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16. August 2007, 10:42 Uhr

Betreiber von allofmp3.com freigesprochen

Der Betreiber des ehemaligen russischen Online-Musikportals allofmp3.com ist vom Vorwurf der Urheberrechtsverletzung freigesprochen worden. Das Angebot, das ganze Musikalben für wenige Euro verkaufte, verstoße nicht gegen russisches Recht. Die Plattenindustrie tobt.

© Markus Brandt/DDP

Der frühere Betreiber des inzwischen geschlossenen russischen Online-Musikanbieters allofmp3.com ist in Moskau vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Urheberrecht freigesprochen worden. Das Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass Denis Kwassow mit dem seinerzeit auch aus dem Westen genutzten Portal die Rechte westlicher Plattenfirmen verletzt habe. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Der Anbieter allofmp3.com hatte für weniger als zwei Euro ganze Alben an Kunden verkauft, ohne die Künstler am Gewinn zu beteiligen. Der Internationale Verband der Phonoindustrie in Moskau kündigte Berufung gegen die Gerichtsentscheidung an.

Auf Druck der Behörden war allofmp3.com Anfang Juli geschlossen worden, nachdem die US-Regierung wiederholt protestiert hatte. Nach Einschätzung russischer Branchenkenner hat sich das Geschäft mit den billigen Musikdateien von allofmp3.com auf andere Anbieter verlagert. So gibt es eine Webseite, die in nahezu identischer Aufmachung populäre Titel anbietet. Bei allofmp3.com sollen weltweit mehrere Millionen Kunden angemeldet gewesen sein. Der Jahresumsatz wurde zuletzt auf 30 Millionen Dollar (22,3 Mio Euro) geschätzt.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
KaosPrinz (16.08.2007, 17:47 Uhr)
Wirklich schade...
Also ich finde es wirklich schade, dass die Musikindustrie und ihre Lakaien gute und kundenfreundliche Geschäftsmodelle lieber kaputt klagen als etwas daraus zu lernen und selber kundenfreundliche Onlineshops anzubieten. AllOfMP3 war einer der besten, wenn nicht sogar der beste, Online-Music-Shop den ich kenne.
1. Der Kundenservice war spitze
2. KEIN DRM!
3. Download in fast fedem Format (sogar Raw)
4. Download in gewünschter Bitrate
5. Die Preise waren wirklich in einem vertretbaren Rahmen für Musik
Hoffentlich gibt es bald viele ähnlich gute Anbieter!
tagora-sagittara (16.08.2007, 13:37 Uhr)
Supi,...
das die Musikindustrie endlich mal seinen Meister gefunden hat. Und gleich eine Nation die NEIN sagt zu dieser elektroischen Abzockmasche,...daß gefällt mir. Hoffendlich fahren die den Karren in der letzten Instanz auch noch vor die Wand.
Sternobyl (16.08.2007, 13:13 Uhr)
Also ich hab' auch schon gehört,
... dass AllOfMp3 sehr wohl Abgaben an die ROMS (die russische Verwertungsgesellschaft) gezahlt hat. Es war den Westlern nur immer zu wenig. Ein russischer Kommentar dazu: "99 Cent? Das kosten bei uns zwei Flaschen Wodka. Kein Mensch kann hier in Russland soviel Geld für eine MP3-Datei bezahlen."
Verständlich finde ich. Der westliche Schnöselismus der Musikfirmen wirkt da ähnlich ungut, wie der der westlichen Pharmaindustrie z. B. in Indien, wo sie einfach nicht verknusen können, dass sie ihre lebensnotwendigen Medikamente dort nur mit weniger Marge vermarkten können.
Leider nimmt die WTO in beiden Fällen keine sehr löblichen Positionen ein. Menschenfreundlichkeit verträgt sich halt nicht mit ihren kapitalistischen Interessen.
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