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30. September 2003, 17:46 Uhr

Dateitauscher zahlen hohe Geldbußen

Die ersten 52 von bislang 261 von der US-Musikindustrie verklagten Nutzer von Internet-Tauschbörsen haben sich zur Zahlung von hohen Geldbußen bereit erklärt.

Ein amerikanischer Student lädt Musik über die inzwischen geschlossene Datentauschbörse Napster© Getty Images/Spencer Platt

Die ersten von der US-Musikindustrie verklagten Nutzer von Internet-Tauschbörsen haben sich zur Zahlung von hohen Geldbußen bereit erklärt. In 52 von bislang 261 anhängigen Fällen vereinbarten Kläger und Beklagte einen außergerichtlichen Vergleich, wie der Verband der Amerikanischen Musikindustrie (RIAA) mitteilte. Die Höhe der Geldbußen reicht von 2.500 bis 10.000 Dollar (2.190 bis 8.800 Euro). Der Vergleich ist nicht mit einem Schuldeingeständnis zum Vorwurf der Urheberrechtsverletzung verbunden.

Wer mehr als 1.000 Songs anbot, war dran

Die Lobby der Schallplattenfirmen hat im Juni damit begonnen, in File-Sharing-Netzen wie Kazaa oder Gnutella nach Usern Ausschau halten, die "beträchtliche" Sammlungen von MP3-Musikdateien zum Download bereit stellen. Dabei erzwangen sie von den Internet-Providern die Herausgabe von Kundendaten. Gegen Nutzer, die im Schnitt mehr als 1.000 Musiktitel auf ihre Festplatte für den freien Zugriff im Computernetz bereitstellten, wurde vor drei Wochen Anklage erhoben. Für jedes urheberrechtlich geschützte Musikstück kann nach den Copyright-Gesetzen der USA Schadensersatz von 750 bis 150.000 Dollar (650 bis 130.000 Euro) verlangt werden.

"Diskussion ausgelöst"

"Die Bemühungen der Musikgemeinde haben einen nationalen Dialog über Legalität und Illegalität von Musik im Internet ausgelöst, vor allem zwischen Eltern und Kindern", erklärte RIAA-Präsident Cary Sherman. Die letzte Entscheidung falle nicht in den Gerichten, "sondern an den Küchentischen im ganzen Land". Die Vergleiche verlangen von den Betroffenen die Zerstörung illegal heruntergeladener Musikstücke und den Verzicht auf öffentliche Erklärungen, die dem Geist der Vereinbarung entgegen stehen. Um sich vor einer Klage zu schützen, haben nach Angaben von RIAA bisher 833 eine Erklärung unterzeichnet, in der sie illegales Verhalten zugeben und zusagen, urheberrechtlich geschützte Audiodateien in ihrem Computer zu löschen.

 
 
 
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