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File-Sharing ist nicht immer böse

Um große Datenmengen herunterzuladen, ist das Torrent-Protokoll das Mittel der Wahl. Deshalb werden viele Raubkopien auf diesem Weg verteilt.

Von Ron Faber und Manfred Schwarz

Geht es um MP3 und Musik aus dem Netz, kommt man um die Themen Tauschbörsen, Peer-to-Peer-Netzwerke und illegale Downloads nicht herum. Als der amerikanische Student Shawn Fanning 1998 die erste populäre Tauschplattform Napster veröffentlichte, hat er damit gleichzeitig den sprichwörtlichen Geist aus der Flasche befreit - und der Musikindustrie ist es seitdem trotz aller Anstrengungen nicht vollständig gelungen, ihn wieder einzusperren. Das Prinzip hinter Peer-to-Peer (übersetzt etwa Gleiche-zu-Gleichen) ist dabei ganz simpel: Nutzer öffnen auf Ihren Rechnern Verzeichnisse mit Dateien (Musik oder anderes) für andere Nutzer. Über eine Software auf dem Rechner und einen Server im Hintergrund werden alle diese Verzeichnisse durchsuchbar. Sie suchen zum Beispiel Song X, und der Server teilt Ihrem Rechner mit, dass Song X von Anwender Y zum Download bereitgestellt wird. Alles Weitere läuft dann zwischen den Rechnern der Anwender ab. Aus diesem Grund haben die Betreiber von Tauschbörsen lange versucht, sich darauf herauszureden, dass auf ihren Systemen gar keine illegalen Dateien liegen und sie für das Verhalten der Nutzer nicht verantwortlich sind. In Schadensersatzprozessen der Musikindustrie sind die Gerichte dieser Argumentation überwiegend nicht gefolgt, und so sind ehemals populäre P2P-Programme wie Napster oder Kazaa heute bedeutungslos oder haben sich gewandelt.

Das heißt aber nicht, dass File-Sharing oder File-Sharing-Programme an sich illegal sind und nicht genutzt werden dürfen - nur die getauschten Inhalte müssen eben legal sein. File-Sharing stellt einen effektiven Weg zur Verbreitung von Inhalten dar, den immer mehr Künstler und sogar Teile der Musikindustrie nutzen. Im Folgenden soll daher legales File-Sharing vorgestellt werden.

Was kann man empfehlen?

Allen rechtlichen Bemühungen der Musikindustrie zum Trotz gibt es immer noch Angebote, bei denen es schwerfällt, überhaupt legale Inhalte zu finden. Diese Programme bzw. Services sollen hier ausdrücklich nicht empfohlen werden. Das Herunterladen und Bereitstellen von Musik kann dort schnell empfindliche Schadensersatzforderungen der Musikindustrie nach sich ziehen, denn eine Überwachung der Aktivitäten und Identifikation der Nutzer ist möglich. Außerdem ist die Gefahr groß, sich mit Viren, Trojanern, Spyware etc. zu infizieren.

Etwas anders ist die Sache bei den sogenannten Torrents gelagert. Auch hier sind viele urheberrechtlich geschützte Musik, Spiele oder Programme zu finden, aber nicht ausschließlich. Die Effektivität von Torrents macht sie für jeden interessant, der Dateien an eine große Zahl von Nutzern verteilen möchte. Deshalb wächst das Angebot legaler Inhalte.

Was sind Torrents?

Torrents bzw. Bittorrents (englisch: "Sturzbach aus Bits") ist eine Filesharing-Methode, die sich besonders für die schnelle Verteilung großer Datenmengen eignet. Die Torrents, also die Dateien, lagern auf den Rechnern der Nutzer (den sogenannten Seeds) und werden von diesen zum Download bereitgestellt. Ein Server-Programm (genannt Tracker) verwaltet die Informationen zum Torrent. Vom Tracker erhalten Nutzer Auskunft darüber, wo ein Torrent heruntergeladen werden kann. Das Besondere: Auch wenn Sie einen Download noch nicht abgeschlossen haben, können andere Benutzer wiederum Teile der Datei von Ihnen herunterladen. Dadurch wird die Anzahl der Quellen vervielfältigt und das Laden extrem beschleunigt.

Torrents laden mit Vuze

Um Torrents zu laden, benötigen Sie einen Torrent-Client, der die Informationen des Trackers verarbeitet und den Download durchführt. Torrent-Clients gibt es wie Sand am Meer, empfohlen wird an dieser Stelle das kostenlose Programm Vuze (ehemals Azureus) für Windows und Mac. Vuze hat eine besonders einfache Oberfläche, nimmt Ihnen fast alle Arbeit ab und bietet interessante Zusatzfunktionen. Das Programm kann an vielen Stellen im Internet heruntergeladen werden, aktuell ist die Version 4.5. Nach der Installation können Sie die Oberfläche eindeutschen.

Legale Torrent-Websites

Torrents können Sie direkt von Websites herunterladen. Wenn Sie auf einen entsprechen Link klicken, wird automatisch Vuze geöffnet und der Download beginnt. Hier sind drei Quellen für legale Torrents.

YouTorrent

YouTorrent ist eine Suchmaschine für legale Torrents für Musik, Videos, Filmtrailer und freie Hörbücher oder Software. Klicken Sie auf den Eintrag, der Sie interessiert und auf die Schaltfläche Download. Sie laden jetzt nicht die gewünschte Datei herunter, sondern die Tracker-Information zum Auffinden der Datei. Sie können die Datei speichern und mit Vuze öffnen, um den Download zu starten.

Legit Torrents

Legit Torrents hat sich ebenfalls ganz auf legale Torrents spezialisert. Die Bedienungsoberfläche ist sehr spartanisch, aber lassen Sie sich nicht abschrecken. Geben Sie zum Beispiel einfach mal MP3 in das Suchfeld ein und gucken, was Legit Torrents zu bieten hat. Den Download eines interessanten Titels starten Sie per Klick auf das nebenstehende Diskettensymbol.

bt.etree.org

Hinter dem kryptischen Namen bt.etree.org versteckt sich ein spezialisiertes Angebot für legale Musik-Torrents. Hier finden Sie zum Beispiel Live-Aufnahmen von Phish und Grateful Dead sowie viel Klassik. Den Download eines interessanten Titels starten Sie per Klick auf das Diskettensymbol.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Mit Google Millionen Songs herunterladen"

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