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Smudo treibt Facebook-Sprecherin in die Enge

Wie viele Leute genau arbeiten bei Facebook gegen Hasskommentare an? Diese Frage beantwortet das Unternehmen nur vage. Bei einer Pressekonferenz hakte auch Smudo nach - und brachte eine Facebook-Sprecherin ins Schwitzen.

Smudo

Wollte die Facebook-Sprecherin nicht so leicht davonkommen lassen: Smudo von den "Fantastischen Vier"

Eigentlich sollte es bei der Pressekonferenz um die "Counter Speech Tour" gehen, die die Aktion "Laut gegen Nazis" mit Unterstützung von Facebook auf die Straße bringt. Doch neben Facebooks deutscher Chef-Lobbyistin Eva-Maria Kirschsieper saß auch Smudo von den "Fantastischen Vier" auf dem Podium. Und als Kirschsieper mal wieder der Frage auswich, wie viele Leute sich denn nun bei Facebook mit Hasskommentaren aus Deutschland befassen, wurde es Smudo ganz offensichtlich zu bunt.

"Das ist heute nicht das Thema", antwortet Kirschsieper dem fragenden Journalisten. "Sie können doch kurz eine Zahl nennen", hakt der Journalist nach.

"Also ich würde es auch gern wissen", springt Smudo ihm zur Seite. "Das ist nichts, worüber wir heute kommunizieren", sagt Kirschsieper. "Sie kommunizieren da nie drüber", sagt der Journalist daraufhin etwas gereizt.

Facebook will partout keine Auskunft geben

Kirschsieper versucht anschließend, sich in Marketing-Sprech aus der Situation herauszuwinden. Doch da hat sie die Rechnung ohne Smudo gemacht. "Frau Kirschsieper, ich hätte da eine Frage", wirft Smudo nun ein. "Ist es dann besser, sich an 'Laut gegen Nazis' zu wenden wegen des Löschens von Inhalten als an Facebook selber?". Das verneint Kirschsieper. Aber sollte Facebook da Fehler machen, könne man sich natürlich auch an Andere wenden wegen des Löschens. "Da ja die 'Counter Speech Tour' eine Offline-Veranstaltung im Gegensatz zu Online-Hasskommentaren sein soll, finde ich es schon ganz wichtig zu sehen, mit welchem Aufwand Facebook heute und Morgen gegen das Thema arbeitet", sagt Smudo. "Es macht jetzt keinen guten Eindruck, dass Sie sich so ein bisschen da rauswinden."

"Also wir winden uns kein bisschen aus dieser Verantwortung heraus", erwidert Kirschsieper. "Nein, aber aus dieser Frage", sagt Smudo. "Sie müssen ja gar nicht so rummachen. Sie können sagen 'Will ich nicht sagen' oder 'Darf ich nicht sagen'." 

"Sie können auch mal was Unangenehmes sagen"

"Wir kriegen diese Frage häufig, aber es ist schwierig, darauf eine Antwort zu geben, die zufriedenstellend ist", versucht Kirschsieper Smudo zu entkommen. "Dann geben Sie uns doch eine Antwort, die nicht zufriedenstellend ist", antwortet Smudo schlagfertig. "Sie können auch mal was Unangenehmes sagen oder was Blödes oder was nicht in Ordnung ist. Sie können das tun. Jetzt!" Und dann: "Aber Sie verhalten sich hier wie eine Kakerlake wenn das Licht angeht." Mehrfach versucht Kirschsieper, die unangenehme Situation wegzulachen, nun hilft ihr die Frage eines anderen Journalisten, sich einem anderen Thema zuzuwenden.

Warum Facebook so ein Geheimnis aus der Zahl der Mitarbeiter gegen Hasskommentare macht, bleibt trotz Smudos Einsatz im Dunkeln - und lässt so Raum für Spekulationen, ob es wirklich "mehrere Hundert" sind, wie Facebook immer behauptet.

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