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Was "googeln" ab jetzt bedeutet

Google ändert die Datenschutzbestimmungen. Behörden sind alarmiert und wollen das Unternehmen stoppen. Worum sich der Streit dreht und was User wissen müssen.

Von Teresa Goebbels

Googles umstrittene neue Datenschutzbestimmungen gelten ab sofort. Seit der Konzern sie vor rund einem Monat vorgestellt hat, sind sie bei Datenschützern auf Kritik gestoßen. Der Datenschutzausschuss der EU will sich von dem Unternehmen einen Katalog an Fragen beantworten lassen und hat gefordert, dass Google die Einführung der neuen Regeln verschiebt. Der Konzern lehnt das allerdings ab. Dabei könnte zusätzliche Bedenkzeit nicht schaden, denn die Bestimmungen sind komplex und die Änderungen für Nutzer gravierend.

Was ist neu?

Die wichtigste Änderung ist, dass Google die Nutzerdaten aus allen Produkten verknüpft, die unter die neue Datenschutzbestimmung fallen - und das sind so ziemlich alle Angebote des Konzerns, mit Ausnahme des Bezahldienstes Google Wallet, des digitalen Buchangebots Books sowie des Browsers und Betriebssystems Chrome. Auch bislang verfügte Google zwar über ein riesiges Datenarsenal. Das nutzte aber nur bedingt: Zwar wusste das Unternehmen etwa aus der Anmeldung beim Netzwerk Google Plus, dass es sich bei dem Nutzer um eine Frau von 29 Jahren handelt. Weil die das Netz aber häufig nach Technikthemen durchkämmte, hielt Google sie für einen Mann zwischen 25 bis 34 Jahren. Danach wählte das Unternehmen die Anzeigen aus, die der Nutzerin gezeigt wurden. Künftig kann Google alle Informationen zu einem Profil zusammenführen: Angaben bei Google Plus, Vorlieben beim Videoportal Youtube, Themen aus der Internetsuche, Orte, die bei Maps gesucht wurden, Inhalte von E-Mail-Konversationen via Gmail.

Welche Bedenken haben Datenschützer?

Den Datenschützern der EU macht diese Verknüpfung der Daten Sorge. Außerdem halten sie die Bestimmungen für zu kompliziert. Die französische Datenschutzbehörde schrieb Anfang der Woche an Google: "Selbst für geübte Datenschutzexperten ist es extrem schwierig zu erkennen, welche Daten welcher Produkte zu welchem Zweck verknüpft werden." Viele Formulierungen bleiben vage. Das ist allerdings das übliche Dilemma: Wird man konkreter, werden die Richtlinien noch einmal umfangreicher.

Warum macht Google das?

Der Konzern verfolgt zwei Ziele: Mit den korrelierten Daten will das Unternehmen zum einen die Werbung effektiver machen, zum anderen die eigenen Produkte verbessern. Je mehr über die Nutzer bekannt ist, desto präziser können ihre Interessen eingegrenzt und die Anzeigen an diese angepasst werden. Die Hoffnung, dass dann mehr Leute auf die Annoncen klicken und die beworbenen Produkte kaufen, lässt sich gut an die Werbetreibenden verkaufen. Mit mehr Wissen über den Nutzer will Google auch ihm einen besseren Service bieten: etwa interpretieren, ob bei der Eingabe von "Golf" nach dem Auto oder dem Sport gesucht wird.

Wie kann man dem entgehen?

Jon Leibowitz, Chef der US-amerikanischen Handelsaufsicht FTC, sagt es so: "Sie lassen den Nutzern nur eine ziemlich brutale Entweder-oder-Entscheidung." Natürlich besteht die Option, Google-Produkte nicht mehr zu nutzen. Doch der Konzern hat sich zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Internets gemacht. Doch auch ohne kompletten Verzicht lässt sich die Datensammlung beschränken. Dazu sollte man sich etwa bei Gmail und Youtube abmelden, wenn man die Dienste gerade nicht nutzt. Wer nicht möchte, dass die Daten der verschiedenen Dienste verknüpft werden, kann sich teils mit verschiedenen Nutzernamen registrieren.

Auch wenn Google viele Daten erhebt - man kann sich darüber informieren. Das Unternehmen macht sich mehr Mühe, die Nutzer darüber zu informieren, als andere Konzerne mit ähnlichen Sammlungen. Was Google aus den verschiedenen Diensten über einen weiß: google.com/dashboard. Unter #link;www.google.de/privacy/tools ;google.de/privacy/tools# findet man unter anderem die Option, personalisierte Anzeigen zu deaktivieren. Übernommen aus... der Onlineausgabe der "Financial Times Deutschland"

FTD

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