Startseite

"Es ist unmöglich geworden, sich vor solchen Angriffen zu schützen"

Ashton Kutcher, Britney Spears, selbst Michelle Obama wurden Opfer von Hackern. Kevin Mitnick, einst der meistgesuchte Hacker der Welt, hat mit stern.de über die Cyberattacken gesprochen.

Herr Mitnick, Prominente werden neuerdings öffentlich bloßgestellt, indem Hacker vertrauliche Informationen über sie ins Netz stellen – darunter Bankkonten, Kreditkarten und Sozialversicherungsnummern. Was steckt hinter diesem sogenannten "Doxxing"?
Doxxing ist eine Form des Hackens. Die Angreifer verschaffen sich illegal Zugang zu Datenbanken, um persönliche Informationen öffentlich zu machen. Oft geschieht das, indem sie bei Anfragen vorgeben, die Person zu sein, deren Daten sie hacken wollen. Ob die Prominenten unvorsichtig waren, weil sie in sozialen Netzwerken zu viel über sich verraten haben, weiß ich nicht. Ich vermute aber, sie trifft keine Schuld, denn es gehört nicht viel dazu, sich etwa Kreditauskünfte zu beschaffen. Zumindest nicht in den USA.

Wo liegt das Problem?
Die Fragen, die zur Überprüfung der Identität gestellt werden, basieren oft auf Informationen, die Angreifer sich leicht beschaffen können – zum Beispiel: "Wie lautet der Mädchenname Ihrer Mutter?" Die Antwort finden Sie für wenige Cent in kommerziellen Datenbanken. Genau wie die aktuelle Adresse, frühere Adressen, Telefonnummern, Führerscheininfos und vieles mehr. In den USA kann dadurch jeder schnell zum Ziel werden. In Europa gibt es, soweit ich weiß, keine vergleichbaren, leicht zugänglichen Datenbanken. Da zahlen sich die strengeren Datenschutzvorschriften aus.

Offenbar sind selbst die Daten der First Lady nicht sicher?
In den USA ist es unmöglich geworden, sich vor solchen Angriffen zu schützen. Die Milch ist schon verschüttet. Denn die Informationen sind über die Datenbanken zugänglich, und es gibt keinen Weg, den Zugriff darauf zu verhindern. Helfen würde nur, dass Banken, Kreditbüros und andere, die sensible Daten verwalten, bessere Methoden finden, die Identität zu prüfen. Die Herausforderung dabei ist: Wie garantiert man bei Anfragen im Internet oder am Telefon, dass derjenige, der Auskunft verlangt, tatsächlich der Kontoinhaber ist? Die Unternehmen wollen das nicht zu kompliziert machen, um ihre Kunden nicht zu verprellen. Doch das derzeitige System ist nicht schwer zu überlisten. Meine Hoffnung ist, dass prominente Opfer wie Hillary Clinton und der Direktor des FBI so viel Aufmerksamkeit auf das Problem lenken, dass sich tatsächlich etwas ändert.

Müssen auch Normalmenschen fürchten, im Internet bloßgestellt zu werden?
Das Problem ist Identitätsraub ganz allgemein – in Amerika seit Jahren das am schnellsten wachsende Verbrechen. Aus gutem Grund: Statt eine Bank zu überfallen, besorgen Kriminelle sich lieber Zugriff auf die Konten. Auch so lässt sich ein Vermögen stehlen, und das Risiko, gefasst zu werden, ist weit geringer. In Europa macht der bessere Datenschutz es Betrügern schwerer. In den USA können Menschen nur versuchen, möglichen Missbrauch ihrer Daten frühzeitig zu entdecken, um Schlimmeres zu verhindern.

Karsten Lemm

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools