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21. Juli 2008, 11:20 Uhr

Der Perso der Zukunft kann auch online

Die Bundesregierung lässt einen neuen Personalausweis entwickeln. Das für 2010 geplante Dokument soll auch im Internet eine sichere Identifikation ermöglichen - zumindest denjenigen, die bereit sind, am PC die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.

Ein neuer Personalausweis soll den elektronischen Daten- und Zahlungsverkehr im Internet erleichtern© Jens Büttner/DPA

Ein neuer Personalausweis soll den elektronischen Daten- und Zahlungsverkehr im Internet stark erleichtern. Das Innenministerium in Berlin bestätigte Berichte der "Stuttgarter Nachrichten" und der "Kölnischen Rundschau". Mithilfe der Technik können sich Bürger anhand ihres Personaldokuments im Internet eindeutig ausweisen, um Geschäfte und Verfahren abzuwickeln.

Technische Grundlage für den elektronischen Ausweis sei ein weiterer Chip, mit dem das Personaldokument auf Wunsch ausgestattet werde. Der Besitzer erhält dann eine Geheimnummer (PIN) und muss seinen Computer mit einem entsprechenden Lesegerät ausstatten, in das er den Personalausweis steckt. Damit könne er sich im Internet gegenüber potenziellen Geschäftspartnern eindeutig zu erkennen geben, hieß es weiter. Wer darüber hinaus via Internet rechtsgültige Verträge abschließen wolle - beispielsweise beim Wohnungskauf gegenüber einem Notar - könne künftig sogar eine elektronische Unterschrift hinterlegen.

Der Chip wird dem Bericht zufolge vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelt und soll Ende 2010 nutzbar sein. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) wolle den Ausweis am Mittwoch erstmals dem Kabinett vorstellen.

Sowohl für die Authentifizierung als auch für die elektronische Signatur gibt es dem Bericht zufolge je eine Geheimnummer. Auf die Datenmenge, aus der Foto oder Fingerabdruck zusammengesetzt sind, soll nur der Staat Zugriff haben. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, nannte den neuen Ausweis "den besten der Welt". Jeder Bürger könne entscheiden, welchen Ausweis er beantragt ob mit Fingerabdruck, mit Chip zur elektronischen Authentifizierung oder gar mit Chip zur Signatur. Zwtl:

Kosten zwischen acht und 59 Euro

Die Kosten sollen je nach Ausstattung zwischen acht und 59 Euro liegen. In jedem Fall wird neben den Personalien ein biometrisches Foto gespeichert, in den neuen Reisepässen auch der Fingerabdruck.

Peter Schaar, Datenschutzbeauftragter der Bundesregierung, wägt ab: "Der volldigitalisierte Personalausweis ist nur ein Angebot und keine Verpflichtung. Entscheidend ist: Wie sicher ist er vor Manipulation, also vor dem unberechtigten Auslesen der Daten?" Die einzelnen im "E-Ausweis" gespeicherten Merkmale müssten klar von einander abgeschottet sein. "Die biometrischen Daten dürfen nicht mit der elektronischen Authentifizierung und der Signatur verknüpft werden."

AP
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
FrodoBeutlin (22.07.2008, 11:29 Uhr)
Digitale Signatur
Wenn die digitale Signatur hierdurch mal aus dem Ei käme, wäre das schon eine feine Sache. Dass sich zu diesem Artikel die Paranoiker austoben, war ja zu erwarten. Aber viele pragmatische Menschen werden gern die Möglichkeit nutzen, sich per digitaler Signatur online auszuweisen. Muss man ja nicht tun...
Solartaschenlampe (22.07.2008, 10:06 Uhr)
@RomanTicker
Vielleicht sollten Sie einmal den 'den Vorgang zu Ende denken'.
Abgesehen von Sicherheitslücken, die Sie ja schon richtig erwähnten, wird mit diesem Personalausweis eine lückenlose Überwachung all ihrer Aktivitäten im Internet perfektioniert.
RomanTicker (22.07.2008, 09:59 Uhr)
Sicherheit
Nicht der Staat ist das Problem, denn die Daten des Personalausweise hat er sowieso. Da sollten hier mal einige Verschwörungstheoretiker den Vorgang zu Ende denken, bevor sie Mordrio schreien. Das Ganze dient der Identifikation und bietet dem Nutzer durchaus Vorteile, falls das System sicher ist. Denn damit ließen sich Online-Einkäufe, Bankgeschäfte, etc. sicherer machen und Missbrauch vermeiden. Das eigentlich Problem ist, dass so ein System aber vermutlich schon geknackt ist, bevor es effektiv eingesetzt wird.
Solartaschenlampe (22.07.2008, 08:51 Uhr)
Erschreckend naiv
ist dieser Artikel. Der neue Ausweis bringt anscheinend nur Vorteile. Dass es da noch einen Herrn Schäuble gibt, der sich durch einen unersättlichen Hunger nach privaten Daten auszeichnet, wird - wie so oft - unterschlagen.
Countryjoe (22.07.2008, 07:32 Uhr)
Noch gläserner?
Erst ist es freiwillig und dann wird es Zwang. Hauptsache der Bürger wird immer gläserner und die 82 Mio. Verdächtigen lassen sich rund um die Uhr totalüberwachen.
Atrocity (21.07.2008, 16:06 Uhr)
@Blacky007
Naja, en Token generator bietet mir meine Bank auch. Das Gerät erzeugt eine einmal gültige Tan die nur für kurze Zeit und nur für die eine Empänger Kontonummer gültig ist. Das ist stand der Technik, nicht nur in der Schweiz^^
heiner5362 (21.07.2008, 16:06 Uhr)
jetzt kommt schäuble
auch noch durch die hintertür, was das abgreifen von personenbezogenen daten angeht.
mal sehen, was dem ccc dazu einfällt hehehe.
bevor ich im internet auch nur daran denke personalisiertes zu posten, hacke ich mir lieber die pfoten ab.
Blacky007 (21.07.2008, 15:44 Uhr)
Nicht schlecht, aber wie immer was die Regierung anfasst
ist es wieder einmal nicht ganz zu Ende gedacht. Ein fester PIN ist das Dümmste, was man in einem solchen Fall machen kann. Die Schweizer sind da eine ganze Ecke weitsichtiger und intelligenter. Dort gibt es für Onlionebanking ein einzigartiges kleines Gerät, mit welchem Pins nach dem Zufallsprinzp erstellt werden und welcher pro Eingabe neu errechnet werden muss.
denizmaster (21.07.2008, 15:27 Uhr)
wunderbar...
und häcker haben später zugriff darauf und missbrauchen das ganze...!!!
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