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4. November 2010, 11:15 Uhr

Facebook Deals lockt mit Rabatten

Das Ziel von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist, die Menschen in allen Lebenslagen zu vernetzen. Damit sie mehr als bisher Facebook auch unterwegs nutzen, baut das Unternehmen seine Mobil-Strategie aus: mit aktualisierten Apps - und Rabattmarken.

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Ein spartanischer Konferenzraum und der Chef im T-Shirt: eine typische PK bei Facebook© Kim White/Getty Images

Das Onlinenetzwerk Facebook will sich verstärkt auch auf den Mobiltelefonen seiner 500 Millionen Nutzer etablieren. Als Türöffner möchte Facebook zunächst die Schnäppchen-Jäger ködern. Gründer Mark Zuckerberg kündigte einen neuen Dienst an, bei dem Firmen Sonderangebote und virtuelle Rabattmarken an Facebook-Mitglieder in ihrer Nähe verteilen können. Das Angebot mit dem Namen Facebook Deals startet zunächst allerdings nur in den USA.

Mit dem Schnäppchen-Service gibt Facebook seinen Nutzern einen Anreiz, das Netzwerk auch unterwegs zu nutzen. Das Angebot läuft über den Dienst Facebook Places, bei dem man sich an seinem aktuellen Ort "anmelden" kann. Schon bisher konnte ein Nutzer seinen Facebook-Freunden zeigen, wo er sich gerade aufhält. Branchen-Experten rechnen damit, dass das Deals-Angebot dem lokalen Dienst einen kräftigen Schub geben wird.

Die zunächst mehr als 20 Facebook-Partner überbieten sich zum Start mit Angeboten. So will die Modefirma GAP 10.000 Jeans an die ersten Facebook-Nutzer verschenken, die in ihren US-Läden "einchecken". Bei H&M gibt es 20 Prozent Rabatt. Bei Starbucks und McDonald's hingegen hat der Nutzer zunächst keinen Vorteil - aber die Unternehmen spenden jeweils einen Dollar pro Gast für wohltätige Zwecke. Die Firmen sehen dafür zum Beispiel, welche Nutzer sie zu welcher Zeit aufsuchen.

Apps mit neuen Funktionen

Auch die Smartphone-Apps werden überarbeitet: Die Android-Version bekommt auf einen Schlag die Gruppen- und Orte-Funktionen spendiert. Auf dem iPhone gab es Places bereits, hier kommen neben dem Gruppen-Feature eine verbesserte Freundesliste und Detailverbesserungen für das Veröffentlichen von Ortsangaben und Fotos hinzu. Was es aber nicht geben wird - zur Überraschung vieler - ist eine eigene iPad-App. Zuckerberg bügelte Fragen zu diesem Thema mit den Worten ab: "Das iPad ist kein mobiles Gerät, sondern ein Computer." Deshalb habe das Thema auf dieser Veranstaltung nichts verloren.

Facebook-Telefon erneut dementiert

Zuckerberg dementierte erneut Spekulationen, dass Facebook ein eigenes Mobiltelefon auf den Markt bringen wolle. Vielmehr bekräftigen die Ankündigungen die Strategie, Facebook auf allen gängigen mobilen Plattformen in eine starke Position zu bringen. Zuckerbergs erklärtes Ziel ist es, mit Facebook alle Lebensbereiche zu vernetzen. "Egal, wo Sie sind oder was Sie tun, Sie sollen die Möglichkeit zur sozialen Interaktion haben", sagte Zuckerberg in einem Interview mit Journalisten nach der Präsentation.

Einmal einloggen für alles

Als einen Schritt in diese Richtung führt Facebook die Möglichkeit ein, mehrere Dienste - auch von Partnern - mit einer einzigen Facebook-Anmeldung zu nutzen. "Single Sign-on" heißt diese Funktion, die es in ähnlicher Form im Web schon gibt, dort heißt sie "Facebook Connect".

Zuckerberg Vernetzungsvisionen gerieten in der Vergangenheit immer wieder unter Beschuss von Datenschützern - und gingen manchmal auch den Facebook-Nutzern zu weit. So musste Facebook nach nur kurzer Zeit sein Projekt Beacon stoppen, bei dem nach Freischaltung des Dienstes die Freunde eines Nutzers über dessen Einkäufe informiert wurden. Auch eine Änderung der Einstellungen zur Privatsphäre, mit der auf einen Schlag viele Informationen von Nutzern öffentlich sichtbar wurden, machte Facebook nach Protesten rückgängig. Seitdem führte das Netzwerk immer feinere Kontrollmöglichkeiten für die Einstellungen zur Privatsphäre ein.

Andererseits steht Facebook auch unter Druck, ein tragfähiges Geschäftsmodell aufzubauen. Laut Medienberichten macht Facebook rund eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr - vor allem mit Online-Werbung. Die Werbewirtschaft sieht ein großes Potenzial darin, Internetnutzer gezielt auf ihre Interessen anzusprechen. Kürzlich kam heraus, dass einige Entwickler von Facebook-Spielen amerikanischen Werbedienstleistern halfen, Nutzerprofile zu erstellen. Facebook hat diese Praxis inzwischen unterbunden.

san/DPA
 
 
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