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Toll für Kunden, mies für Händler

Gibt es beim Kauf im Internet Probleme, bleiben den Käufern bei Paypal bisher nur 45 Tage, um diese zu melden. Bald geht das deutlich länger - für viele Verkäufer ein Alptraum.

Im Internet hat sich Paypal als eine der beliebtesten Zahlungsmethoden etablieren können - auch wegen des Käuferschutzes.

Im Internet hat sich Paypal als eine der beliebtesten Zahlungsmethoden etablieren können - auch wegen des Käuferschutzes.

Bei Käufen im Internet vertrauen viele Kunden auf den Bezahldienst Paypal. Statt jedem einzelnen Internet-Shop seine Kontodaten mitteilen zu müssen, vertrauen sie lieber der Ebay-Tochter. Zusätzlich bietet Paypal eine Konfliktregelung, sollte es mal zu Unstimmigkeiten zwischen Kunde und Verkäufer geben. Bislang muss der so genannte Käuferschutz aber in den ersten 45 Tagen nach Zustandekommen des Geschäfts eingeleitet werden – in vielen Konflikten ist das zu kurz. Ab Anfang 2015 soll er nun für 180 Tage gelten. Was für die Kunden eine tolle Erweiterung darstellt, birgt für viele Verkäufer das Potenzial zur Katastrophe.

Die neue Regelung ist eine von vielen in den am 29. Januar in Kraft tretenden neuen AGBs, die Paypal auf seiner Internetseite ankündigt. Haben Käufer dann Probleme mit nicht oder falsch gelieferter Ware oder beschädigten Bestellungen, bleibt ihnen also fast ein halbes Jahr, um Paypal einen Konflikt zu melden. Der Dienst sperrt dann das Geld und vermittelt zwischen den Gesachäftspartnern, bis diese eine Lösung gefunden haben. Da die meisten Probleme auch ohne die Einschaltung Paypals gelöst werden, stellt die Anrufung des Käuferschutzes oft das letzte Mittel der Kunden dar, bevor sie sich auf den Weg zum Anwalt machen.

Beliebte Betrugsmasche

Doch auch Betrüger nutzen die Anrufung des Käuferschutzes äußert gerne. Viele Verkäufer beklagen etwa, dass Käufer unter der Behauptung, die Ware nie erhalten zu haben, die Zahlung wieder zurückziehen. Die Verkäufer bleiben mit einem finanziellen Verlust zurück. Bleibt den Kunden nun bis zu einem halben Jahr, um den Käuferschutz anzurufen, besteht natürlich auch länger die Möglichkeit, unberechtigte Forderungen zu stellen.

Ob die Regelung den Kunden langfristig wirklich zugutekommt, muss sich daher zeigen. Während sich die Käufer verständlicherweise freuen, Ware länger als Mangelhaft deklarieren zu können, wird Paypal genau dadurch für die Händler zunehmend zum finanziellen Risiko.

Von Malte Mansholt
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