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Wenn die Telekom zurückpöbelt

Der "Griesgrämer" ist im Netz bekannt für seine wilden Pöbeleien. Nun bekam die Telekom ihr Fett weg. Doch diesmal feuert der Kundendienst mit derben Worten zurück - und wird dafür im Netz gefeiert.

  Das mobile Internet für Mobilfunkkunden der Deutschen Telekom war etwa eine Stunde ausgefallen.

Das mobile Internet für Mobilfunkkunden der Deutschen Telekom war etwa eine Stunde ausgefallen.

Die Telekom hatte in den letzten Monaten nicht viel zu lachen. Erst sorgte das Unternehmen mit der geplanten DSL-Drosselung für einen beispiellosen Shitstorm, dann verärgerte es einige Kunden mit den neuen Mobilfunk-Tarifen, die vor allem für Wenignutzer deutlich unattraktiver geworden sind. Sowohl im Netz als auch an der Kunden-Hotline ließen die User ihrer Wut freien Lauf. In solch einer Situation als Kundendienst-Mitarbeiter die Nerven zu behalten, ist nicht immer einfach.

Nun bekam es die Telekom mit einem besonders schweren Fall zu tun: Der Griesgrämer, ein auf Twitter bekannter Netzpöbler, reagierte auf eine automatisiert verschickte SMS der Telekom, die ihn auf die Überschreitung des Datenvolumens aufmerksam machte, mit folgender Antwort:

Es dürfte nicht das erste Mal sein, dass die Telekom eine solche Beleidigung bekommen hat. Doch das Twitter-Team des Mobilfunkriesen machte sich die Mühe und fragte höflich nach:

Eine Steilvorlage für den Griesgrämer, der mit Flüchen weit unter der Gürtellinie zu einer kleinen Netzberühmtheit geworden ist. Er hat nicht nur eine große Klappe, sondern verwendet häufig auch große Buchstaben und sagte einmal über sich: "Ich sag nur DAS, wozu viele Napfsülzen keine EIER haben, verdammt!" In typischer Manier schrieb er zurück:

Das lässt die Kundendienst-Mitarbeiterin nicht unkommentiert:

Und der Netzpöbler legt nach:

Nun könnte die Telekom die Diskussion auf eine sachliche Ebene zurückziehen oder den Post gar ignorieren. Doch die Telekom-Mitarbeiterin weiß offenbar, mit den Marotten des Griesgrämers umzugehen.

Der Schlagabtausch verbreitet sich rasend schnell im Netz. Auch Prominente wie Sarah Kuttner und Armin Rohde tragen die kuriose Diskussion weiter, Unternehmen wie Rossmann und HTC mischen sich ein und bringen augenzwinkernd Produkte ins Spiel, die in dieser Situation hilfreich sein könnten - etwa ein neues Telefon oder beruhigende Baldrianpillen.

Im Netz kommt die Reaktion der Telekom offenbar gut an. So schreibt eine Userin: "Kann nicht aufhören zu lachen! Ganz großes Kino - danke @Telekom_hilft - Social Media wie es sein soll". Ein anderer fragt verwundert: "Wenn man @Telekom_hilft anbrüllt, wird man zu Kaffee und Kuchen eingeladen und kann über Youporn diskutieren?" Mit der neuen Offenheit lässt die Telekom nicht nur den Netzpöbler ins Leere laufen, sondern gewinnt zugleich einige Sympathien der Netzgemeinde zurück, die sie wochenlang gescholten hat.

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Der Autor Christoph Fröhlich auf Google+

cf

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