30. November 2012, 10:46 Uhr

Facebook darf nun eigene Spiele entwickeln

Facebook und sein Spielepartner Zynga galten lange Zeit als unzertrennlich. Nun lockern beide Firmen ihre enge Partnerschaft aus der Not heraus. Bei einem Unternehmen brach der Börsenwert ein.

Facebook, Spiele, Games, Zynga

Facebook und Zynga ("Farmville", "Cityville") lockern ihre Partnerschaft

Die bislang engen Partner Facebook und Zynga geben sich mehr Freiraum. So muss Zynga - Entwickler von Hits wie "Farmville" oder "Cityville" - künftig bei seinen Spielen keine Anzeigen aus der Werbeplattform von Facebook mehr einblenden oder das Bezahlsystem des Sozialen Netzwerks nutzen. Umgekehrt darf Facebook auch selbst Spiele entwickeln, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Unterlagen hervorgeht.

Facebook und Zynga waren bislang nahezu unzertrennlich: Auf dem Sozialen Netzwerk fand der Spiele-Entwickler Millionen Fans, dafür schöpfte Facebook einen Anteil an den Einnahmen ab. Doch das Geschäft bei Zynga hat an Schwung verloren. Die Änderung des Vertrags zwischen den zwei Firmen gebe Zynga nun genügend Flexibilität, um seine Produkte und Services auch andernorts anzubieten, erklärte Manager Barry Cottle. Gleichzeitig werde die Partnerschaft mit Facebook fortgeführt.

Tief in den roten Zahlen

Zynga schreibt Verluste. Firmenchef, Gründer und Großaktionär Mark Pincus streicht deshalb 150 Stellen. Er versucht gleichzeitig, die Abhängigkeit von den schwächelnden Simulationsspielen wie "Farmville" zu verringern. Diese Klassiker finden ihre Fans auf Facebook. Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen stößt Zynga in Richtung Glücksspiel mit Online-Poker und Roulette vor.

Die Lockerungen in dem zwei Jahre alten Vertrag mit Facebook treten zum 31. März kommenden Jahres in Kraft. Die Börsianer waren allerdings gar nicht begeistert davon, dass Zynga sein Glück auf eigene Faust versuchen will. Die Aktie des Spieleentwicklers fiel nachbörslich um 12,6 Prozent. Facebooks Aktie stand nahezu unverändert.

cf/DPA
 
 
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