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Das Datenleck, das keins ist

Auf der Facebook-Chronik sollen private Nachrichten öffentlich sichtbar sein, behaupten viele Nutzer. Der Konzern dementiert das. Doch können sich Tausende User irren? Sie können.

Von Christoph Fröhlich

  Seit einigen Tagen geistern Berichte über öffentlich einsehbare Privatnachrichte in der Facebook-Chronik herum. Doch Technikexperten halten das für einen Irrglauben.

Seit einigen Tagen geistern Berichte über öffentlich einsehbare Privatnachrichte in der Facebook-Chronik herum. Doch Technikexperten halten das für einen Irrglauben.

Große Aufregung um Facebook: Immer mehr Nutzer behaupten, dass auf ihrer Facebook-Chronik plötzlich Privatnachrichten auftauchen, die zudem öffentlich einsehbar sind. Vor allem Mitteilungen aus den Jahren 2007 bis 2009 sollen seit Kurzem durch die Profile der Nutzer schwirren. Kurz nach Bekanntwerden der angeblichen Datenlücke geisterten Screenshots durchs Netz, die scheinbar persönliche Mitteilungen von Freunden in der Chronik zeigen.

Anfang der Woche hatte die französische Regierung sogar Facebook-Manager in die zuständige Behörde kommen lassen, um zu erklären, wie private Nachrichten von Nutzern des sozialen Netzwerks in der Chronik auftauchen und somit einer breiten Öffentlichkeit im Internet zugänglich gemacht werden konnten. Ein Facebook-Sprecher wies jegliche Fehler im Sicherheitssystem zurück, bestätigte aber, dass alte Daten erschienen seien, wo sie eigentlich nicht hätten veröffentlicht werden dürfen.

Statt nur für die Freunde seien einige Pinnwandeinträge als öffentlich markiert gewesen. Diese seien aber auf keinen Fall privater Natur gewesen, stellte Facebook klar. Ein eindeutiger Beweis, dass es sich bei den Einträgen auf der neuen Pinnwand wirklich um persönliche Nachrichten handelt, fehlt bislang.

"Unsere Entwickler sind diesen Meldungen nachgegangen und haben herausgefunden, dass es sich bei den Posts um ältere Pinnwand-Einträge handelt", erklärt das Unternehmen stern.de. "Diese waren die ganze Zeit auf den Profilseiten der Nutzer sichtbar." Tina Kulow, Facebook-Pressesprecherin in Deutschland, betont: "Private Nachrichten sind privat." Eine Verletzung der Privatsphäre habe es definitiv nicht gegeben.

Viel Ärger um nichts

Kann das sein? Sind die angeblich privaten Nachrichten in Wirklichkeit seit Jahren auf der Pinnwand der Nutzer zu sehen und jetzt nur wieder ans Tageslicht gekommen? Viele Nutzer und IT-Portale glaubten den Erklärungen von Facebook zunächst nicht, zu oft hatte das Unternehmen mit umstrittenen Neuerungen wie der Chronik, der Einführung einer Zwangs-Mail-Adresse oder Gesichtserkennungsdiensten für Diskussionen gesorgt, ohne sich für die Bedenken der Nutzer und Datenschützer zu interessieren.

Doch nach anfänglicher Skepsis scheinen immer mehr Technikexperten Facebook Recht zu geben. Auch Josh Constine, Facebook-Spezialist der renommierten Technikseite "techcrunch.com", ist sich sicher: Es gibt kein Datenleck. Die privaten Nachrichten seien schon immer auf der Pinnwand vorhanden gewesen, sie waren durch das alte Layout nur wesentlich schwerer zu finden.

Das Problem mit der Pinnwand

"Die Menschen haben Facebook 2007 ganz anders genutzt als heute. Es gab damals keine Kommentar- und 'Gefällt mir'-Funktion. Es wurde viel öfter an die Pinnwand eines Freundes gepostet", sagt Facebook-Sprecherin Kulow. Viele Features wurden erst nach und nach in das soziale Netzwerk eingebaut, der blau-weiße "Like"-Button, der zum Symbol von Facebook wurde, feierte erst im Februar 2009 seine Premiere.

Durch ständige Veränderungen und wenig Transparenz seitens Facebook erlagen einige Nutzer möglicherweise dem Irrglauben, sie hätten private Nachrichten verschickt, in Wirklichkeit erstellten sie aber Pinnwandeinträge. Einige User wussten zudem offenbar nicht, dass Pinnwandeinträge auch für andere Nutzer sichtbar sind und wiegten sich so in falscher Sicherheit.

Technisch unmöglich

Behauptungen, dass Facebook private Nachrichten öffentlich macht, gab es bereits im vergangenen Jahr. Nach eingehender Überprüfung erwiesen sich die Vorwürfe aber als falsch. Auch der ansonsten kritische Facebook-Blog "allfacebook.de" teilt die Ansicht des Unternehmens und stellt klar: "Nein! Es gibt keine persönlichen Nachrichten auf der Facebook Pinnwand!"

Auch technisch sei der Fehler ausgeschlossen, erklärt Fred Wollen von Facebook. Da die Datenbanken für private Nachrichten und für Pinnwandeinträge auf zwei verschiedenen Systemen laufen, die zudem in zwei völlig verschiedenen Programmiersprachen entwickelt wurden, sei solch ein Fehler ausgeschlossen, behauptet der Mitarbeiter. Allerdings lässt sich diese Aussage nicht überprüfen.

So bleibt Privates privat

Doch allmählich scheinen sich die Gemüter wieder zu beruhigen: Viele User konnten mit einem genauen Blick in das Aktivitätenprotokoll feststellen, wann wem eine Nachricht auf die Pinnwand geschrieben wurde - und so lösten sich viele Vorwürfe in Luft auf+.

Hier gibt es eine Anleitung, wie Sie ihre Chronik vor fremden Augen schützen. Einen stern-Ratgeber zum richtign Umgang mit privaten Daten finden Sie hier.

mit Reuters

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