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Tapete aus Träumen

Das Onlinenetzwerk Pinterest ist der aktuelle Hype im Netz. Eine Pinnwand, die Elemente aus Facebook, öffentlichen Lesezeichen und Schaufensterbummel verbindet. Vor allem Frauen sind fasziniert.

Von Christoph Fröhlich und Ralf Sander

  Die Online-Pinnwand Pinterest ist der aktuelle Hype im Netz

Die Online-Pinnwand Pinterest ist der aktuelle Hype im Netz

Cool war sie nie, die Pinnwand. Ob aus Kork in der Küche oder magnetisch am Ausgang des Supermarkts trägt sie vor allem unsexy Zeug wie die Stundenpläne der Kinder, alte Kassenzettel oder Verkaufsangebote für gebrauchte Babyklamotten. In ihrem analogen Ur-Zustand ist sie vor allem eines: praktisch. Mischt man allerdings eine digitale Variante der guten alten Pinnwand mit einigen Zutaten aus dem Social Web, entsteht der derzeit heißeste Hype im Internet: Pinterest. Ein Wort, das viele schon einmal gelesen haben, weil mindestes ein Facebook-Freund gerade Pinterest entdeckt hat und seine Aktivitäten dort mit allen teilt.

Pinterest, eine Wortneuschöpfung der englischen Begriffe Pin und Interest, ist eine virtuelle Pinnwand, an die interessante Bilder und Videos angeheftet werden können. Dabei setzen die Macher - Cold Brew Labs aus dem kalifornischen Palo Alto - eigentlich auf Bekanntes: Es existieren bereits unzählige Bilderdienste im Internet, einer der bekanntesten ist Flickr. Mit Tumblr gibt es zudem schon länger ein Portal, auf dem Texte, Bilder und Videos mit anderen Menschen geteilt werden können. Doch Pinterest vereint die Vorteile beider Webseiten und verfeinert sie mit Elementen von Social-Bookmark-Seiten Delicious und StumbleUpon sowie - natürlich - Facebook.

Eine Tapete voller Bilder

Im Mittelpunkt von Pinterest stehen das Teilen und Kommentieren von Bildern und - in geringerem Maße - Videos. Findet der Nutzer im Netz ein schönes Foto, kann er es an seine virtuelle Pinnwand heften. Dabei hilft eine Schaltfläche, die man einfach im Firefox-Browser installieren kann. Nach dem Mausklick öffnet sich ein Dialogfenster, das bei der Auswahl und der Betextung des Bildes hilft. Webseitenbetreiber können auch einen Pinterest-Knopf in ihr Angebot einbauen, ähnlich dem "Gefällt mir"-Knopf von Facebook.

Gefällt auch anderen Mitgliedern das Bild, können sie es ähnlich wie in Facebook 'liken', kommentieren oder an ihre eigene Pinnwand heften ("repin"). Die Bilder können in Alben zusammengefasst und in vorgegebenen Rubriken wie Essen, Kleidung oder Familie oder selbst ausgedachten Kategorien einsortiert werden. Deswegen ist von "Alles aus Lego" über "Blau" bis zu "Horror aller Arten" alles zu finden - abgesehen von Sex. Pinterest ist extrem einfach zu bedienen und kommt mit einem klaren Design daher. Das Ergebnis ist eine Bilderflut, die einfach nett anzuschauen ist.

Nutzerzahlen explodieren

In der Technikszene gilt das Portal bereits als potentieller Hit: Laut dem Markforscher Comscore lockte der Webdienst allein im Dezember mehr als elf Millionen Besucher aus den USA auf die Seite, ein Plus von 40 Prozent in den vergangenen sechs Monaten. In den USA ist es bereits in den Top Ten der sozialen Netzwerke zu finden. Nicht schlecht für ein zwei Jahre altes Unternehmen, dessen Angebot nur auf Englisch verfügbar ist und das die Testphase kaum hinter sich gelassen hat. Internationale Daten liegen bisher nicht vor.

Der IT-Blog Techcrunch hebt außerdem hervor, dass es sich bei Pinterest nicht um einen Tummelplatz männlicher Nerds handelt, die traditionell die Ersten sind, die neue Webangebote ausprobieren. So werde das Wachstum von Pinterest vor allem von Frauen zwischen 18 und 34 Jahren vorangetrieben. Laut der Analysefirma Experian Hitwise sorgen Frauen für 58 Prozent des Traffics auf Pinterest. Das Google-Tool Doubleclick Ad Planner weist sogar einen Frauenanteil von 80 Prozent aus. Und das Klischee lebt: Die meisten Fotos zeigen ausgefallene Kleidungsstücke, schön dekorierte Kuchen, niedliche Tiere oder Dekoartikel. Männer posten eher in den Bereichen Technik und Sport.

Geheimnisvolles Geschäftsmodell

Ein erster Blick auf Pinterest weckt den Eindruck, in einem ansprechend gestalteten Katalog gelandet zu sein. So groß ist der Anteil an Produktfotos, Einrichtungsempfehlungen, Kochrezepten und "Ich will diese Kleider/Schuhe/Kekse!"-Einträgen. Social Shopping, gemeinsames virtuelles Einkaufen, macht einen wesentlichen Teil der Faszination dieser Edel-Pinwand aus. Für den Handel entwickelt sich Pinterest - zumindest in den USA - bereits zu einer sehr wichtigen Kundenschleuse. Die IT-Website Mashable hat analysiert, das durch Pinterest mehr Käufer in Onlineshops gelandet sind als über die Netzwerke Google+, Linkedin und Youtube zusammen. Mehr Traffic liefern nur Suchmaschinen. Es ist ja auch ganz einfach. Bei Pinterest sind die Bilder mit einem Link zu der Website hinterlegt, wo sie gefunden wurden: Die meisten Produktfotos stammen aus Onlineshops. Wer also den Schuh kaufen will, der auf dem Foto so toll aussieht, muss nur einmal klicken und landet mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt bei einem Händler.

Genau diesen Vorgang benutzt Pinterest offenbar, um Geld zu verdienen - wie erst jetzt bekannt wurde. Die meisten Experten erwarten, dass irgendwann Werbung eingeblendet wird, was zurzeit noch nicht der Fall ist. Erst vor wenigen Tagen enthüllte der Blogger Josh Davis, wie Pinterest bereits jetzt Geld verdient: Führt der Link hinter einem Bild zu einem Onlinehändler mit einem Partnerprogramm, wird in die URL automatisch ein Code eingefügt, der Pinterest eine Provision beschert. Sogenannte Affiliate-Programme mit Vermittlungsgebühren sind im Netz schon lange üblich. Das Vorgehen von Pinterest sorgte trotzdem für Aufregung im Web, weil die Link-Änderungen heimlich vorgenommen werden, anstatt die Nutzer zu informieren. Rechtlich scheint das allerdings in Ordnung zu sein, wie Blogger Davis schreibt. In den AGB lässt sich Pinterest-Betreiber Cold Brew Labs sinngemäß zusichern, dass er mit den Inhalten der Nutzer machen kann, was er will. Die Kritik richtete sich auch weniger gegen das Geschäftsmodell an sich, sondern gegen die Geheimnistuerei.

Unübersichtliche Rechtslage

Komplizierter ist ein Thema, mit dem sich viele Netzwerke herumschlagen, wenn es um das Teilen von Inhalten geht: das Urheberrecht. Pinterest erklärt, das Copyright zu respektieren und dasselbe auch von seinen Nutzern zu erwarten. Wer ein Bild veröffentlicht, soll seine Quelle mit Link benennen. Das ist im Web üblich und - wie bereits erwähnt - auch entscheidend für die Einnahmen von Pinterest. Dennoch laufen die Nutzer Gefahr, Urheberrechtsverletzungen zu begehen, wenn sie ohne nachzudenken Bilder und Videos auf Pinterest veröffentlichen.

Während es im US-Recht den Fall des "Fair Use" gibt, der für die Nutzung fremder Inhalte einigen Spielraum lässt, sieht es in Deutschland anders aus: Urheberrechtlich geschützte Inhalte dürfen nur mit Einwilligung der Inhaber vervielfältigt oder öffentlich zugänglich gemacht werden. Wer also ein PR-Foto eines Schuhs, ein Buchcover oder ein Bild aus einem Film anpinnt, erstellt eine illegale Kopie und macht sie öffentlich zugänglich, wie der Berliner Rechtsanwalt Thomas Schwenke in einem Blogeintrag erläutert. In vielen Fällen, vor allem wenn es um Produktbilder geht, haben die Urheber der Fotos natürlich großes Interesse an einer Weiterverbreitung und werden nichts unternehmen. Aber sie könnten, wenn sie wollten.

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