5. März 2009, 15:10 Uhr

Wie Facebook Twitter angreift

Nachrichten in Echtzeit, Profile für Firmen und Politiker: das soziale Netzwerk Facebook plant einige Neuerungen, die an den Mikroblogging-Dienst Twitter erinnern.

Twitter, Facebook, soziale Netzwerke

Mark Zuckerberg präsentiert Änderungen bei Facebook©

Das Online-Netzwerk Facebook reagiert auf die schnell wachsende Popularität von Kurznachrichten-Diensten wie Twitter mit einer Runderneuerung. Einzelne Nutzer wie auch Unternehmen und Organisationen können künftig in Echtzeit Texte, Fotos und Videos an ein großes Publikum verbreiten, kündigte das Unternehmen im kalifornischen Palo Alto an. Das überarbeitete Design ermögliche einen "deutlich schnelleren Informationsfluss", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Der Schritt eröffnet zum Beispiel Politikern oder Künstlern die Chance, über die Plattform Fans und Interessenten auf dem Laufenden zu halten.

Das Unternehmen setzt an zwei Punkten an. Zum einen wird der Nachrichtenticker, der Mitglieder über die Aktivitäten ihrer Freunde informiert, künftig nicht mehr nur alle 10 bis 15 Minuten sondern in Echtzeit aktualisiert. Zum anderen ermöglicht Facebook allen Nutzern, in so genannten öffentlichen Profilen unbegrenzt viele Mitglieder des sozialen Netzwerks zu ihren Kontakten hinzuzufügen. Bisher war die Zahl der Facebook-"Freunde" auf 5000 begrenzt. Zu den ersten Nutzern der neuen Funktion zählen nach Unternehmensangaben US-Präsident Barack Obama, diverse Hollywood- und Sportstars, Medienunternehmen wie CNN und die "New York Times" sowie die Rockgruppe U2.

Mit dieser Änderung weist Facebook eine ähnliche Funktion wie der Kurznachrichtendienst Twitter auf. Bei Twitter können Nutzer 140 Zeichen lange Nachrichten eingeben, die gleichzeitig von allen gesehen werden können. Den Dienst nutzten unter anderem Politiker wie Obama oder der hessische SPD-Kandidat Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) im Wahlkampf, um ihre Anhänger auf dem Laufenden zu halten. Facebook hatte im vergangenen Jahr vergeblich versucht, Twitter zu kaufen.

Schlagen statt kaufen

Beobachter bewerten die Neuerungen als Angriff auf Twitter. Wenn das soziale Netzwerk den Rivalen schon nicht kaufen könne, versuche es eben, ihn zu schlagen, schrieb etwas das amerikanische Fachblog TechCrunch. Facebook hat mit seinen 175 Millionen registrierten Nutzern eine viel größere Basis als Twitter. Der Kurznachrichtendienst-Dienst liegt trotz rasanten Wachstums laut Schätzungen erst etwa bei sechs Millionen Nutzern. Mitte Februar hatte sich Twitter 35 Millionen Dollar von Investoren für die weitere Entwicklung gesichert. Das Facebook-Angebot erinnert auch stark an den Twitter-Konkurrenten FriendFeed.

DPA
 
 
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Regeländerungen Facebook lässt Nutzer mitbestimmen

Jetzt also doch: Nach massiven Protesten will das Online-Netzwerk Facebook seine Nutzer künftig über neue Regeln abstimmen lassen. Facebook hatte sich Ärger eingehandelt, weil es die Geschäftsbedingungen geändert hatte, um Daten von Mitgliedern zeitlich unbegrenzt nutzen zu können.

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