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25. Februar 2009, 19:26 Uhr

US-Kongress im Twitterfieber

Während US-Präsident Barack Obama seine Rede vor dem US-Kongress hielt, hatten die anwesenden Abgeordneten viel Spaß mit ihren Smartphones. Aus dem altehrwürdigen Versammlungssaal wurde in alle Welt hinaus getwittert. Einige Nachrichten waren politisch, viele einfach nur banal.

Obama, Twitter, Smartphone, Blackberry

Obama ist bekennender Blackberry-Fan. Auch im US-Kongress ist das Smartphone weit verbreitet© Jason Reed/Reuters

Es war nicht nur die Stunde von Barack Obama am Dienstagabend im US-Kongress. Es war auch die Stunde der Blackberrys. Wie gelangweilte Teenager während einer Mathestunde hätten Mitglieder des Abgeordnetenhauses und Senats während der Rede des Präsidenten getwittert und getextet, berichten US-Medien. Aber vielleicht war es keine Langeweile, sondern vielmehr Aufregung angesichts der Popularität und der charismatischen Ausstrahlung Obamas. So seien schon früh am Dienstag alle Plätze im Saal am Gang besetzt gewesen, auf dem Obama zum Redepult schritt, eifrig und immer wieder ausgestreckte Hände schüttelnd, vermerkte die "Washington Post".

Und dann, gleich nach Beginn der Rede, wurden dem Blatt zufolge die Blackberry Handys gezückt. "Man will ja nicht höhnisch klingen, aber es ist nett da oben, nicht (Dick) Cheney zu sehen", bloggte demnach der demokratische Abgeordnete Earl Blumenauer mit Blick auf seinen Parteifreund Joe Biden. Dieser ist als Vizepräsident auch Senatspräsident und thronte an der Seite der Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, direkt hinter Obamas Rednerpult. Und da war der Republikaner Joe Barton, in dessen Namen die Botschaft verschickt wurde, dass gerade auf einem TV-Sportkanal ein Basketballspiel zu sehen sei: "Für alle von Euch, die sich die nächste Stunde über damit abgeben wollen, Pelosi grinsen zu sehen."

Manche, so die "Washington Post", hatten beim "Zwitschern" auch Ernstes zu sagen, andere Atmosphärisches, und viele schlicht Belangloses. "Ich bin im Saal. Warte auf die (...) Rede. Wir brauchen positive Lösungen", schrieb eine republikanische Abgeordnete. "Interessante Bemerkung, dass unser Vertrauen erschüttert ist", bewertete ein demokratischer Kollege eine Redepassage. "Sechs Sitze vom Mittelgang", gab ein Kongressmitglied seine Koordinaten durch. Ein anderer verkündete: "Ich sitze hinter den Senatoren Graham und McCain." Und wer wann applaudierte, sich begeistert vom Platz erhob oder sitzen blieb, wurde auch ausposaunt: "Nicht viele Passagen für Beifall. Einige der Zuhörer wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Einige republikanische Senatoren stehen und applaudieren, darunter McCain."

DPA
 
 
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