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14. Juli 2009, 13:49 Uhr

Petition schafft die 50.000er-Hürde

Die Online-Petition gegen das geplante Verbot von "Killerspielen" ist innerhalb von sieben Tagen von mehr als 50.000 Bürgern unterzeichnet worden. Das bedeutet: Das Thema muss vor den Petitionsausschuss des Bundestages.

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Das Thema "Killerspiele" kommt vor den Petitionsausschuss des Bundestags© Michael Sohn/AP

Die Online-Petition gegen das von den Innenministern der Länder angestrebte umfassende Herstellungs- und Verbreitungsverbot von "Killerspielen" hat nach nur einer Woche die entscheidende Schwelle von 50.000 Unterzeichnern genommen. (Stand 14.07., 13.40 Uhr: 52.000 Mitzeichner.) Nun muss sich der Petitionsausschuss des Bundestags nach Ablauf der Unterzeichnungs-Frist in einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema befassen. Aufgabe des Ausschusses ist es unter anderem, Gesetze auf Anregung von Bürgern zu überprüfen und gegebenenfalls Verbesserungen vorzuschlagen.

Auslöser für die Computerspiel-Petition ist eine gemeinsame Entscheidung der Innenminister von Bund und Ländern nach dem Amoklauf von Winnenden. Sie hatten sich geeinigt, ein "schnellstmögliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot" anzustreben für Video- und Computerspiele, "bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen" ausmache. In der Petition wird der Bundestag aufgefordert, gegen die Innenministerkonferenz zu entscheiden. Ein solches Verbot sei ein Akt der Zensur, heißt es unter anderem im Text der Petition.

Eingereicht wurde Petition von Peter Schleußer. Als so genannter Hauptpetent wird er das Anliegen der Petition in einer Rede vor dem Ausschuss vortragen dürfen. In einem Interview mit dem IT-Onlinemagazin "Golem.de" erklärte Schleußer, dass er noch keinen Entwurf für seinen Redebeitrag habe: " Es ist nicht so leicht, in zehn Minuten alles zu sagen was wichtig ist - und ganz besonders, es so zu sagen, dass es Politiker verstehen." Er erhalte aber viel Unterstützung von außen, so Schleußer weiter: "Ich hab mehr Lampenfieber davor, die Rede vorzutragen."

Noch bis 19. August können Befürworter der Petition diese auf dem unterzeichnen.

san
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Evil-King (16.07.2009, 09:27 Uhr)
Böse böse Killerspiele!!!
Ich frag mich, warum z.B. Moorhuhn als Fungame gewertet wird, obwohl man mit ner Schrotflinte auf unschuldige Tiere schiesst und alles wo man auf Menschen (Soldaten!!!) schiesst gleich nen Killerspiel is... Wenn ich es mal so betrachte: Der Mensch ist das einzige Lebewesen, dass sich aus minderen Zielen gegenseitig bekämpft. Der Mensch hat es verdient, als Zielscheibe in solchen Spielen zu dienen. Zudem, wie schon gesagt, sind die Charaktere und Gegner, meistens Soldaten o.ä. Warum sind dann unsere BW-Kollegen in Afghanistan keine Killer sondern Truppenteile?
Es is totaler Bullshit, jegliche Gewalt auf Computerspiele zu schieben. Man braucht sich nur mal die Zahl der regelmässig spielenden Menschen anschauen. Und dazu die Zahlen der Amokläufer der letzten Jahre. Wieviele Nullen nach dem Komma beschreiben dann die prozentuale Häufigkeit von Amokläufen durch Computerspieler...
Es ist peinlich zu sehen, wie Eltern und Staat ihr eigenes Versagen von sich weisen und mit lächerlichen Argumenten einen Schuldigen bestimmen.
Eltern sind zuständig für den Inhalt der Spiele, für die Zeit ihrer Wänster vomr Rechner usw. Der Staat is dafür zuständig, dass Altersbestimmungen eingehalten werden! Gute Einnahmequelle bei Verstößen der Verkäufer übrigens ;-)
Zudem braucht man sich nurmal das Durchschnittsalter der Gamer anschauen. Dieses liegt immerhin fast bei 30!!! Kurioserweise gingen die meisten Amokläufer noch zur Schule. Und die läuft bekanntermaßen nicht bis 30 ;-)
Zum Thema Blut, Gedärme, abgerissene Gliedmaßen: Sowas braucht keiner!!! Klar, bissl Blut is schon realistischer. Aber wer sich an zerfetzten Leichen ergötzt und diese unbedingt braucht im Spiel, der hat dann wirklich schon einen an der Waffel.
Im Übrigen möchte ich mit 27 schon selbst entscheiden dürfen, welche Spiele ich spielen möchte!!!
cosmo_kramer (16.07.2009, 01:31 Uhr)
Solange
ein 13-jähriger in den Laden gehen kann, und sich FSK18 Spiele oder aber auch Alkohol und Zigaretten kaufen kann, ohne dass der Ladenbesitzer dafür bestraft wird, bringen Verbote gar nichts!
Gigno (15.07.2009, 15:10 Uhr)
@undjetztnochder
Der Mensch an sich braucht zum leben nur Nahrung und Unterschlupf, alles andere ist überflüssig und könnte nach ihrer Frage hin doch auch verboten werden.
Weiter frage ich Sie mal, was der Unterschied zwischen Mensch und Tier ist? Antwort: Es gibt keinen, das ist die Illusion der Menschen, zu glauben, ihnen gehöre die Erde und alles, was darauf lebt, wäre weniger wert. Wenn sie trotzdem der Meinung sind, dass Tiere weniger wert sind als Menschen, dann finde ich das extrem traurig und wesentlich schlimmer als jeder Ego-Shooter!!!
sprotte666 (15.07.2009, 14:09 Uhr)
@undjetztnochder
Klar, dem ganzen kann man skeptisch gegenüberstehen. das kann ich auch verstehen. insofern man dann aber auch auf jegliche art von aktion und krimi filmen verzichtet. die sind im grunde nichts anderes. und natürlich, wenn es nur um geschicklichkeit geht kann man auch auf tontauben schiessen. aber es ist doch nun einmal so das erwachsene, seien es männer oder frauen nuneinmal auf aktion stehen. in saw sieht man auch wie ein man in einer maschiene steht die ihm die knochen bricht. das ist dann aber alles ok und gild als kunst.
spiele sind im grunde nichts anderes als filme nur das man selbst der held ist.
und noch etwas. in welchen spielen gibt es denn bitte offene wunden, und am boden ausblutende menschen. solche spiele sind in deutschland ohnehin verboten.
wir haben schon den heftigsten jugendschutz, in anderen ländern lacht man bereits über uns.
das einzige problem ist das die verkäufer zu selten aufs alter schauen und wenn doch kauft der große bruder. dem muss man dann aktiv mit strafen entgegenwirken. aaber man kann einem erwachsenen nicht verbieten seine aktion spiele filme und bücher zu spielen/sehen/lesen nur weil der bund es nicht packt dafür zu sorgen das jüngere leute nicht dran kommen.
und an den aktuellen konsolen gibt es bereits kindersicherungen. das problem ist nur das die eltern sich einen dreck darum scheren was ihre kinder zocken
sportartmakler (15.07.2009, 12:04 Uhr)
@undjetztnochder
warum solche spiele "gebraucht" werden hat astsaft schön auf den punkt gebracht. ihre beschreibung des brutalen tötens trifft im übrigen nur auf eine kleine anzahl von egoshootern zu. unsere lieben politiker hätten aber gern alles verbannt was mit dem tötungsziel von menschen verbunden ist, auch wenn dieses "harmlos" dargestellt wird. zur prüfung dieses sachverhalts haben wir bereits eine usk. also geht es ausschließlich um bevormundung von erwachsenen und blindem polit. aktionismus.
Astsaft (15.07.2009, 11:24 Uhr)
@undjetztnochder
Sie fragen, warum wir diese Spiele brauchen. Gut, dann stelle ich Ihnen zuerst mal zwei Gegenfragen:
1. Was brauchen wir denn schon wirklich? Brauchen Sie z.B. die Auswahl zwischen 30 verschiedenen Waschmitteln, die alle Buntwäsche waschen? Warum gibt es Milch von x-verschiedenen Anbietern? Warum gibt es Motorräder, wo doch Autos so viel sicherer sind? Warum haben Autos Klimaanlagen? All das sind Dinge, die wir nicht wirklich brauchen, die es aber trotzdem gibt, weil "der Markt" diese Dinge angeblich fordert.
2. Was ist gefährlicher: Ein Ego-Shooter, bei dem der getroffene sich einfach auf den Boden sitzt, traurig vor sich hin starrt und nicht mehr mitspielt oder ein Ego-Shooter, in dem genau das passiert, was auch in echt passieren würde, wenn man auf einen Menschen schießt. Nämlich das Blut spritzt, das die Person physikalisch korrekt umgeworfen wird, dass sie jammernd auf dem Boden liegt und sich vor Schmerzen windet, dass die Beine ab sind und nur noch blute Stümpfe überbleiben, nachdem die Figur auf eine Landmine getreten ist und so weiter.
Klar, letzteres ist grausamer aber es entspricht der Realität. Das passiert auch in echt so, wenn ich Waffen gegen meine Mitmenschen einsetze. Ich halte es daher für viel gefährlicher, wenn ein Spiel Gewalt verharmlost!! Würde es nur Ego-Shooter geben, wie ich sie zuerst beschrieben habe und wären diese Spiele wirklich mit eine Ursache für Amokläufe, könnte man dann nicht auch argumentieren, dass der Täter den Amoklauf eventuell eher nicht gestartet hätte, wenn er gewußt hätte, dass die Menschen nach dem Erschießen womöglich leiden oder gar tot sind?
Sie sehen: So einfach ist das ganze nicht.
undjetztnochder (15.07.2009, 10:11 Uhr)
Kann mir einer mal erklären,
was eigentlich für Killerspiele spricht?
Damit wir uns richtig verstehen: Killerspiele, für mich sind das Mattscheiben-Spiele, wo man auf relativ realistisch wirkende Menschen (-ähnliche Wesen) schießt (oder sie mit anderen Waffen angreift, und sei es mit den bloßen Fäusten), wo die Wirkung dieses Angriffs teilweise richtig übel realistisch dargestellt wird, mit offenen Wunden, Blutspritzen und wo die Opfer hinterher "tot" und / oder blutend am Boden liegen. Defintion Ende.
Wer braucht so etwas? Wofür soll das gut sein? - Also wenn es um Geschicklichkeit geht, kann man doch auch auf Tontauben oder meinetwegen auch auf animierte Tiere schießen (obwohl ich das auch schon grenzwertig finde), aber auf Menschen? Wie krank ist das denn? Und solche Spiele werden dann von Kindern oder Jugendlichen gespielt. Aber auch wenn sogenannte Erwachsene solche Spiele toll finden oder irgendeine Form von Freude über das Töten in sich spüren, empfehle ich den gelegentlichen Gang zum Psychiater.
Ich bin gespannt auf die Antworten!
Vincent_Vega (15.07.2009, 09:47 Uhr)
Das Verbot wird ein Witz...
denn:
"American Army", ein Online-Ego-Shooter, der auch das Ziel hat, junge Leute für die US Army zu begeistern, kann man im Internet runterladen. Andere Ego-Shooter ebenso; oder eben einfach nur Online spielen, ohne dass man das Spiel auf seiner Festplatte installiert.
Wo man das runterladen oder online spielen kann? Aus dem WORLD-WIDE-WEB, also weltweit.
Das Gesetz könnte nur effektiv sein, wenn wir eine Zensur anbringen, wie das in China möglich ist. Dann mal schön gute Nacht freie Welt.
_____________
Die "Amok"läufe waren Taten von Einzeltätern, die vorher kaum oder nur in bestimmten Foren auffällig waren. Sollen wir etwa eine Gehiernüberwachung bei unseren Jugendlichen einbauen lassen?
Die Opfer der Amokläufe tun mir auch sehr leid: junge Leute, die eigentlich am Anfang ihres Lebens standen oder Leute die noch mittendrin standen und Angehörige haben. Aber ein Verbot dieser sogenannten Killerspiele bringt glaube ich gar nichts. Erst recht nicht dieser Softball-Spiele, bei denen eigentlich Teamgeist gfeffördert wird und die jungen Leute in einer Gemeinschaft eingebettet sind.
Buntklecks (14.07.2009, 22:57 Uhr)
Amokläufe starten in den Schulen
Diese Bundesregierung ist resistent gegen derartige Petitionen besonders wenn es das böse Internet betrifft.
Lernfähigkeit ist ebenso nicht vorhanden.
Ist es nicht auffällig genug das so mancher Amoklauf in der Schule beginnt?
Hier wird der Frust produziert, hier findet sich der Tropfen der das Fass zu überlaufen bringt.
Solange aber Schulen sich nicht auf die Schüler einstellen können, solange wird man auch die Tragödien mitzuverantworten haben.
In diesem Fall, Winnenden, war es ein ehemaliger Schüler, der innere Zorn hatte sich so in ihn hineingefressen das ihm die Schule nach wie vor erdrückte, selbst ein Jahr danach.
Aber das wird ignoriert, sonst müsste man ja Fehler im System zugeben, was bekanntlich nicht sein darf.
Mobat (14.07.2009, 17:41 Uhr)
Ganz baff
Und jetzt hole ich mal wieder die Sarkasmuskeule heraus:
SPIELE? Verbieten? Sollten wir nicht eher mal seriöse Ursachenforschung betreiben? Warum mehrere Jugendliche, mich nachträglich NACHWEISBAREN sozialen Problemen zur Knarre greifen (zu einer echten wohlgemerkt - keine Pixelwumme) greifen, tausende anderer Spieler aber keinem was getan haben? Sollte uns das zu denken geben?
Und weiterhin - haben Sie sich schon mal gefragt, was die bunten Markierungen mit Altersangaben der USK auf der Packungen bedeuten? Und haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie die "ab 18" Sachen erst auf Nachfrage erhalten können? Sollen wir alles "ab 18" verbieten? Das wäre meiner Meinung nach mit manchen Dingen gar nicht so schlimm - dummerweise leben wir aber in einer Demokratie, in der jeder das Recht auf Persönlichkeitsentfaltung hat (sofern er dasbei nicht die Persönlichkeit anderer verletzt oder einschränkt).
Einfältige Polemiker, die von der Materie keine Ahnung haben und mit der Rechtslage nicht vertraut sind - die schränken meine Rechte ein und bevormunden mich. Gehören Sie dazu?
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