Der Datenklau bei den Sony-Angeboten Playstation Network und Qriocity lässt die Kunden verwirrt zurück. Was tun? Nicht zu viele Gedanken an Kreditkartendaten verschwenden, sondern sich um die dringenden Probleme kümmern. Ein paar Tipps. Von Ralf Sander

Spielen ist mit der PS3 zurzeit nur offline möglich© Thomas Peter/Reuters
Aus Sonys Onlinediensten Playstation Network und Qriocity sind viele Millionen Datensätze mit Kundeninformationen kopiert worden. Wie groß der Schaden ist, lässt sich zurzeit nicht beziffern. Die existierenden 77 Millionen Nutzerkonten könnten allesamt ausgespäht worden sein. Die Zahl der betroffenen Einzelpersonen ist geringer, weil einige Nutzer mehrere Konten haben. Bei 50 Millionen verkauften Playstation 3, die zum Großteil mit dem PSN verbunden sein dürften, dürfte die Zahl der Betroffenen weltweit irgendwo zwischen 50 und 70 Millionen liegen. Diese Sony-Kunden fragen sich: Was können sie tun, um den möglichen Schaden so gering wie möglich zu halten? Ein paar Tipps.
Die Tatsache, dass auch Kreditkartendaten ausspioniert worden sein könnten, macht vielen besonders große Sorgen. Deshalb soll es zuerst um dieses Thema gehen - obwohl die anderen gestohlenen Daten problematischer sind.
Laut Sony gibt es keine Hinweise, dass überhaupt Kreditkartendaten ausgelesen worden sind. Diese Datenbank sei verschlüsselt gewesen, und es gibt einem Sony-Sprecher zufolge "keine Spuren, die auf einen Einbruch schließen lassen". Hundertprozentig ausschließen könne das Unternehmen allerdings einen solchen Datenklau nicht. Die drei- oder vierstelligen Sicherheitscodes der Kreditkarten hingegen seien definitiv nicht kopiert worden, weil sie an einem anderen Ort gespeichert würden, so Sony.
Update, 29.4.: Offenbar bieten Kriminelle in einschlägigen Internetforen Kreditkartendaten zum Verkauf, die aus dem PSN-Hack stammen sollen.
Sollten bei den PSN-Hack doch Kreditkartendaten gestohlen worden sein, bekommen die betroffenen Nutzer Hilfe von ihrer Bank: "Für etwaige Schäden aus einer möglichen Manipulation im Zusammenhang mit dem Datendiebstahl müssen die Karteninhaber nicht haften", teilt der Zentrale Kreditausschuss (ZA) auf seiner Webseite mit. Im ZA sind die fünf Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft zusammengeschlossen. Die Beweislast, ob eine Abbuchung rechtmäßig ist oder nicht, liegt bei der Bank. Im Zweifel erstatten sie das Geld und zeigen sich wie schon immer bei Kreditkartenbetrug sehr kulant.
Um sich und den Banken Mühe zu ersparen, sollte jeder Nutzer in den kommenden Monaten seine Kontobewegungen genau im Auge behalten. Gestohlene Kreditkartendaten werden auf einem Schwarzmarkt gehandelt und häufig erst längere Zeit nach dem Diebstahl eingesetzt. Auch werden meistens keine allzu großen Beträge abgebucht, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, den Kreditkartenanbieter zu fragen, welche zusätzlichen Sicherheitsfunktionen er anbietet, zum Beispiel Überweisungsquittungen per SMS und zusätzliche Sicherheitsfragen ("SecureCode").
Kommt es zu verdächtigen Abbuchungen, muss natürlich sofort die ausgebende Bank oder das Kreditkarteninstitut informiert werden. Es gibt auch einen weltweiten Notruf, unter dem man jede Art von Karte sperren lassen kann: 116116. Wer seine Karte unbedingt jetzt schon prophylaktisch sperren lassen möchte, muss bei vielen Banken und Sparkassen dafür eine Gebühr bezahlen. Eine Maßnahme, die nicht notwendig erscheint.