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Trollt euch!

Sie zerstören Diskussionen, aber auch Leben. Trolle haben sich gegen das respektvolle Miteinander im Netz entschieden. Warum eigentlich?

Von Sophie Albers

  Es passiert was mit den Trollen: vom Spiel zum unmenschlichen Ernst

Es passiert was mit den Trollen: vom Spiel zum unmenschlichen Ernst

Vor gar nicht allzulanger Zeit konnte man den Titel Troll im Online-Diskurs noch als Kompliment auffassen: als Bezeichnung für jemanden, der bewusst provoziert, um ausgetretene Denkwege in Frage zu stellen, jemand, der unverhältnismäßig zuspitzt, damit die Diskutanten sich an ihm abarbeiten können, jemand, der mit der Erwartung bricht. Im Oktober 2012 gab es in Mannheim tatsächlich die erste Trollcon - eine Konferenz über das Selbstverständnis des Trolls. Diese Zeiten sind vorbei. Das Wort ist vergeben, eingeloggt und abgefahren. Und wenn niemand ganz schnell zur Ehrrettung antritt, wird es dabei bleiben.

Als Trolle gelten heute Menschen, die sich daran weiden, anderen Menschen im Netz das Leben zur Hölle zu machen. Und deshalb ist aus der bildlichen Umsetzung des Wortes, das eigentlich einen Angler beschreibt, der Schleppnetze zieht und hofft, dass etwas hängenbleibt, ein potthässliches, zerstörerisches Riesenmonster geworden. Und die Zerstörungswut nimmt unmenschlichste Formen an.

2012 beging ein "getrolltes" Mädchen in Australien Selbstmord. Im selben Jahr kam ein britischer Student in Haft und wurde der Universität verwiesen, nachdem er menschenverachtend und rassistisch "getrollt" hatte. Die Journalistin Caroline Criado-Perez war 48 Stunden lang Vergewaltigungs- und anderen Gewaltandrohungen ausgesetzt, nachdem sie mit einer Kampagne durchgesetzt hatte, dass auf britischen Geldscheinen - neben der Queen - nicht nur Männer zu sehen sind, sondern auch eine Frau.

Trolle tippen unfassbar böse, schmerzhaft kaputte, knochenbrechende, verstörende Worte, bei denen man sich vor allem eines fragt: Was ist mit den Leuten los, die sie denken?

"Sie hat es doch nicht anders gewollt"

Um das herauszufinden, hat die britische Journalistin und Radio-Moderatorin Emma Barnett ein Selbstexperiment gewagt. Nach einem Interview mit der jüngst von Trollen bedrohten Caroline Craido-Perez forderte sie die Verbal-Verstörer auf, in ihrer Show anzurufen. Und das taten sie auch. Das Ergebnis hat Barnett für den "Daily Telegraph" aufgeschrieben.

In dem Artikel berichtet sie von zwei besonders tragischen Exemplaren: So meint "Peter aus Whitechapel" etwa, Craido-Perez habe es doch nicht anders gewollt, als sie sich in die Öffentlichkeit begeben habe. So ergehe es eben Frauen, die lauthals etwas fordern.

Troll Nummer zwei aus Birmingham mit Namen Gary erklärte "Männer sind Jäger, und Vergewaltigungsdrohungen sind unser Ding". Auf Barnetts Frage, wie er sich fühlen würde, wenn seine Mutter solchen Drohungen ausgesetzt würde, antwortete er: "Sie würde keine bekommen, weil sie keine Feministin ist". Außerdem würde sie verstehen, dass es sich um eine Metapher handle. Auf die Frage, für was die Metapher der Vergewaltigungsandrohung genau stehe, wusste Gary keine Antwort und legte auf.

Blocken und melden

Burnetts Erfahrung zeigt, wie sehr sich die Troll-Kultur verändert hat. Vor gerade mal einem Jahr hat Zoe Williams im "Guardian" noch dazu geraten, mit den Trollen "wie mit Menschen" zu reden, dann würden sie zu ihrer Menschlichkeit zurückfinden. Diese Zeiten scheinen angesichts des geballten Hasses vorbei. Für Trolle herrsche im Netz Krieg, mutmaßt Barnett. Was also tun, damit dieser Krieg nicht in allen Online-Diskussionen tobt?

Laut einer Umfrage zum Umgang mit Trollen sind knapp 80 Prozent der Leser dafür, sie "zu blocken und zu melden". 16 Prozent sprachen sich fürs "Ignorieren" aus. "Antworten" oder "die Seite meiden" wollte kaum jemand.

Trolle sind, wie alle Extremisten, in der Minderzahl. Sie haben offensichtlich Freude an Schock, Empörung und Angst. Ihr Ziel ist die reine Zerstörung, verbrannte Erde. Deshalb sollten Sie niemals wegen eines Trolls offline gehen. Bleiben Sie da, wie Barnett rät. Gut sichtbar. Um diese Menschen zu beschämen.

Trolle wollen es doch nicht anders.

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