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Microsoft-Angestelle sortierten extreme Porno-Videos aus - jetzt klagen sie

Zwei frühere Microsoft-Angestellte verklagen den Konzern. Ihr Vorwurf: Sie leiden wegen ihrer Tätigkeit im Sicherheitsteam an einer Posttraumatischen Belastungsstörung, weil sie jahrelang extreme Porno- und Gewaltvideos sichteten.

Weil zwei Microsoft-Angestellte perverse Sex- und Gewaltvideos sichten mussten, sind sie nun traumatisiert

Weil zwei Microsoft-Angestellte perverse Sex- und Gewaltvideos sichten mussten, sind sie nun traumatisiert (Symbolbild)

Als Henry Soto und Greg Blauert ihre Jobs bei Microsoft antraten, waren sie überzeugt, bis zur Rente beim Computergiganten zu arbeiten. Doch es kam anders. Die beiden ehemaligen Angestellten leiden inzwischen an PTBS, einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Die psychische Erkrankung ist eine Folge von extremen Gewalttaten, die ein Mensch erlitten hat. Sie tritt bei Opfern von Gewaltverbrechen und Unfällen auf, aber auch bei Soldaten, die von Kriegseinsätzen zurückkehren. Soto und Blauert sind nicht mehr in der Lage, ihre Jobs auszuüben. 

Bei ihnen hat PTBS jedoch eine andere Ursache. Die beiden arbeiteten im Sicherheitsteam von Microsoft. Ihre Aufgabe war es, die Microsoft-Dienste nach Bildern und Videos mit extremen Sex- und Gewaltdarstellungen zu durchforsten. Dabei ging es in erster Linie um Kinderpornografie. Soto und Blauert haben nach einem Bericht des Internet-Magazins "Daily Beast" ihren früheren Arbeitgeber jetzt verklagt. Ihr Vorwurf lautet, dass Microsoft seinen Mitarbeitern keine angemessene psychologische Betreuung zur Verfügung gestellt habe und die extreme Belastung vollkommen verkannte, die zur PTBS führte. Zudem habe Microsoft Soto und Blauert nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Abfindung verweigert. Der Konzern lehnte eine Stellungnahme ab.

Ehemalige Microsoft-Mitarbeiter fühlen sich als Opfer

Mitarbeiter des Microsoft-Sicherheitsteams genießen innerhalb des Unternehmens einen "gottähnlichen Status", wie das Magazin schreibt. Sie sind die einzigen, die jederzeit die gesamte Kommunikation aller Microsoft-Nutzer einsehen können. Als Blauert und Soto in das Sicherheitsteam versetzt wurden, war beiden nicht bewusst, wie die Arbeit genau beschaffen sein würde. Es habe geheißen, dass sie lediglich "Nutzungsregeln" überprüfen und Informationen mit der Polizei austauschen sollten. Über die wahre Natur ihres Jobs habe Microsoft sie im Unklaren gelassen, lautet ihre Darstellung.

Soto habe in den Videos täglich "grausame Brutalität, Morde, unbeschreibliche, sexuelle Gewalt und sterbende Menschen" gesehen, sagt sein Rechtsanwalt. Zudem sollten sie lediglich anderthalb Jahre im Sicherheitsteam arbeiten. Bei Soto kamen aber nochmal 18 Monate hinzu.

Bis dahin wusste Soto kaum etwas über das PTBS. Es begann mit Schlafstörungen und Albträumen. Nachdem er ein Video gesehen hatte, in dem ein Kind missbraucht und ermordet wurde, kamen akustische Halluzinationen hinzu. Spätestens jetzt wurde ihm bewusst, dass er Hilfe braucht. Doch Microsoft bot lediglich ein "Wellness Programm" für ihn und die anderen Mitarbeiter an. Die Ratschläge lauteten, mal einen halben Tag Pause einzulegen, die Arbeit zu reduzieren und Spaziergänge zu machen. Ein Psychologe diagnostizierte lediglich ein spezielles Burnout ("Compassion fatigue"), wie es häufig bei Pflegekräften und Unfall-Sanitätern auftritt. Das ist aber keine offiziell anerkannte Erkrankung.

Microsoft-Vorgesetzte wiegelten Probleme ab

Versuche, Vorgesetzte auf die Probleme aufmerksam zu machen, scheiterten, behaupten Soto und Blauert. Das sei deshalb unverständlich gewesen, weil es in einer anderen Abteilung, der "Digital Crimes Unit", eine professionelle Betreuung durch geschulte Psychologen gegeben habe.

Unabhängige Ärzte diagnostizierten schließlich bei beiden PTSB und empfahlen dringend, den Job aufzugeben. Blauert ist immer noch in Behandlung. Jetzt wird ein Gericht über eine Abfindung für die beiden ehemaligen Microsoft-Mitarbeiter entscheiden.

tis

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