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Promis mit Echtheitszertifikat

Nicht nur Freunde, sondern auch Betrüger tummeln sich auf Facebook. Der Konzern versucht nun, gegen gefälschte Promi-Profile vorzugehen. Vermeintliche Promi-Enthüllungen sind nur eine Art von Spam.

Von Franziska Weigelt

Amerikanische Facebook-Nutzer können sich freuen. In Zukunft soll es dank einer neuen Einstellung keine gefälschten Nutzerprofile von Prominenten mehr geben. Das Online-Netzwerk führt für bekannte Persönlichkeiten die Möglichkeit bestätigter Profile ein. Dem US-Blog Techcrunch zufolge findet solch eine Verifizierung jedoch nur auf Anfrage des Unternehmens statt. Sendet der von Facebook auserwählte Prominente eine Kopie seines Passes ein, erlangt er automatisch den bestätigten Profilstatus. Dieses aufwendige Verfahren ist testweise erst einmal auf die USA begrenzt. Stars in anderen Ländern werden zunächst weiterhin mit der Tatsache leben müssen, dass andere unter ihrem Namen ihr Unwesen treiben. Auch auf deutschen Facebook-Seiten sind viele Fake-VIPs unterwegs. Wer sich derzeit mit Til Schweiger anfreunden möchte, hat die Qual der Wahl: Über 20 verschiedenen Til Schweigers stehen zur Auswahl.

Prominente fangen Fliegen

Gefälschte Nutzerprofile sind nicht die einzige Form von Facebook-Hoax, die auf Kosten von Prominenten gehen. Wenige Tage nach dem Tod der Sängerin Whitney Houston kursierte ein Video-Link, welcher Informationen über "ein schockierendes Geheimnis über ihre Todesursache" versprach. Dies berichtet die Homepage mimikama.at, die Aufklärungsarbeit gegen "Facebook-Fakes" leistet. Bei Aktivierung des Links öffnete sich ein Fenster, welches die Aktualisierung des eigenen Videoplayers verlangte. Das sei jedoch kein Update, sondern ein automatisches Browser-Plugin, warnt mimikama.at. Am Ende der Klicks winkte schließlich ein kostenpflichtiges Handyabo.

Lästige Massenpostings

Nicht nur gefälschte Profile und Inhalte, sondern auch das von Facebook generierte Gemeinschaftsgefühl kann manchmal zur Plage werden. Neu ist zum Beispiel das Phänomen des Massenpostings. Mit dem Aufruf, die Information unter seinen Facebookfreunden zu verbreiten, werden Fotos online gestellt, die zu einem guten Zweck verbreitet werden sollen. Das ganze erinnert an die vergangene Zeit der Kettenbriefe. Mit der Verlinkung des Bildes tue man etwas Gutes, so behauptet man. Selbst wenn manchmal ein wahrer Kern in den Bildergeschichten steckt, so hat sich das Problem oft bereits erledigt, wenn es im Netz Aufmerksamkeit erlangt. Manchmal kann die Massenhilfe auch nach hinten losgehen. Im Fall der 15-jährigen Kim Fluchs beispielsweise war die Mithilfe der Community eher hinderlich als hilfreich. Das Mädchen war Anfang Februar von Zuhause verschwunden. "Bild"-Berichten zufolge habe der Vater des Mädchens mit einem Facebook-Suchaufruf eine Web-Welle von gewaltigem Ausmaß ausgelöst. Die Aktion führte zu einer Flut von Anrufen und E-Mails bei der für den Fall zuständigen Polizeidienststelle. Völlig überfordert, veröffentlichten die Beamten eine Pressemitteilung mit der Bitte, von weiteren Anrufen und E-Mails abzusehen. Auch die Facebook-Pinnwand von Kims Vater war dermaßen überfüllt, dass er sie schließen musste. Einen Tag später tauchte Kim wohlbehalten wieder auf. Sie war von zu Hause ausgerissen.

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