Das Google-Dilemma

3. September 2008, 16:10 Uhr

Kaum hat Google seinen neuen Browser Chrome vorgestellt, ist das Geschrei groß: Viele Internetnutzer äußern lautstark die Sorge um den Umgang Googles mit ihren Daten. stern.de-Community-Managerin Katarina Rathert versteht die Diskussion nicht. Wer seine Daten nicht offenlegen will, muss konsequent offline leben.

Datensammeln ist nicht nur Nachteil für die Nutzer©

stern.de-User yamoto schreibt: "Datenschutz ist bei dem Browser ein Fremdwort. Pfui", bR4iNST0RM warnt die Leser: "Hände weg! Google ist DAS Datensammelinstitut und wird schon lange von Unternehmen und Staat umgarnt!" und MRP66 hat beschlossen: "Nicht für mich! Ich lasse mich nur ungern ausspionieren und meine persönlichen Daten speichern. Wer denkt, dass die Daten nicht an Dritte weitergegeben werden, glaubt noch an den Weihnachtsmann!"

Nun glaube ich nicht mehr an den Weihnachtsmann, doch leide ich auch nicht unter Verfolgungswahn. Natürlich ist Datenschutz wichtig und sensibel, persönliche Daten - meine Bankverbindung etwa - möchte ich geschützt wissen. Aber dafür bin ich zunächst selbst verantwortlich: Muss ich immer mit der Kreditkarte zahlen, oder kann ich auch auf Rechnung kaufen?

Spione auf der Lauer

Hingegen können Google & Co. gern wissen, dass ich gerade eine neue Wohnung suche, ich immer für einen Restaurantbesuch zu haben bin und seit Wochen nach einem Superschnäppchen für einen neuen MP3-Player surfe. Vielleicht werde ich genau dadurch fündig? Den Service und die Bequemlichkeit wissen doch alle Netznutzer zu schätzen: Selten beschwert sich jemand über personalisierte Produktempfehlungen auf Amazon oder fühlt sich von seinem Virenschutzprogramm ausspioniert. Denn, so merkt stern.de-User guzziman richtig an, der Spion lauert nicht allein im Browser oder der Suchmaschine: "Mit was für einem Betriebssystem arbeitet ihr? Microschrott Windows XP? Lach! Windows Vista? Doppellach! Und welche Firewall habt ihr? Die von Microschrott mitgelieferte? dreifachlach! Wißt ihr eigentlich, wie ihr von Microschrott auspioniert werdet?"

Überhaupt fühle ich mich bei dieser Debatte immer von lauter Hobby-James-Bonds umzingelt - alles ist schützenswert, geheim und hochwichtig. Wer das Internet für seine Belange nutzt, sollte damit umzugehen wissen. So, wie wir gelernt haben, dass die Teilnahme am Kreuzworträtsel der Tageszeitung Werbung nach sich zieht, müssen wir lernen, welchem Anbieter wir welche Informationen zur Verfügung stellen wollen und können. Wenn mir ein Service und seine Bedingungen nicht zusagen, nutze ich ihn nicht. Dazu gehört es, sich die AGB durchzulesen und abzuwägen, inwiefern der Service für mich persönlich vertrauenswürdig erscheint. Ganz klar ist doch: Google & Co. sind nicht die Caritas. Dafür, dass ich die Plattform nutzen kann, merken sie sich, was ich suche und schicken mir entsprechende Werbung in die Suchergebnisse - eine Hand wäscht die andere.

Wer nicht ausspioniert werden will, wer seine Daten für zu sensibel erachtet und seine Nutzungsgewohnheiten nicht offenbaren will, der darf keine Spuren im Netz hinterlassen und das bedeutet: ein Leben ohne Internet.

Zum Thema
KOMMENTARE (10 von 51)
 
Innenphilister (06.09.2008, 19:29 Uhr)
Hallo Frau Rathert,
schicken Sie Ihr hellsichtiges, fundiertes Opus Maximum bitte schnellstens auch den anderen unverbesserlich paranoiden Deutschen, insbesondere denen, die hier ihre völlig überzogene Meinung äußern:
http://www.stern.de/computer-technik/internet/:Chrome-Bundesamt-Google-Browser/638238.html
Nochmals danke für Ihr aufopferndes, augenöffnendes Engagement. Und viele Grüße an die "Community".
(Wie heißt es doch so schön:
Von dieser Art Journalisten sollte es hunderte geben.
- Leider gibt es tausende.. )
Lorellin (05.09.2008, 03:33 Uhr)
Der Deutsche an sich
Vielleicht sollten sich hier Einige mal Gedanken machen, wie sich Google finanziert. Würden Sie für so "banale" Dinge wie eine Suchmaschine, ein E-Mailkonto, ein Behelfs-Office, eine interaktive Karte, ausgewählte E-Books und einen guten (wenn auch nicht perfekten) Browser bezahlen, wenn all diese Dienste nur keine Daten sammeln würden? Das passt nicht zu der Mentalität der Deutschen. Wir wollen alles kostenlos - dabei am Besten nochetwas geschenkt. Aber von einem "Super Google, das macht ihr aber toll", werden die Mitarbeiter dieses Unternehmens nicht satt. Google finanziert sich durch Werbung, die auf tausenden von Seiten geschaltet wird. Ja Werbung - schrecklich, oder? Doch selbst wenn es der Großteil der Menschen in diesem Land nicht begreift: Werbung ist nicht dazu da, Sie zu ärgern. Firmen und Unternehmen, wollen etwas verkaufen und auf sich aufmerksam machen. Sicher muss sich jeder selbst die Frage stellen, ob er lieber die Werbung sehen möchte, die alle anderen auch sehen, oder ob er nur das bekommen möchte, was für ihn wirklich interessant sein könnte. Oder interessieren sie sich als Mann wirklich für die neuesten Errungenschafften in der Tamponindustrie? Wer weiß? Das kann ja durchaus sein und verlassen Sie sich drauf, Google würde es wissen und ihnen die schönsten Banner auf den Bildschirm zaubern. Würde es Sie nicht freuen?
Letztendlich soll es jeder für sich entscheiden. Und so dreist es auch klingen mag, wenn Sie von Google nicht durchleuchtet werden wollen, benutzen sie deren Dienste nicht. Lassen sie den Job doch von Ihrer Bank oder Versicherung übernehmen. Oder von anderen Anbietern. Microsoft wird ihnen danken, AOL kann das Geld zur Zeit auch gut gebrauchen.
Aber so sind die Deutschen nicht. Sie wollen das Beste haben, ohne etwas dafür zu geben. Und Google ist in vielen Bereichen das Beste, was auf dem Markt zu bekommen ist. Also ist es an Ihnen, weiter rumzunörgeln, zu kritisieren und sich Abends mit der ach so geliebten Suchmaschine einen zu googlen. Viel Spaß und frohes Schaffen.
maxxpoint (04.09.2008, 11:38 Uhr)
Wozu die Aufregung...
...man sollte sich wie bei fast allem nur vor Augen halten: Im Geschäftsleben wie auch im privaten Bereich gibt es nichts für lau - es ist immer ein Geben und Nehmen. GOOGLE gibt einen schnellen und schlanken Browser und erwartet dafür Infos über die Benutzer im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten in den USA. Wer das nicht will, nutzt das kostenlose Angebot von GOOGLE halt nicht. Oder verhindert die Datenweitergabe durch Addons, an denen die Community derzeit mit Sicherheit schon strickt. Was ich persönlich für die beste Möglichkeit halte. Gegen die momentane Datensammelwut hilft halt nur, diese begehrten Daten über bestimmte, frei zugängliche Techniken so zu verschleiern, zu verhindern oder zu verändern, dass die gesammelten Daten nutzlos werden. Benutzt also das System und schlagt es mit den eigenen Waffen...
wurzelkitt (04.09.2008, 10:06 Uhr)
Aufregung?
Worüber regt sich die Community Tante denn jetzt eigentlich auf? Natürlich kann jeder seine Daten veröffentlichen wie er möchte, und es kann ihm auch egal sein, was und wieviel Google über jemanden weiss. Genausogut muss man anderen aber auch zugestehen, das sie so etwas nicht möchten. Und hier setzt die Kritik an: Chrome tut ersteres nämlich in ehrbelichem Masse und die überschwenglichen Artikel erwähnen dies mit keinem Wort. Hier setzt Journalismus an, nicht nur irgendwelches Werbegeschwurbel nachzuplappern (dazu brauche ich keinen Stern und auch keinen Spiegel), sondern kritisch darauf einzugehen. Wer dann Chrome noch immre einsetzen mag, bitte, sein Bier. Darum gehts nämlich gar nicht. Es geht um billige Euphorie einiger Artiekelschreiber, die eigentlich gar nichts gesagt haben. Und wenn man nichts zu sagen hat....
Und dann kommt auch noch ein Artikel hinterher, der die beleidgte Leberwurst nicht weiter aus dem Fenster hängen könnte.
Der Stern sollte sich man nach Journalisten umsehen, die auch etwas davon verstehen, wovon sie schreiben. Oder ist das alles doch nur gewollte Provokation, um möglichst viele Hits zu bekommen? Hab ich jedenfalls mehr und mehr den Eindruck, wenn mich mir den einen oder anderen Online artikel so anschaue.
Antipathisant (04.09.2008, 09:49 Uhr)
Schicksalshafte Ergebenheit...
...gegenüber künstlich geschaffenen technischen Sachzwängen oder reine Provokation fürs Sommerloch??? Der Artikel ist so naiv und oberhohl, daß die Vermutung nahe liegen muss, hier soll gnadenlos gestänkert werden. Was die gute Frau Katarina Rathert da von sich gibt, kann man nicht ernst nehmen. Oder wie fänden Sie die Aussage, jede Frau, die sich nachts nicht mehr auf die Straße traut, wäre schließlich selber schuld?
Ach ja, zum Theme Paranoia:
http://www.yasni.de/index.php?action=search&search=1&sh=&name=Katarina+Rathert&filter=Stichwort
Viel Spaß!
loyal (04.09.2008, 09:17 Uhr)
Irre.... lauter Irre..
kann bitte einer den nächsten, der irgendwas hier mit dem dritten Reich in Verbindung bringt wegen Dummheit anzeigen?
Mal ehrlich.... es ist doch wie überall auch, wie z.B. Fernsehen...
dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Und wenn es Euch nicht gefällt, LASST ES EINFACH
Meine Fresse, macht mich das sauer...
Geistige Degeneration allerorten.
nospammails (04.09.2008, 08:56 Uhr)
Jemanden fragen, der sich damit auskennt
Bitte, wenn Sie schon als Laie zum Thema Browser&Internet etwas schreiben "müssen", dann fragen Sie gefälligst jemanden, der sich damit auskennt.
Es ist unglaublich erschreckend wie naiv und unwissend dieser Artikel verfaßt wurde.
Microsoft & Google zu vergleichen ist besonders heikel. Windows soll durch die Aktivierung vor Kopien geschützt werden, Google hingegen interessiert sich ausschließlich für Nutzerdaten. Den Unterschied verstanden?
DarkSpir (04.09.2008, 06:52 Uhr)
@nurblabla
Hmm, ich denke, es herrschen unterschiedliche Auffassungen darüber, wie das Internet funktioniert. Ich persönlich halte nicht viel von Kreationismus und orientiere mich deshalb beim Beantworten der Frage an den zuständigen RFCs (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Transmission_Control_Protocol). Aber ich denke was du meinst ist das Geschäftskonzept von diversen Firmen, die das Internet als Vertriebskanal für ihre Produkte (reale Waren, Daten, P0rn, etc) nutzen. Da es immernoch viel mehr Webseiten gibt, die Datenschutzbestimmungen einhalten bzw sich für Nutzerdaten in keinster Weise interessieren und darüber hinaus auch noch kosten- und werbefrei sind (Privathomepages, Open Source-Projekte, ...), würde ich nicht dazu übergehen, das Gehabe Einzelner auf das Internet zu verallgemeinern. Ich mein, es tragen ja auch nicht alle Deutsche Lederhosen, oder? Und ja, ganz ehrlich? Ich rege mich nicht darüber auf, was Google oder Amazon oder Stern da machen, ich hinterfrage es einfach nur kritisch und frage mich dann selbst: Ist es mir das wert? Will ich Energie darauf stecken das zu um das für mich harmlos zu machen (Cookie löschen, falsche Adressdaten angeben) oder brauch ich das eigentlich nicht und lass es ganz sein? Nur weil alle es tun, oder einzelne sagen es würden alle tun, heisst das nicht automatisch, dass ich das auch machen muss, das nennt man Individualität. Und nicht "aufregen" oder "paranoid sein". ;) Ach ja, bevor ichs wieder vergesse: Ich find die Klickerfassung von Amazon schrecklich. Wenn ich dort ein Buch kaufen will, weiss ich ziemlich genau, was ich haben will. Wenn ich einfach nur so ein unbestimmtes Buch kaufen will, geh ich in den Bücherladen. Für mich ist diese Funktion also völlig nutzlos, leider kann ich sie nicht abschalten und fühle mich daher belästigt. Meine Einkaufe bei Amazon, und sei es noch so praktisch, beschränken sich daher auf ein Minimum.
DarkSpir (04.09.2008, 06:16 Uhr)
Mir macht es Angst!
Wenn ich lese, was hier so mancher von sich gibt, bekomme ich wirklich Angst vor unserem Land und den Leuten, die darin wohnen. Meinen die das wirklich ernst? Wird die Privatsphere wirklich hier in einer "Scheissegal"-Mentalität aufgegeben? Stichwort personalisierte Werbung: Ich lese hier viele, die meinen, es ist egal, dass Google ihre Daten sammelt. Man könnte sich eh nicht dagegen wehren, es sei denn, man verzichtet ganz auf den Suchdienst. Und wenn dann die Werbung personalisiert ist, tut das ja nicht weh. Meine Antwort: Also ich mag Werbung nicht, also blende ich sie mit technischen Mitteln aus. Das Google meine Suchanfragen nutzt um ein Trend-Barometer aufzubauen was die Leute gerade interessiert... okay, das akzeptiere ich. Aber warum müssen die Suchanfragen umbedingt an mir als Person festgemacht werden? Gerade, wenn ich die Werbung dann eh ausblende. Viele Leute hier hinterfragen das anscheinend nicht. Naja, irgendwie tröste ich mich damit, dass wahrscheinlich die Datenschutzbewussten Leute in unserem Land davor scheuen, ihre Daten an Stern.de zu übergeben um sich einen Account zu machen... und noch zu ehrlich sind um falsche Daten einzugeben. Meine innigste Hoffnung. Dieses Volk KANN noch nicht so dumm sein. Bitte.
nurblabla (04.09.2008, 04:22 Uhr)
Grow up...
laecherlich wie sich hier manche aufregen! Wer sammelt denn hier private Daten? Allein um diese paar Zeilen schreiben zu koennen musste ich mich (umfangreich) bei Stern registrieren lassen. Viele scheinen noch nicht kapiert zu haben wie das Internet funktioniert und noch weniger haben eine Ahnung vom Geschaeftsmodell von Google. Aber alle wollen alles - umsonst! Den Preis den sie bezahlen sind ihre Daten, akzeptiert es oder oder kauft Zeitung.
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