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12. August 2009, 08:19 Uhr

Datenhändler verscherbeln Millionen Kundendaten

Der Missbrauch von Kundendaten in Deutschland ist ungebrochen. Binnen weniger Stunden gelangten Reporter im Internet an zwei Millionen sensibler Kundeninformationen wie Namen, Adressen und Bankverbindungen.

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Im Internet blüht ein schwunghafter Handel mit sensiblen Kundendaten© Colourbox

Im Internet werden offenbar auch ein Jahr nach dem Bekanntwerden der ersten Fälle von Datenmissbrauch weiter massenhaft persönliche Angaben von Verbrauchern gehandelt. Reportern von NDR Info sei es innerhalb weniger Stunden gelungen, auf dem Schwarzmarkt im Internet Tausende Datensätze zu kaufen, berichtete der Sender. Diese enthielten neben Adresse und Geburtsdatum auch Bankverbindungen.

Die Angaben stammen laut NDR offenbar von Gewinnspielanbietern, Versicherungen oder Zeitschriftenverlagen. Über Callcenter gelangten sie häufig an Adresshändler. Insgesamt seien den Reportern zwei Millionen Daten angeboten worden.

Betroffene berichteten nach Angaben des Senders von einem massiven Missbrauch ihrer Daten. Unter anderem hätten Glücksspielfirmen ohne Zustimmung regelmäßig Geld von den Konten der Verbraucher abgebucht. Der Datenhändler sitzt laut NDR offensichtlich in Tunesien und habe offenkundig gute Kontakte zu deutschen Callcentern.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, zeigte sich nicht überrascht. "Wo sich Personen außerhalb des europäischen Bereichs aufhalten und illegal mit Daten handeln, ist es schwierig, das zu unterbinden." Die Datenschutzbehörden seien machtlos, sagte Schaar nach NDR-Angaben. "Die Datenschutzbehörden brauchen Ressourcen, und die haben sie zum Teil noch nicht."

Vor einem Jahr waren die ersten Fälle von Datenmissbrauch bekannt geworden. Damals hatte ein Call-Center-Mitarbeiter eine CD mit 17.000 Adressen und Bankverbindungen der Kieler Verbraucherzentrale zugeschickt. Seine Initiative löste eine bundesweite Debatte über den Datenschutz aus. Im Juni verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das den Missbrauch persönlicher Angaben erschweren soll.

DPA/AFP
 
 
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