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Frauen vernetzen die Welt neu

Es kommt wieder Schwung ins Domain-Geschäft. Nachdem die neuen Endungen .biz und .info nicht so spektakulär waren, kommt nun etwas Individuelles: .frau macht den Anfang.

Ein Anbieter namens Fraude.de (sprich: Vrau-De-Eh-De-Eh) sucht »Frauen der ersten Stunde«, die eine Internetadresse wollen, die mit ihrem Namen anfängt und mit ihrem Geschlecht aufhört. Zum Beispiel www.GeorgetteDee.frau. Und dann .de, .com oder was? Nein, nix. Nur .frau.

.brillenträger, .blind & .gong

Tolle Sache. Ich beispielsweise hätte liebend gerne die Adresse www.GuidoAugustin.brillentraeger. Außerdem attraktiv: Die Endungen .blau für AlkoholikerInnen, .gong für Regina Halmich, .easy für die leichten Tage zwischendurch oder .blind für SchiedsrichterInnen. Jetzt also erst einmal .frau.

Wo kämen wir denn da hin, wenn sich jeder seine eigene Top-Level-Domain nach Gusto, Hobby oder körperlichem Gebrechen raussucht? Und noch dazu so international. Wahrscheinlich kommen bald die ausländischen Schwesterverbände, etwa »Naisenfi«, »Femmefr« oder »Womancouk« mit den Top-Level-Domains .nais, .fem und .wom. Das Prinzip schwimmt sogar auf Milch.

Internet total verkehrt

Mit einer .frau-Adresse können die Domänen-Antragsberechtigten etwa so viel anfangen wie ein Grottenolm mit einer Gucci-Badehose: Kein Mensch sieht sie. Es ist die totale Verkehrung des Internets und all dessen, was es ausmacht: nämlich die grenzenlose Vernetzung auf einem kleinen gemeinsamen Nenner. Statt dessen: SektiererInnentum, Abgrenzung, unter sich bleiben. Nur für Mitglieder, Weiße, Erwachsene, Nicht-Hunde-Besitzer, Katholiken - oder eben Frauen. Vielleicht macht das ja Schule, und dann gibt es bald .reich für Netto-Millionäre, .schnee für die Schickeria, .plastiktuete für Streikposten und .bua für grenzdebile Krachlederne aus entlegenen Alpentälern.

Der Wahrheit die Ehre: Es ist nicht so, dass kein Mensch die .frau-Seiten sehen kann. Nur fast. Denn mit einer klitzekleinen »Änderung in den Windowseinstellungen« geht?s doch. Konkret geht es darum, einen alternativen Domain Name Service (DNS) zu nutzen, also jene Zentralrechner, die Internet-Adressen zuordnen und dafür sorgen, dass man/frau/werauchimmer da hinkommt, wo man hin will. Und imperialistischer Weise ist die Top-Level-Domain .frau von der bösen amerikanischen ICANN nicht anerkannt.

Alles schon mal da gewesen

Wer also tut, was alle tun, nämlich auf offizielle DNS-Server zuzugreifen, hat keinen Einblick in die wundersame Welt der »Frauen der ersten Stunde«. Zu gerne sähe ich das Gesicht des Firmen-Netzwerk-Administrators, wenn eine bewegte Frau ihm erklärt, dass sie an ihrem Arbeitsplatz ein Recht auf freie Wahl des DNS-Services habe.

Alles schon mal da gewesen. Irgendwann schossen nämlich an deutschen Universitäten Frauenbibliotheken aus dem Boden - besser gesagt in den Keller. Da durften nur Frauen rein und nur gute Bücher von, über oder wenigstens mit Frauen. Wenn langhaarige Frauenversteher auch nur einen Blick hinein warfen, wurde erst schrill geschrien und dann mit lila Frosch desinfiziert. Jetzt also haben wir den gleichen Quark im Netz. Nur dass die Jungs, die von Frauenbibliotheken nichts haben, auch nichts zahlen müssen. Dagegen müssen Frauen, die eine .frau-Adresse haben wollen, mindestens 90 Cent im Monat bezahlen. Die Zahlung erfolgt halbjährlich im Voraus. Sicher ist sicher.

Guido Augustin

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