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Wie Terroristen über die Playstation 4 kommunizieren

Warum konnten Geheimdienste die Anschläge in Paris nicht verhindern? Um der Überwachung durch Behörden zu entgehen, kommunizieren Terroristen über populäre Online-Games - oder setzen auf Sonys Playstation 4.

Ob nach den Anschlägen beim Marathon in Boston, dem Überfall auf die Redaktion von Charlie Hebdo oder den schrecklichen Attentaten in : Immer wieder werden nach terroristischen Attacken die Rufe nach mehr Überwachung laut. Mit mehr Überwachung ließen sich solche Tragödien bereits im Voraus verhindern, glauben die Befürworter dieser These. Das ist jedoch ein Trugschluss. Mit mehr Überwachung würde man die Freiheit aller einschränken, ohne jedoch mehr Sicherheit zu erreichen.
Denn die Terroristen haben längst viele Mittel und Wege, um unerkannt miteinander zu kommunizieren. Sie telefonieren nicht offen über ungesicherte Leitungen, sondern tauschen sich mit Hilfe von verschlüsselten Botschaften in sozialen Netzwerken aus. Sie schreiben keine E-Mails, sondern sprechen persönlich miteinander. Und mitunter greifen sie auch zu ungewöhnlichen Kommunikationsmitteln - etwa Sonys Playstation 4.

Geheime Gespräche im Playstation-Netzwerk

Denn die Spielkonsole erfreue sich nicht nur bei Gamern großer Beliebtheit, sondern auch bei Terroristen, erklärte der belgische Innenminister Jan Jambon vor wenigen Tagen. "Die am schwierigsten zu überwachende Kommunikation zwischen Terroristen sind Gespräche mittels einer Playstation 4", sagte der Minister drei Tage vor den Attentaten in Paris. "Es ist sehr, sehr kompliziert für uns - nicht nur für belgische Behörden, sondern weltweit - die Verschlüsselung einer Playstation 4 zu knacken."  

PS4-Nutzer können über das Playstation-Netzwerk Nachrichten verschicken, miteinander telefonieren oder auch in bestimmten Spielen miteinander kommunizieren. Diese Gespräche lassen sich nicht abhören. Dokumente, die der Whistleblower Edward Snowden veröffentlicht hat, belegen, dass Mitarbeiter der CIA und NSA sich in den virtuellen Welten von "World of Warcraft" und anderen Online-Games herumtreiben, um Terroristen auf die Spur zu kommen. Das sei jedoch ein nahezu aussichtsloser Kampf.

Vor allem die Kommunikation in Spielen sei unmöglich zu überwachen, schreibt das Magazin "Forbes". So könnten Terroristen Angriffsziele mit Hilfe von Münzen im Nintendo-Spiel "Super Mario Maker" buchstabieren oder Botschaften im Shooter "Call of Duty" auf die Wand schießen. Auf diese Weise könnten sich Terroristen austauschen, ohne auch nur ein Wort zu schreiben oder miteinander zu sprechen.

Rekrutierung im Netz, nicht in Moscheen

Dafür, dass die Attentäter von Paris ihren Amoklauf über Sonys Playstation-Netzwerk planten, gibt es aktuell keine Anzeichen. Doch immer wieder warnen Experten vor den verschlüsselten Kanälen im Internet. "Die Menschen denken, dass die Rekrutierung in Moscheen stattfindet, aber die meisten werden im Internet angeworben", sagte gegenüber "Politico" am vergangenen Dienstag. "Die Moscheen sind vielen zu moderat und sie finden ihre 'Wahrheit' im Netz."

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