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Werden das die neuen Facebooks?

Schlaue Köpfe, viele Dollars: Facebook ist nicht das einzige Wunderkind der IT-Branche. Die nächsten Zuckerbergs stehen bereits in den Startlöchern.

Von Christoph Fröhlich

  Im Silicon Valley stehen bereits mehrere Unternehmen in Lauerstellung, um den Erfolg von Facebook zu beerben - oder im Idealfall sogar noch zu übertrumpfen.

Im Silicon Valley stehen bereits mehrere Unternehmen in Lauerstellung, um den Erfolg von Facebook zu beerben - oder im Idealfall sogar noch zu übertrumpfen.

Am Freitag dürften in Menlo Park, Kalifornien, die Champagnerkorken knallen: Wenn Facebook an die Börse geht, ist das Silicon Valley um viele Millionäre und Milliardäre reicher. Ganz vorn dabei sein wird Firmengründer Mark Zuckerberg: Er könnte auf einen Schlag der viertreichste Amerikaner werden - und das mit 28 Jahren.

Doch während die Finanzwelt ihr neues Wunderkind ausgiebig feiert, werkelt das Silicon Valley, das Herz der IT-Welt, bereits am nächsten großen Hit. Während einige Newcomer noch an die Türen der Investoren klopfen müssen, sind andere bereits einige Milliarden wert. stern.de präsentiert einige der aufstrebendsten Technikunternehmen.

Pinterest

Bilder auf einer Online-Pinnwand teilen? Das soll der nächste große Hit werden? Wer daran zweifelt, hat offenbar noch nie etwas von Pinterest gehört. Das Bildernetzwerk verzeichnet mittlerweile rund 10 Millionen aktive Nutzer und ist eine der meistbesuchten Seiten der USA. Das Prinzip ist simpel: Gefällt einem ein Bild im Netz, kann man es an seine eigene Pinnwand heften. Andere User können das Foto kommentieren oder weiterverbreiten, das sogenannte 'repinnen'. Laut dem englischen "Telegraph" sind 83 Prozent der US-Nutzer weiblich. Schon jetzt wird der Wert des Unternehmens auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt. Paul Sciarra, einer der Gründer des Bildernetzwerks, nutzt den Erfolg, um weitere Startups zu Erfolg zu verhelfen. Seine Mitgründer Evan Sharp und Ben Silbermann bleiben der Plattform dagegen erhalten und lenken ab sofort als Duo die Geschicke der Firma.

  Weniger Freunde, weniger Werbung und trotzdem enorm erfolgreich: das soziale Netzwerk Path.

Weniger Freunde, weniger Werbung und trotzdem enorm erfolgreich: das soziale Netzwerk Path.

Path

Path ist im Grunde genommen das Gegenmodell zu Facebook: Hier dürfen Nutzer maximal 150 Freunde haben und Werbefirmen müssen draußen bleiben. Einer der führenden Köpfe hinter dem innovativen Startup ist Dave Morin, ein ehemaliger Facebook-Mitarbeiter. Auch Shawn Fanning, der Gründer der Musiktauschbörse Napster, ist mit an Bord. Schauspieler Ashton Kutcher, der die Nachfolge von Charlie Sheen in der Erfolgsserie "Two And A Half Men" angetreten hat, ist einer der bekanntesten Teilhaber des Unternehmens. Im Februar geriet Path in die Kritik, weil es ungefragt die Adressbücher seiner Nutzer vom iPhone auf die eigenen Server geladen hat. Mittlerweile wurde diese Funktion abgeschaltet. Der Bewertung des noch jungen Unternehmens hat das nicht geschadet: Er liegt bei 250 Millionen Dollar.

  Dateien hochladen und von überall darauf zugreifen: Dropbox ist einer der Vorreiter des Cloud Computing.

Dateien hochladen und von überall darauf zugreifen: Dropbox ist einer der Vorreiter des Cloud Computing.

Dropbox

Der kostenlose Speicherdienst Dropbox ist eines der führenden Unternehmen im Bereich des Cloud-Computing. Damit kann der Nutzer seine Dateien in einer Art virtuellen Ordner ablegen und von jedem Gerät aus darauf zugreifen, egal ob Smartphone, Tablet oder PC. Der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs war bereits im Jahr 2009 von der außerordentlichen Bedeutung von Diensten wie Dropbox überzeugt und wollte das Unternehmen kaufen - vergebens. Anschließend startete Apple seinen eigenen Online-Dienst namens iCloud. Mittlerweile verzeichnet das Startup mehr als 50 Millionen Nutzer. Der Wert der Firma wird auf vier Milliarden Dollar geschätzt, also viermal so viel wie das aufsehenerregende Fotonetzwerk Instagram, das im April von Facebook aufgekauft wurde.

  Die Wissensplattform Quora gibt es bislang nur in englischer Sprache, trotzdem wird sie mit 86 Millionen Dollar bewertet

Die Wissensplattform Quora gibt es bislang nur in englischer Sprache, trotzdem wird sie mit 86 Millionen Dollar bewertet

Quora

Alles wissen - der Traum vieler Menschen erfüllt sich bei der Wissensplattform Quora zumindest teilweise. Der digitale Auskunftsdienst wurde im Juni 2009 von Charlie Cheever und Adam D'Angelo, beide ehemalige Facebook-Mitarbeiter, gegründet. Laut dem Magazin "Fortune" gilt D'Angelo als einer der kreativsten Köpfe der Techbranche. Quoras Ziel ist es, den Nutzern Antworten auf alle Fragen zu geben. Ob die Suche nach dem besten Chiropraktiker in Hamburg, einer Wohnung in Berlin oder Ausgehtipps für das Wochenende in Frankfurt - dank der Beteiligung der Nutzer gibt es für (fast) jedes Problem eine Lösung. Der Wert des Unternehmens wird auf 86 Millionen Dollar geschätzt. Bislang ist der Dienst nur in englischer Sprache verfügbar.

  Bezahlen mit dem Handy: Dank dem viereckigen Adapter von Square kein Problem.

Bezahlen mit dem Handy: Dank dem viereckigen Adapter von Square kein Problem.

Square

Jack Dorsey hat ein Gespür für digitale Trends. Vor wenigen Jahren gründete er den Microbloggingdienst Twitter, jetzt entwickelte er das innovative Bezahlkonzept Square. Worum geht's? Ein kleiner, viereckiger Adapter ("Square") wird in die Kopfhörerbuchse des iPhones gesteckt, durch den anschließend die Kreditkarte gezogen werden kann - fertig ist die Banktransaktion. Dorsey bezeichnet Square bereits als das Ende der herkömmlichen Kasse, mehr als 5 Milliarden Dollar könnten in diesem Jahr mit dem System umgesetzt werden. Das begeistert nicht nur Technikfreaks, sondern auch Investoren - sie beziffern den Wert des Unternehmens auf vier Milliarden Dollar.

  Der Musik-Streamingdienst Spotify wird seit zwei Monaten auch in Deutschland angeboten.

Der Musik-Streamingdienst Spotify wird seit zwei Monaten auch in Deutschland angeboten.

Spotify

Die meisten Menschen werden Spotify als Facebook-Radio kennen, der anzeigt, was die Freunde gerade hören. Der populäre Streamingdienst läuft mittlerweile in 13 Ländern und könnte dieses Jahr seinen 100 Millionsten Nutzer begrüßen. Mehr als drei Millionen User zahlen einen monatlichen Betrag, um werbefrei Musik zu hören. Der Wert des Musikstreamers: rund vier Milliarden Dollar.

  Einchecken, Punkte sammeln, vor Freunden prahlen: Das soziale Netzwerk Foursquare weckt den Sammeltrieb der Nutzer, in dem für bestimmte Erfolge Abzeichen verliehen werden.

Einchecken, Punkte sammeln, vor Freunden prahlen: Das soziale Netzwerk Foursquare weckt den Sammeltrieb der Nutzer, in dem für bestimmte Erfolge Abzeichen verliehen werden.

Foursquare

Facebook, Linkedin, Pinterest, Path - braucht die Welt noch mehr soziale Netzwerke? Anscheinend ja, anders ist der Erfolg des Check-In-Diensts Foursquare nicht zu erklären. Mehr als 20 Millionen Nutzer veröffentlichen regelmäßig dank Handy-GPS-Funktion ihren Ort auf der Plattform, checken in angesagte Bars ein oder informieren ihre Freunde, dass sie gerade im Kino sind. Für jeden Besuch werden Punkte gutgeschrieben, beim Besuch bestimmter Orte können spezielle Abzeichen gesammelt werden. Facebook startete mit seinem Dienst "Places" ein ähnliches Konzept - bisher allerdings nur mäßig erfolgreich. Auch der Wert von Foursquare soll laut Analysten jenseits der Milliardenmarke liegen.

  Die finnische Softwarefirma Rovio landete mit "Angry Birds" ihren größten Hit.

Die finnische Softwarefirma Rovio landete mit "Angry Birds" ihren größten Hit.

Rovio

Das Entwicklerstudio hinter dem Spielehit "Angry Birds" schwebt derzeit auf Wolke Sieben: Die Umsätze steigen unaufhörlich, das Merchandise verkauft sich wie geschnitten Brot, ein Hollywood-Film ist bereits in Planung. Mittlerweile ist "Angry Birds" in diversen Variationen für nahezu alle Tablets und Smartphones verfügbar. Jüngst verkündete das Unternehmen einen weiteren Meilenstein: Mehr als eine Milliarde Mal wurde ein Abenteuer mit den wütenden Vögeln heruntergeladen. Der Wert des Unternehmens wird auf bis zu unglaubliche 5,5 Milliarden Dollar geschätzt.

  Airbnb hat sich auf die Vermittlung von privaten Unterkünften spezialisiert.

Airbnb hat sich auf die Vermittlung von privaten Unterkünften spezialisiert.

Airbnb

Luftmatratze statt Kingsize-Bett, Einbauküche schlägt Hotelrestaurant: Der Community-Marktplatz Airbnb hat sich auf die private Vermittlung von Unterkünften spezialisiert. Mehr als fünf Millionen Übernachtungen wurden nach Angaben des Unternehmens seit der Gründung im Jahr 2008 gebucht. Das lohnt sich auch für die Betreiber: Das Unternehmen wird auf eine Milliarde Dollar geschätzt. Ein schöner Urlaub ist damit auf jeden Fall drin. Auf der Luftmatratze, versteht sich.

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