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Bilderdienst will Nutzerfotos ungefragt verkaufen

Instagram führt neue Nutzungsbestimmungen ein - zum Ärger vieler User: Demnach will die Plattform nicht nur die Daten seiner Nutzer mit Facebook teilen, sondern auch deren Fotos ungefragt verkaufen.

Von Christoph Fröhlich

  Der Bilderdienst Instagram scheint mit den geplanten AGB-Änderungen einige Stammuser vergrault zu haben.

Der Bilderdienst Instagram scheint mit den geplanten AGB-Änderungen einige Stammuser vergrault zu haben.

Als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im April das Fotonetzwerk Instagram für die stolze Summe von einer Milliarde Dollar kaufte, prophezeiten viele Nutzer den Anfang vom Ende des Online-Bilderdiensts. Nun hat das Unternehmen für den 16. Januar neue Nutzerrichtlinien angekündigt, die für hitzige Diskussionen im Netz sorgen. Denn: Instagram will seine Nutzerdaten zukünftig an Facebook weitergeben, "um leichter als Teil von Facebook zu funktionieren", wie es im firmeneigenen Blog heißt. Und nicht nur das: Mit den neuen Nutzungsbedingungen behält sich das Unternehmen auch das Recht vor, Fotos der Nutzer an Werbepartner zu verkaufen - ohne die Fotografen darüber zu informieren oder gar an den Einnahmen zu beteiligen.

Nur der Urheber geht leer aus

Instagram betont, dass sich an den Fotorechten nichts ändern werde. Die mehr als 100 Millionen User sollen nach wie vor kontrollieren können, wer Fotos in dem Bildernetzwerk sehen darf und wer nicht. Allerdings sollen Unternehmen nun dafür bezahlen können, die Usernamen, Profilbilder und die Nutzerfotos - mitsamt der verknüpften Metadaten wie GPS-Koordinaten - ansehen zu können. In den Nutzungsbedingungen heißt es: "Der Dienst kann teilweise oder ganz von Werbeeinnahmen unterstützt werden. Um uns zu helfen, interessante bezahlte oder gesponsorte Inhalte oder Werbung zu platzieren, erklären Sie sich damit einverstanden, dass ein Unternehmen oder eine andere Einheit uns dafür bezahlt, Ihre Benutzernamen, Abbild, Fotos (zusammen mit allen anhängenden Metadaten) und/oder Aktionen, die sie vornehmen, im Zusammenhang mit bezahlten oder gesponsorten Inhalten oder Werbekampagnen anzuzeigen, ohne jede Vergütung für Sie."

Das heißt: Knipst ein Instagram-Nutzer ab 16. Januar ein Bild, lädt es auf die Plattform und teilt es mit seinen Freunden, könnte nun ein interessierter Käufer gegen Geld ein Blick auf das Foto werfen - und es bei Gefallen für Plakate, Broschüren oder andere Werbemittel nutzen. Wer mit dieser Regelung nicht einverstanden ist, muss auf andere Bilderdienste wie Flickr ausweichen.

Viele User sind entsetzt über diese Regelung. Kurt Opsahl von der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) erklärte gegenüber dem IT-Portal "cnet", dass nicht einmal die Löschung des Kontos nach dem 16. Januar davor schützen würde, dass die Bilder für kommerzielle Zwecke genutzt werden könnten. Der Software-Entwickler Reginald Braithwaite geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet die Nutzer nun als Melkkühe für Instagram, die meistbietend verkauft werden.

Zur Wahrheit verpflichtet

Und noch eine Änderung sorgt für Unmut im Netz: Nutzer sind demnächst verpflichtet, ihr Profil wahrheitsgemäß und vollständig auszufüllen. Wer das noch nicht getan hat, werde gebeten, dies nachzuholen, heißt es in der Erklärung des Unternehmens. Damit folgt Instagram den Weg des sozialen Netzwerks Facebook, dass sich vehement für Klarnamenpflicht einsetzt.

Ob ab dem 16. Januar der Name im Profil der Instagram-App ausgefüllt werden muss, lässt das Unternehmen bislang offen. Momentan müssen nur ein Nickname und eine E-Mail-Adresse angegeben werden. Zusätzliche Angaben wie Name, Geburtsdatum, Telefonnummer und Geschlecht sind optional.

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