. .
Online-Neuigkeiten und Internet-Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. Juni 2005, 18:07 Uhr

Die Vertreibung aus dem Paradies

Ein guter Tag für die US-Unterhaltungsindustrie, ein schlechter für Tauschbörsen: Nach einem Gerichtsentscheid können sie für illegales Verhalten ihrer Nutzer haftbar gemacht werden. Jetzt droht eine Klagewelle.

Auch die australischen Betreiber der Börse KaZaA hatten beim US-Prozess ausgesagt© Screenshot/Kazaa

Illegal CDs kopieren? Das war gestern. In den USA werden ganze Kinofilme illegal verfielfältigt. Besonders ärgerlich für die Unterhaltungsindustrie: meist noch vor dem offiziellen Filmstart. Damit könnte jetzt erst einmal Schluss sein. Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten in Washington hat diesen Montag entschieden, dass amerikanische Internet-Tauschbörsen künftig für die Verfehlungen ihrer Kunden verantwortlich gemacht werden können - konkret für den daraus entstehenden Schaden durch Dritte. Damit werden die Tauschbörsen wie etwa "Morpheus" oder "Grokster" haftbar, wenn ihre Kunden gegen Urheberrechte verstoßen. Beobachter erwarten jetzt eine Klagewelle gegen die Internetportale.

Nicht genug gegen illegales Kopieren getan

Die amerikanische Musik- und Filmbranche wirft den Tauschbörsen vor, für das massenhafte illegale Kopieren von Filmen und Musik verantwortlich zu sein. Auch die obersten Richter waren der Ansicht, es gebe genügend Anhaltspunkte, dass die kostenlosen Tauschbörsen nicht genügend zur Abwehr des illegalen Kopierens getan haben. Damit ließen sie eine Klage der Musikindustrie grundsätzlich zu.

Die Richter in Washington hoben mit ihrem weit reichenden Beschluss eine gegensätzliche Entscheidung eines US-Berufungsgerichts auf. Dieses hatte damals argumentiert, die Betreiber könnten für derartige Verstöße nicht zur Verantwortung gezogen werden, weil ihre Plattformen genauso gut für legale Zwecke genutzt werden könnten. Nun geht es Börsen an den Kragen, die Tauschdienste anbieten und gezielt werben, dass damit Urheberrechte verletzt werden. Das Urteil zielt dabei vor allem auf Betreiber und Entwickler von P2P-Software - und ist damit ein alter Hut.

Urteil trifft die "neuen Bösen" nicht

Zwar dürfte auf das Urteil jetzt eine Klagewelle gegen P2P-Entwickler und Betreiber von Online-Börsen folgen. Doch die wirklichen "Bösewichter" sind die dezentral organisierten Auftritte wie BitTorrent oder eDonkey - die seit einigen Jahren die klassischen P2P-Börsen á la KaZaA abgelöst haben.

Kläger vor dem Supreme Court war das Hollywoodstudio MGM ("James Bond"), das von mehr als zwei Dutzend Firmen der Film- und Musikbranche unterstützt wurde. Während der Anhörungen machte die Klägerseite geltend, daß die Branche durch die Piraterie mit Hilfe der Online-Börsen einen Umsatzeinbruch von 25 Prozent erlitten habe. Grundsätzlich ging es der Unterhaltungsindustrie darum, ein Geschäftsmodell zu kriminalisieren, dass auf simpler Copyright-Verletzung basiert.

Klage an anderes Gericht verwiesen

Über die Klage selbst muss nun ein anderes Gericht entscheiden. Dort hatten sich die Richter auf ein Urteil des Obersten Gerichtes von 1984 bezogen. Damals hatten die Richter entschieden, Hersteller von Videorekordern dürften nicht verantwortlich gemacht werden, wenn mit ihren Geräten illegal Filme kopiert würden.

AP, Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Musikindustrie Downloads verlieren ihren Schrecken

Der Musik-Downloaddienst Napster, einst Vorreiter der Musikpiraterie, prescht wieder vor: Diesmal mit legalen Musik-Abos via Internet - einer Idee, auf die nun die ganze Plattenbranche baut. mehr...

Filmdownload-Studie Hauptsache kostenlos

Warum laden sich viele Tauschbörsen-Nutzer ganze Filme herunter? Dieser Frage ist eine Studie der Bauhaus-Universität Weimar nachgegangen. Die Ergebnisse sind interessant - aber nicht überraschend. mehr...

Online-Tauschbörsen Jetzt sind auch deutsche Dateitauscher dran

Dem Vorbild der US-Plattenindustrie folgen auch deutschen Phonoverbände. Erstmals wurde gegen Nutzer von Dateitauschbörsen Anzeige erstatten. Von der "ersten Welle" sind 68 Personen betroffen. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft