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Wie schütze ich meine Facebook-Daten?

Datenschützer kritisieren, dass Facebook zu leichtfertig mit der Privatsphäre der Nutzer umgeht. Damit die persönlichen Daten sicher sind, muss der Nutzer selbst ran. stern.de zeigt, wie.

Von Gerd Blank

Facebook gerät zunehmend in die Kritik, da das amerikanische Online-Netzwerk angeblich freizügig mit privaten Daten umgeht. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und die Verbraucherzentralen warnen sogar davor, #link;www.stern.de/digital/online/facebook-account-loeschen-wie-sie-mark-zuckerberg-den-ruecken-kehren-1781802.html;Facebook# zu nutzen.

In der Tat findet man auf Facebook alle möglichen Einstellungen für das eigene Profil. Doch welche Funktion einzelne Einstellungen haben, ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Einige wichtige Einstellungsmöglichkeiten sind zudem tief im Angebot versteckt. Und obwohl die AGB tatsächlich Auskunft darüber geben, was Facebook mit den Daten anstellt, ist es für den Otto-Normal-Nutzer nicht immer verständlich, was genau passiert.

Mehr als 400 Millionen Menschen sind weltweit bereits bei Facebook registriert, täglich werden es mehr. So wächst der soziale Druck, selbst ein Teil der größten Online-Gemeinschaft zu werden. Tatsächlich bietet das Netzwerk in der Kommunikation viele Vorteile. Und man muss sich nicht zum gläsernen Mitglied machen, um diese Vorteile zu nutzen.

stern.de zeigt, mit welchen Einstellungen die Privatsphäre geschützt, der unerwünschte Bilderaustausch gestoppt und der Chef am Mitlesen gehindert wird.

Wie sind die Facebook-Grundeinstellungen?

Wer ein eigenes Profil bei Facebook einrichtet, muss auch persönliche Daten angeben. So verlangt Facebook, dass sich jeder Nutzer mit seinem echten Namen anmeldet - auch wenn diese Infos nicht überprüft werden. Das soziale Netzwerk hat ein paar Filter eingerichtet, die nach verdächtigen oder offensichtlich falschen Namen suchen und die entsprechenden Konten automatisch sperren. Ein neues Facebook-Konto lässt sich, wenn keine weiteren Einstellungen vorgenommen werden, von allen anderen Facebook-Nutzern auffinden, aber auch per Google und anderen Suchmaschinen. Wer nicht per Suchmaschine gefunden werden will, sollte darauf achten, dass der entsprechende Haken bei "Öffentliche Suchergebnisse" nicht gesetzt ist.

Was lässt sich vor fremden Blicken verbergen?

Der erste Gang bei Facebook sollte unbedingt zu den Privatsphäre-Einstellungen führen. Hier lässt sich einstellen, wer welche Profilinhalte sehen kann. Wer sich bei einigen Einstellungsmöglichkeiten nicht sicher ist, sollte sich vorsorglich dafür entscheiden, erst einmal keinen anderen mitlesen zu lassen. Das geht ganz einfach. Wer beispielsweise seinen Geburtstag verheimlichen möchte, klickt rechts neben diesem Menüpunkt auf die Auswahlmöglichkeit. Hier lässt sich "Alle", "Freunde von Freunden", "Nur Freunde" und "Benutzerdefiniert" auswählen. Nach der Auswahl "Benutzerdefiniert" lässt sich unter der Überschrift "Dies ist sichtbar für" der Personenkreis "nur ich" einstellen. Sie haben auch die Möglichkeit, nur einzelne Personen aus der Freundesliste von diesen Informationen auszuschließen. Natürlich kann man auch "Nur Freunde" anklicken. Allerdings sollte man bedenken, dass Facebook-Freunde nicht unbedingt den echten Freundeskreis widerspiegeln, sondern dass sich dieser möglicherweise auch aus Bekannten, Arbeitskollegen, Nachbarn und Vorgesetzten zusammensetzt. Die Information über das eigene Geburtsdatum ist wahrscheinlich noch unkritisch, aber sollen wirklich alle "Freunde" jedes Mal mitbekommen, wenn bei Facebook "Gefällt mir" angeklickt wurde? Nehmen Sie sich ruhig Zeit für die Einstellungen. Und keine Angst, Sie können diese jederzeit verändern.

Bleiben Privatfotos privat?

Auch Fotos lassen sich vor ungewünschten Blicken schützen. Einfach ins jeweilige Fotoalbum und dann auf den Link "Fotos bearbeiten" klicken. Unter dem Punkt "Info bearbeiten" lassen sich die Privatsphäre-Einstellungen für die Fotoalben verändern. Allerdings schützen diese Einstellungen nicht davor, dass andere Facebook-Mitglieder Fotos hochladen, auf denen Sie abgebildet sind. Sie können sich aber von Facebook über entsprechende Fotos informieren lassen. Allerdings funktioniert dies nur, wenn Sie auf diesen Bildern namentlich gekennzeichnet wurden. Es ist sinnvoll, bei der Veröffentlichung von Fotos sehr vorsichtig zu sein, und das hat nicht nur etwas mit Bildrechten zu tun. Inzwischen ist es üblich, dass Unternehmen das Internet nach Informationen über Bewerber durchforsten. Wer seine Partybilder bei Facebook frei zugänglich macht, sollte sich nicht über Absagen wundern.

Welche Aktivitäten sind sichtbar?

Eine beliebte Art der Facebook-Nutzung ist es, per Statusmeldung mitzuteilen, was man gerade macht. So erfährt man, ob die Facebook-Freunde gerade im Wartezimmer sitzen, aus der Sauna kommen, sich mit Freunden treffen oder auf Reisen sind. Es gibt sogar inzwischen Services wie Foursquare, die automatisch an Facebook übermitteln, wo man sich gerade befindet. Auch merkt sich Facebook, welchen Gruppen man beigetreten ist, von welchen Sites man Fan wurde und in welchem Spiel man auf Highscore-Jagd war. Alle diese Puzzleteile ergeben ein rundes Bild vom Nutzer und verraten, was er mag und womit er seine Zeit verbringt. Diese Informationen sind bares Geld wert. Facebook ist kein gemeinnütziger Verein, sondern ein gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen. Je mehr das Netzwerk über die Nutzer erfährt, desto besser lässt sich dieser Nutzer als klickender Werbeträger vermarkten. Ist man zum Beispiel einer Laufgruppe beigetreten, ist man vielleicht ein ideales Ziel für die Anzeigenkampagne eines Sportartikelherstellers. Wer keine personalisierte Werbung wünscht, sollte die Sichtbarkeit seiner Facebook-Aktivitäten einschränken.

Wer sieht was?

Was kann mein Chef sehen, wenn er mein Facebook-Profil aufruft? Die Privatsphäre-Einstellungen müssen nicht blind vorgenommen werden. Ein Knopfdruck auf "Vorschau für mein Profil" zeigt, wie der persönliche Auftritt aussieht. Es lässt sich sogar überprüfen, was einzelne Freunde sehen können, denn möglicherweise hat nicht jeder Facebook-Freund dieselben Privilegien. Hierfür wird einfach der Name des jeweiligen Freundes in das entsprechende Feld am oberen Rand der Seite eingegeben. Mehr Informationen gibt Facebook auf seinen Hilfeseiten.

Wie schütze ich meine Pinnwand?

Jeder Nutzer von Facebook hat eine eigene Pinnwand, auf der Freunde eine Nachricht hinterlassen können. Und das kann, wie im wahren Leben, auch schnell ausarten. Denn jeder Beitrag kann wiederum von Freunden kommentiert werden. Um zu verhindern, dass die Pinnwand wie ein mit Filzstiften beschmiertes öffentliches Klo aussieht, kann man diese Möglichkeit gezielt ausschalten.

Wie werde ich informiert?

Machen Sie Facebook zur Petze. Sie wurden auf einem Foto markiert? Irgendjemand hat Ihren Namen auf Facebook verlinkt? Einer Ihrer Beiträge wurde kommentiert? Sie können sich aus einer Vielzahl von Benachrichtigungen die passenden zusammenstellen.

Sind Facebook-Anwendungen gefährlich?

Facebook lebt nicht von Statusmeldungen und Kommunikation allein. Inzwischen gibt es unzählige Anwendungen, Spiele und Wissenstests, die entweder direkt per Facebook genutzt werden, oder die sich von anderen Seiten oder per Smartphone mit Facebook vernetzen. Ob man in "Farmville" seinen virtuellen Garten pflegt oder eine digitale Glücksnuss knackt, ob der Playstation-Highscore oder ein Twitter-Beitrag direkt an Facebook übermittelt werden - für unzählige digitale Aktivitäten gibt es passende Anwendungen. Leider ist die Nutzung vieler Anwendungen nicht immer unkritisch. Oft genügt eine einmalige Nutzung, damit alle Freunde automatisch eingeladen werden, ebenfalls mitzumachen. Verbindungen zu anderen Diensten via Facebook bleiben so lange aktiv, bis man diese selbst wieder kappt. Hat man, nur um es einmal auszuprobieren, seine Playstation übers Internet mit Facebook verbunden, wird per Statusmeldung automatisch veröffentlicht, wann und in welchem Spiel eine Trophäe gewonnen wurde. Aber vielleicht möchte man aus vielerlei Gründen nicht, dass die Freunde davon erfahren. Hier hilft es, regelmäßig die aktivierten Anwendungen zu überprüfen und bei Bedarf zu entfernen.

Kann Werbung ausgeblendet werden?

Facebook finanziert das kostenlose Angebot durch die Einblendung von Anzeigen. Daher lässt sich Werbung natürlich nicht komplett verbannen, allerdings immerhin stark einschränken. Wer unter dem Menüpunkt "Mein Konto" auf "Facebook-Werbeanzeigen" klickt, bekommt zuerst einen Hinweis mit der Überschrift "Entlarvung der Gerüchte über Fotos in Werbeanzeigen". Dort heißt es, "Facebook-Werbeanzeigen können dein Profilbild und deinen Namen zusammen mit umfeldorientierten Handlungen enthalten, die du auf Facebook durchgeführt hast (z.B. wenn du ein Fan einer Seite geworden bist)". Ist man also beispielsweise bei Facebook Fan eines Restaurants geworden, kann dieses Gasthaus in den Profilen der Freunde mit dieser Information werben. Wer nicht als Werbeträger dienen möchte, kann diese Funktion ausschalten. Bei den beiden Auswahlfeldern "Werbeanzeigen auf Plattformseiten gestatten, meine Informationen folgenden Personen zu zeigen" und "Mache meine umfeldorientierten Handlungen in Facebook-Werbeanzeigen für die folgenden Personen sichtbar" einfach "Niemand" auswählen.

Wie lösche ich das Facebook-Konto?

Wer Facebook nicht mehr nutzen möchte, kann sein Konto in den Einstellungen deaktivieren. Damit sind alle Profildaten für Freunde und Fremde nicht mehr erreichbar. Allerdings lässt sich dieser Vorgang auch wieder rückgängig machen, wodurch auch alle Einträge und hochgeladenen Bilder wieder zur Verfügung stehen. Wer sich sicher ist, Facebook nicht mehr nutzen zu wollen, kann sein Konto auch komplett löschen.

Wie hilft Facebook?

Alle Informationen über Privatsphäre und Kontoeinstellungen findet man auch auf den Hilfeseiten von Facebook.

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