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Erst verspottet, dann geliebt: Wie eine Kenianerin dank Facebook nach China kam

Sevelyn Gat träumt von einer Reise nach China, doch sie hat kein Geld für den Trip. Also photoshoppt sie sich mehr schlecht als recht in mehrere Bilder einer Reise, die sie nie angetreten hat. Doch nach einigem Spott zeigt das Netz seine rührende Seite.

Von Christoph Fröhlich

Mit diesen Foto-Montagen erntete Sevelyn Gat erst Spott, bevor sie das Herz der Netzgemeinde eroberte.

Mit diesen Foto-Montagen erntete Sevelyn Gat erst Spott, bevor sie das Herz der Netzgemeinde eroberte.

Einmal die Chinesische Mauer mit eigenen Augen sehen - das ist der große Traum von Sevelyn Gat. Doch die junge Kenianerin hat kein Geld für die teure Reise von Afrika nach China, nicht einmal einen Reisepass. Um zumindest den Anschein zu erwecken, sie würde die große, weite Welt erkunden, photoshoppte sich Sevelyn in verschiedene Fotos: Das erste Foto stellte sie am 29. Februar auf ihre Facebook-Seite (mittlerweile vom Netz genommen). Es zeigt Sevelyn vor einem Flugzeug der Kenya Airways, darunter schreibt sie: "Ich verlasse das Land Richtung China." Danach postete sie Fotos, die sie auf der Chinesischen Mauer oder vor einem Tempel zeigen. Allerdings sieht man auf den ersten Blick, dass die Aufnahmen nur schlecht gemachte Montagen sind - das brachte der jungen Kenianerin einigen Spott im Netz ein.

Das Netz sammelt für Sevelyns Traumreise

Schnell kursierte in sozialen Netzwerken der Hashtag #WhereIsSeveGatsNow (Wo ist Seve Gats jetzt), mit dem Bilder versehen wurden, in die die junge Frau - ebenfalls stümperhaft - hineingephotoshoppt wurden. Ein Bild zeigt sie auf dem Mond, auf einem anderen zeigt sie liegend über dem Hollywood-Schriftzug über Los Angeles.

Doch zwischen all der Häme sticht die Reaktion des kenianischen Start-up-Gründers Sam Gichuru hervor. Er schreibt: "Ich liebe Träumer, weil ich selbst ein Träumer bin, und mein Wochenendtraum ist Dein Ticket nach Hongkong (oder Peking), China."

Der Unternehmer bittet seine Freunde, Bekannte und Kollegen, Geld für Sevelyn zu spenden. Mit großem Erfolg: Innerhalb weniger Stunden ist genügend Geld für eine China-Rundreise in Vier-Sterne-Hotels, alle nötigen Versicherungen und etwas Taschengeld zusammengekommen.

Sevelyn hat außerdem ihre Geburtsurkunde erhalten, mit der sie einen Reisepass beantragen kann. Und weil Gichuru so begeistert war von der jungen Frau, vermittelte er ihr ein Praktikum in einem seiner Unternehmen. "Sie ist eine nette, ehrgeizige und demütige junge Tochter eines Farmers." Ende des Jahres wird Sevelyn ihre Reise nach China antreten.


Christoph Fröhlich
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