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6. September 2008, 10:09 Uhr
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Nigeria-Connection für Fortgeschrittene

Die Internetbetrüger von der Nigeria-Connection haben eine neue Masche: Sie bieten per Mail ihre Dienste an - im Kampf gegen sich selbst und angeblich sogar im Auftrag der Vereinten Nationen. Von Claus Hecking

Einige Gutgläubige fallen doch auf die Nigeria-Connection herein

Die "Notification from HSBC Bank London" warnt eindringlich vor Internet-Trickbetrügern aus Nigeria - und verspricht allen Opfern der "Nigeria-Connection" eine Rückzahlung ihres verlorenen Gelds. "Wir haben den Auftrag der Vereinten Nationen, die Überweisung an Sie zu tätigen", heißt es im steifsten Behördenenglisch. Der Empfänger müsse nur Name, Adresse und einige persönliche Daten zurückschicken. Zur Sicherheit: "Damit wir nicht die falsche Person auszahlen."

Doch der Absender ist gar nicht die Londoner Großbank. "Hier sind wieder die üblichen Gauner am Werk: Wer antwortet, wird um irgendeine Vorauszahlung gebeten - und das Geld ist weg", sagt Heiko Rittelmeier, Spamexperte des Portals Computerbetrug.de. "Aber Charme hat diese neue Masche schon: Die Nigeria-Connection warnt vor der Nigeria-Connection."

Uralte Masche

Das Prinzip ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Mal will angeblich ein krebskranker Ex-Diktator sein Vermögen außer Landes schaffen, mal geht es um die Millionen eines im Sterben liegenden US-Soldaten im Irak - mit herzzerreißenden E-Mails locken die Betrüger ihre Opfer an. Das Versprechen: Wer beim Geldtransfer hilft, wird großzügig entschädigt. Antwortet ein Ahnungsloser, folgt bald die nächste Mail mit der Aufforderung, eine Gebühr zu zahlen - etwa für Anwaltskosten oder Bestechungsgelder.

Auch nach 15 Jahren Internet zieht die Masche offensichtlich. Noch 2007 überwies ein Australier 1,28 Millionen Euro an Cyberverbrecher. Der Bürgermeister der Stadt Ennigerloh im Münsterland musste 2001 gehen, nachdem er 145.000 Euro aus der Gemeindekasse versenkt hatte. Experten schätzen den Schaden auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr. Meist kommen die Täter aus Nigeria; Tausende leben hier vom "Internet-Scam". 2005 komponierte der Sänger Osuofia für sie sogar eine Hymne: "I Go Chop Your Dollar" wurde zum landesweiten Hit.

Rittelmeier fürchtet, dass die Scammer auch mit dem neuen Trick Erfolg haben: "Es gibt viele Menschen, die ihr gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen. Das ist wie an der Börse, wo Leute bei fallenden Kursen ihre Aktien noch mal nachkaufen." Spambetrug amortisiert sich schnell. Für einen niedrigen dreistelligen Dollar-Betrag können die Scammer Millionen Mails verschicken; da reicht schon ein "Kunde".

Auch die Daten sind wertvoll

Selbst wenn niemand Geld überweist, bleibt den Betrügern noch eine zweite Einnahmequelle: die Daten derjenigen, die auf ihr erstes Schreiben geantwortet haben. Dafür zahlen andere Scammer ein Vielfaches des üblichen Preises einer E-Mail-Adresse. Denn wer einmal reinfällt, lässt sich vielleicht ein zweites Mal foppen. "Wir raten Ihnen, die Kommunikation mit den Nigerianern einzustellen und mit uns zu kooperieren", heißt es in der falschen HSBC-Mail, "zum sofortigen Transfer des Geldes auf Ihr Konto."

Von Claus Hecking
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Maria1000 (07.09.2008, 23:04 Uhr)
Ich mache mir jetzt echt Sorgen um den Intelligenzzustand
unserer Bevölkerung: Es kann doch nicht wahr sein, dass auf das Nigeria-Zeug NOCH IMMER jemand reinfällt! Wie kann man diese Sache seit fast 30 Jahren (solange kenne ich diese Schreiben!) noch immer nicht kennen?
wmebh (07.09.2008, 16:00 Uhr)
Betrug?
Ich bin auf ein Angebot eingegangen und habe 400000 Euro gutgemacht.Das war vor 3 Monaten.
Ich bereue es nicht.
heiner5362 (06.09.2008, 19:09 Uhr)
wer so bescheuert ist
activeX und javascript aktiviert zu haben,
dazu noch auf solche mails auch nur zu antworten bzw. deren site anzuklicken und mit admin-rechten surft,
der gehört standrechtlich erschossen.
wie blöd kann man eigentlich sein.
eine firewall sollte wohl pflicht sein wird aber deinstalliert weil es über den geistigen horizont geht, diese zu konfigurieren.
antivirenprogramme-gleiches dilemma-
doof bleibt doof da helfen keine pillen.
ich habe genügend pc-nulpen mit internetanschluss erlebt tschuldigung, selbst schuld.
wer so blöde ist und sich gewinne vorgaukeln lässt und anschliessend ist das konto leer weil man alle daten rausposaunt hat aus raffgier gehört in den arsch getreten.
ich hab schmerzen...
so blöd kann doch keiner sein.
woris (06.09.2008, 17:14 Uhr)
nigeria
In Bayern sagt man:Jeden Tag steht ein Dummer auf.Man muss Ihn nur finden.
Kalox (06.09.2008, 16:51 Uhr)
vor 10 jahren
ich habe vor 10 jahren per brief (!) ein solches nigeria-angebot bekommen, irgendwas mit einer ölfirma usw., war mir sofort klar, dass es quatsch mit sch... war. AN ALLE, DIE ES NOCH IMMER NICHT KAPIERT HABEN : NIEMAND GIBT EINEM IRGENDWAS UNDGEFRAGT UMSONST - UND WENN ES DOCH EINER TUT : FINGER WEG !!!!!!
kralli19 (06.09.2008, 14:07 Uhr)
eBay
Auch möglich, wenn die Einstellungen bei eBay nicht stimmen:
Es wird auf einen eingestellten Artikel aus dem Ausland geboten, besonders bei Sofortkaufauktionen. In der Käufermail steht dann sowas wie Bieter aus Amerika o.ä., un er hat für seinen Neffen aus Nigeria usw.usw.
Und schwupps, ist man mit drin. Hab auf die Mail nicht reagiert, eBay um Stornierung gebeten und danach Einstellungen geändert, das auf meine Artikel nur aus dem Inland geboten werden kann.
Aber man sieht, es kann schneller gehen, als man denkt. Und sie sind clever, die NC´s....
waelder (06.09.2008, 12:58 Uhr)
Nigeria + 419
Im Finanzministerium in Abuja/Nigeria wurde mir 2001 ein Raum gezeigt, in dem eine deutsche Geschäftsfrau mit einem vermeintlichen Vertreter des Ministeriums verhandelt hatte. Sie soll US $ 80.000 verloren haben.
Die Nigerianer sagten, dass das Mieten des Raumes US $ 200 pro Tag kostet, mit passenden Türschildern etwas mehr.
Und alle Anwesenden lachten laut, besonders über die dummen Bleichgesichter.
Aber eine Variante der aktuellen Geldwäsche ist das Eröffnen eines Kontos, auf das dann Überweisungen eingehen. Den Betrag soll man Abheben und dann per Western Union oder Money Gram weiterleiten. Das Konto soll maximal dreimal genutzt und dann geschlossen werden. Aber dem Vernehmen nach melden die Banken solche Konten inzwischen den Ermittlungsbehörden.
islaender (06.09.2008, 12:25 Uhr)
Wer drauf reinfaellt
ist selbst dran doof, den mittlerweile duerfte es sich selbst bis zum dümmsten herumgesprochen haben, wie die Masche von denen ist, sollen die Leut lieber ihr Geld an bekannte Hilfsorganisationen spenden!
ne sorry, kein Mitleid
Sanjoaquin (06.09.2008, 11:14 Uhr)
Was wollen Sie mir vermitteln?
Sag ich doch, wenn heutzutage einer auf so'ne Mail reagiert, dann muss er derart bescheuert sein, dass er sein Lebtag lang kein ATA mehr braucht.
Ding-Dong (06.09.2008, 11:07 Uhr)
@Sanjoaquin
vergisse es! Von wegen Dooflinge...kann sein, das es diese plumpen Maschen noch immer gibt und wer darauf reinfällt ist selbst schuld - ok! Aber die Nigeria Connection ist z.T. hochprofessionel und fakt mit einer Gerissenheit, das es einem die Sprache verschlägt! Ich kann jedem nur abraten, in irgendeiner Weise Kontakt zu Menschen aus Nigeria zu haben, wenn der Kontakt nur über das Internet bzw. telefonisch hergestellt wurde. Wer glaubt das hier nur Vollidioten getäuscht werden, sollte sich nicht wundern wenn er selbst eines Tages aufs Kreuz gelegt wird.
TIP: Hände weg von Nigerianischen Verbindungen!
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