissen. So, wie wir gelernt haben, dass die Teilnahme am Kreuzworträtsel der Tageszeitung Werbung nach sich zieht, müssen wir lernen, welchem Anbieter wir welche Informationen zur Verfügung stellen wollen und können. Wenn mir ein Service und seine Bedingungen nicht zusagen, nutze ich ihn nicht. Dazu gehört es, sich die AGB durchzulesen und abzuwägen, inwiefern der Service für mich persönlich vertrauenswürdig erscheint. Ganz klar ist doch: Google & Co. sind nicht die Caritas. Dafür, dass ich die Plattform nutzen kann, merken sie sich, was ich suche und schicken mir entsprechende Werbung in die Suchergebnisse - eine Hand wäscht die andere.

Wer nicht ausspioniert werden will, wer seine Daten für zu sensibel erachtet und seine Nutzungsgewohnheiten nicht offenbaren will, der darf keine Spuren im Netz hinterlassen und das bedeutet: ein Leben ohne Internet.

Katarina Rathert

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