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Neue Abmahnwelle bei Popcorn Time: 900 Euro für 45 Sekunden Videostream

Netflix und Co. machen das Streaming von Serien und Filmen einfach wie nie, allerdings gegen monatliche Gebühr. Wer lieber nichts zahlt, muss weiterhin mit dem Schlimmsten rechnen - viele Nutzer von Popcorn Time lernen das gerade auf die harte Tour.

Popcorn Time rüstet gegen Hollywood auf

Popcorn Time sieht aus wie Netflix und Co. - ist aber illegal

Eigentlich leben wir ja in einer hervorragenden Zeit für Film- und Serienfans: Ständig gibt es neuen Stoff, übers Internet bequem auf den Fernseher gestreamt. Früher musste man dafür ins Kino, den Laden oder in die Videothek latschen - oder die Medien illegal herunterladen. Das tun immer noch viele Internet-Nutzer - nur merken sie davon meist gar nichts. Die Folgen sind aber dieselben: teure im Briefkasten.

Die fordern auch aktuell wieder viele Menschen zur Zahlung teils horrender Summen auf, berichtet die "WAZ". Vor allem Benutzer von Popcorn Time werden demnach zur Kasse gebeten. Ein Leser hatte sich etwa bei der Zeitung gemeldet, weil er für das Ansehen von Keanu Reeves' Film "John Wick" zahlen sollte. Ganze 45 Sekunden hatte er nach einer Google-Suche in den Action-Streifen geschaut - jetzt soll er satte 900 Euro auf den Tisch legen.


Darum ist Popcorn Time so gefährlich

Das größte Missverständnis der zahlreichen Abmahn-Opfer: Obwohl sich Time bedient wie eine Streaming-Seite wie Netflix oder die illegalen Varianten wie Kinox.to, ist die Technik dahinter die Gleiche wie bei klassischen Tauschbörsen. Wer sich dort einen Clip anschaut, lädt ihn im Hintergrund auch auf den eigenen Rechner - und bietet ihn dabei auch anderen zum Download an. Die Zuschauer verbreiten die Filme und Serien also illegal, was deutlich strenger verfolgt wird als der reine Konsum urheberrechtlich geschützter Werke. Die Rechteinhaber müssen sich nur in den Download einklinken, die IP-Adressen mitschreiben und können fleißig abmahnen.

Bis zu 30 Anrufe erhalte man jeden Tag zu Abmahnungen wegen Popcorn Time erklärte der Medien-Rechtsanwalt Christian Solmecke der Zeitung. Er rät Betroffenen, sich entweder an eine spezialisierte Kanzlei oder an den Verbraucherschutz zu wenden - und auf keinen Fall nichts zu tun. "Das geht nicht gut", so Solmecke.

So finden Sie Filme und Serien im Netz

Wer gerne Serien oder Filme schaut, ist in der Regel mit einem Abo bei den größten Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime Video oder Sky Online und Maxdome gut bedient. Sucht man bestimmte Inhalte, sollte man sich nicht auf Google verlassen. Dort werden auch illegale Angebote gefunden. Die Seite "Werstreamt.es" verrät, wo es Serien oder Filme als legalen Stream oder Download gibt und was es dort kostet, beziehungsweise ob sie Teil eines Flatrate-Pakets sind. Eine Faustregel gilt allerdings fast immer: Wenn ein Film aktuell noch im Kino läuft, gibt es in der Regel keine legale Variante, ihn im Netz zu schauen. Erst recht keine kostenlose. Und das kann schnell teuer werden.

mma
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