12. Oktober 2007, 11:38 Uhr

Neuer Schlag gegen Kinderpornografie

In Frankreich und im Saarland sind der Polizei zwei Schläge gegen die Kinderpornoszene gelungen. Über 130 Personen wurden festgenommen, weit mehr als eine Millionen Fotos, Tausende Videos sowie viele Computer wurden sichergestellt.

Es sind noch längst nicht alle Datenträger der Verdächtigen untersucht wurden©

Beim bisher größten Schlag gegen Kinderpornografie in Frankreich hat die französische Polizei 132 Verdächtige in 78 Départements festgenommen und mehr als 1,4 Millionen Fotos und Videos beschlagnahmt. Die Täter im Alter von 19 bis 70 Jahren kämen aus allen Einkommens- und Bildungsschichten und hätten Kinderpornos aus dem Internet gezogen, erklärte die Gendarmerie in Paris. Insgesamt wurden fast 10.000 Nutzer festgestellt. Die Ermittlungen waren nach einer Anzeige italienischer Kinderschützer in Gang gekommen.

Für die "Operation Regenbogen" waren seit Montag rund 300 Polizisten und Gendarmen im Einsatz. "Die acht Monate langen Ermittlungen der Cybergendarmen auf einem französischen Server zeigen, dass diese homopädopornografischen Bilder mehr als 21.000 Mal heruntergeladen wurden", erklärte die Gendarmerie. "Von ihnen wurden 310 französische Internauten (Internet-Nutzer) mit Hilfe der Software 'Marina' formell identifiziert." Bei 24 Internetnutzern erwies sich der Verdacht als falsch. "Marina" wurde vom Forschungsinstitut IRCGN der Gendarmerie zur extrem schnellen Entdeckung von Kinderpornos im Internet entwickelt.

Rund 1,4 Millionen eindeutige Fotos und 27.000 Videos wurden beschlagnahmt. Die Fahnder stellten zudem zahlreiche Festplatten, Speicherstifte und andere Datenträger sicher, um sie auf weitere Kinderpornos zu untersuchen. Viele Täter gestanden unter der Last der Indizien. Unter den Festgenommenen ist auch ein Wiederholungstäter, der bereit zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden war. Zwei andere wurden von Bekannten des Kindermissbrauchs bezichtigt. Ein Mann wurde wegen sexuellen Missbrauchs einer 15-Jährigen verhaftet. Er hatte das Mädchen missbraucht und die Bilder ins Internet gestellt. Der Mann gilt als Schlüsselfigur der Ermittlungen.

Razzia auch in Saarbrücken

Bei einer groß angelegten Aktion gegen Kinderpornografie hat die saarländische Polizei in den vergangenen drei Tagen 110 Wohnungen durchsucht und dabei zahlreiche Computer und Datenträger beschlagnahmt. Einen entsprechenden Bericht der "Saarbrücker Zeitung" vom Freitag bestätigte der Sprecher der Saarbrücker Staatsanwaltschaft, Raimund Weyand. Demnach stellten die Beamten 160 Heimcomputer, 52 Notebooks, mehr als 7000 DVDs und CDs, 200 Speicherkarten und 100 externe Festplatten sicher.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
2rixakatze (12.10.2007, 18:12 Uhr)
krank und hohl
Wie krank und hohl muss man sein, um sich an Kindern zu vergreifen, sie zu quälen und zu zerstören für den langen Rest ihres Lebens. Diese Sinnlosigkeit und Rausamkeit ist nicht zu beschreiben.
Und wie krank und hohl muss man sein, um solche unsäglichen, dummgeilen Kommentare abzusondern.
Necros (12.10.2007, 13:19 Uhr)
Kult-CD
Man lernt immer was dazu. ie haben also CDs, auf denen "Kinderporno" steht. Ich dachte immer, die PErversen tragen T-Shirts mit entsprechendem Aufdruck :-)...
AdmiralCrunch (12.10.2007, 12:31 Uhr)
lol
wie geil ist denn bitte das bild mit der cd .. ^^
braucht der stern zufällig neue mitarbeiter ??
MEHR ZUM ARTIKEL
Merseburger Oberbürgermeister Rücktritt wegen Kinderpornografie

Auf dem Rechner des Merseburger Oberbürgermeisters wurde kinderpornografisches Material gefunden. Seither ist er krankgeschrieben und erklärte jetzt in einem Fax seinen sofortigen Rücktritt. Ein Disziplinarverfahren wurde eingeleitet.

Großbritannien Kinderporno-Ring zerschlagen

Zehn Monate lang wurde ermittelt. Nun hat die britische Polizei zusammen mit Behörden aus 35 Ländern einen Kinderpornoring ausgehoben. Rund 700 Verdächtige hatten sich übers Netz Bilder heruntergeladen, 200 davon allein aus Großbritannien.

Kinderpornos in "Second Life" Die Spur führt nach Bremen

Die Bremer Staatsanwaltschaft hat einen Verdächtigen verhaften lassen, der in der Onlinewelt "Second Life" mit Kinderpornos gehandelt haben soll. Es handele sich um den durch einen Bericht von "Report Mainz" bekannt gewordenen Fall.

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?