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Trolle werden's auf Twitter künftig schwer haben

Twitterer sollen künftig Bedrohungen oder Beschimpfungen schneller melden können. Damit hat eine User-Kampagne Erfolg, die nach massiven sexuellen Drohungen gegen eine Frau gestartet worden war.

  Wer bisher auf Twitter andere beleidigte, konnte recht sicher sein, dass ihm keine Konsequenzen drohen.

Wer bisher auf Twitter andere beleidigte, konnte recht sicher sein, dass ihm keine Konsequenzen drohen.

Das Online-Netzwerk Twitter will es seinen Mitgliedern einfacher machen, Belästigungen und Drohungen zu melden. Eine entsprechende Funktion, die es in der Twitter-App für Apple-Handys gibt, soll nun auch in der Android-Anwendung und auf der Twitter-Webseite eingeführt werden, teilte Twitter in Großbritannien mit. Damit reagiert das Netzwerk auf massive Nutzerbeschwerden in den vergangenen Tagen. Zehntausende Menschen drängten Twitter, stärker gegen Belästigungen und Bedrohungen von Nutzern vorzugehen. Schwerer wird das Leben somit für sogenannte Trolle: Nutzer, deren Spaß darin besteht, andere zu provozieren oder zu beleidigen.

Doch der Auslöser für die neue Funktion war weit gravierender als eine Provokation: Die britische Journalistin und Aktivistin Caroline Criado-Perez hatte von andauernden Drohnachrichten über Twitter berichtet und dem Online-Dienst vorgeworfen, nicht auf ihre Beschwerden reagiert zu haben. Sie habe hunderte Beleidigungen über Twitter erhalten, sagte sie der BBC, darunter Androhungen sexueller Gewalt. Eine Online-Petition für einen "Missbrauch melden"-Knopf auf Twitter fand bis Dienstagmittag mehr als 70.000 Unterstützer.

Kritik wegen zögerlicher Reaktion

Dass das Problem kein Einzelfall ist, zeigte auch die Cambridge-Professorin Mary Beard. Sie setzte sich gegen einen Online-Rüpel zur Wehr, der sie auf Twitter unter anderem eine "dreckige alte Schlampe" genannt hatte. Beard wies ihre eigenen Leser auf die Mitteilungen hin, die protestierten. Innerhalb von Minuten entschuldigte sich der Urheber, der seinen Fehler einsah.

Mitglieder kritisierten Twitter für eine zögerliche Reaktion: Von offiziellen Twitter-Profilen gab es keine Stellungnahme zu den Forderungen. Die Ankündigung von Twitter, überschrieben mit "Wir hören euch zu", steht auf einem lokalen Firmenblog. Der jüngste Eintrag auf dem Haupt-Blog dreht sich um das britische Königskind.

"Händisch filtern ist unköglich"

Twitter erklärte, die Nutzungsregeln verbieten direkte Gewaltdrohungen gegen andere Nutzer. Das Netzwerk könne aufgrund der Masse an Nachrichten nicht alle händisch filtern, habe aber automatische und manuelle Filtersysteme bei Berichten über Regelverstöße. Nutzer könnten dann vom Dienst ausgesperrt werden.

In der Ankündigung bleibt offen, ob die "Missbrauch melden"-Funktion für die Programmierer von Twitter-Apps zugänglich sein wird, etwa über automatische Schnittstellen. Viele Nutzer greifen über App anderer Anbieter auf Twitter zu.

tkr/DPA/DPA
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