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17. Februar 2009, 16:41 Uhr

Datenschützer schlagen bei Facebook Alarm

Mit einer fast unbemerkten Änderung der Geschäftsbedingungen sorgt das soziale Netzwerk Facebook für Aufregung. Nutzer und Datenschützer warnen vor einem neuen Passus in den AGB, der das Nutzungsrecht der User-Daten an den Facebook-Betreiber überträgt - für immer.

Facebook, Datenschutz

Facebook is watching you: Daten werden jetzt länger gespeichert, als es vielen Usern lieb ist© Chris Jackson/Getty Images

Das soziale Online-Netzwerk Facebook hat fast unbemerkt seine Geschäftsbedingungen geändert und damit bei Nutzern und Datenschützern für Empörung gesorgt. Facebook verfügte schon vorher über das "unwiderrufliche" Nutzungsrecht an allen veröffentlichten Daten, Fotos und Videos. Das gilt seit vergangener Woche aber auch für den Fall, dass der Nutzer seinen Account löscht. "Ich halte diesen Dienst so für nicht weiter nutzbar, weil nicht überschaubar ist, wie Daten weiterverwendet werden", warnte Maren Raguse vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Kiel. Jeder Nutzer solle überprüfen, ob er auf einen deutschen Dienst ausweicht, der auch dem deutschen Recht unterliegt, rät die Expertin. Weil Facebook seinen Unternehmenssitz in Kalifornien hat und nur eine deutsche Domäne betreibt, gilt US-Recht. Deshalb seien die geänderten Nutzungsbedingungen auch für hiesige Nutzer gültig. In Deutschland hat Facebook etwa zwei Millionen Mitglieder. Tausende davon formieren sich derzeit in internen Gruppen und rufen zum kollektiven Löschen der Profile auf.

Der Gründer und Chef der Plattform, Mark Zuckerberg, versuchte am Montagabend in seinem Blog zu schlichten: "Wir werden Daten in keiner Form weitergeben, die ihr nicht wollt." Die Änderung sei nötig, damit Facebook Informationen eines Nutzers - der zum Beispiel eine Nachricht auf einer Pinnwand hinterlassen hat - auch anzeigen könne, wenn dieser sein Profil anschließend gelöscht habe. Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme, mit dem Zusatz solle den Nutzern nur der Umgang mit ihren Daten veranschaulicht werden. In sozialen Online-Netzwerken können Nutzer ihr eigenes Profil veröffentlichen, mit anderen Mitgliedern in Kontakt treten sowie Fotos, Videos und Informationen austauschen. Facebook ist nach dem US-Rivalen MySpace der weltweit zweitgrößte Anbieter mit rund 175 Millionen Mitgliedern.

DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
gmathol (17.02.2009, 22:03 Uhr)
Wer im Internet persoenliche Daten veroeffentlicht hat keine Kontrolle mehr.
Das ist nun mal Faktum. Einige werden ueberrascht sein was alles zum Vorschein kommt wenn sie nur mal die eigene e-mail Adresse als Suchargument googeln.
Namen und Telefon-Nummern zu veroeffentlichen ist eine grosse Dummheit.
Crossbow (17.02.2009, 19:42 Uhr)
Na und?
Das kann doch die dort versammelten digitalen Exhibitionisten eigentlich nicht sonderlich stören, oder?
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