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1. Juni 2010, 11:14 Uhr

Zehntausende aus Protest auf Facebook-Entzug

Mehr als 30.000 Facebook-Nutzer seien ihrem Aufruf gefolgt und hätten am Montag das größte soziale Netzwerk verlassen. Das sagen zumindest die Organisatoren des "Quit Facebook Day". Der Massenausstieg ist als Protest gedacht.

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Auf der Website können sich Ausstiegswillige immer noch registrieren© quitfacebookday.com

Mehrere zehntausend Internetnutzer haben das Internet-Kontaktnetzwerk Facebook nach Angaben von Aktivisten am Montag aus Protest gegen die Datenschutzpolitik des Unternehmens verlassen. Auch stern.de-Redakteur Gerd Blank gehört dazu, er hat seine Beweggründe in einem offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg dargelegt. Bis um Mitternacht (MESZ) in der Nacht auf Dienstag seien insgesamt 32.749 Facebook-Mitglieder einem Aufruf gefolgt und hätten dem sozialen Netzwerk den Rücken gekehrt, teilten die Organisatoren auf der Website "Quit Facebook Day" mit. Die Gruppe, die von den beiden kanadischen Webdesignern Joseph Dee und Matthew Milan ins Leben gerufen worden war, hatte für für den 31. Mai Facebook-Nutzer aufgerufen, ihre Nutzerkonten zu schließen.

Facebook ist mit fast 500 Millionen Mitglieder das größte soziale Netzwerk der Welt. Das Onlinemagazin "Venturebeat" bezeichnet die Ausstiegsaktion als Flop und belegt diese Meinung mit Zahlen: Für jeden Aussteiger blieben 15.000 Mitglieder im Netzwerk, hieß es. Und: Pro Mensch, der die Community verlässt, kämen vier bis fünf neue dazu. Facebook wachse zurzeit laut Unternehmensangaben pro Tag um 150.000 Mitglieder.

Die Datenschutzaktivisten erklärten, Facebook überlasse seinen Nutzern zwar die Entscheidung, welche Daten diese veröffentlichen wollten - es benachteilige die Anwender dabei aber trotzdem. Kritiker fordern von Facebook seit langem, dass persönliche Daten der Nutzer von Anfang an komplett privat seien müssen. Wer einen Teil davon freigeben wolle, sollte dies dann entscheiden können. Stattdessen sind bei dem Internetnetzwerk von Anfang an viele der angegebenen Nutzerdaten öffentlich ersichtlich und müssen explizit gesperrt werden. "Die Art und Weise, wie Facebook die Zukunft des Internet gestalten will und sich zum Anbieter unserer Online-Identität aufspielt, passt mir nicht", sagte Dee dem Jugendportal jetzt.de, "Dass sie ihren Nutzern sagen wollen, was am besten für sie ist. Zwar reagieren sie jetzt auf ihre Kritiker, aber nur notgedrungen. Die Unternehmenskultur ist nicht darauf angelegt, den Nutzern zuzuhören."

Facebook stand wegen dieser Datenschutzpolitik in den vergangenen Monaten immer wieder in der Kritik, auch von Datenschützern und der Politik in Deutschland. Vergangene Woche hat Facebook dem öffentlichen Druck nachgeben und seine Einstellungsmöglichkeiten für die Privatsphäre deutlich vereinfacht.

san/AFP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
ergosum (02.06.2010, 13:02 Uhr)
Facebook & co
Jeder Depp sollte doch mittlerweile begriffen haben, was Facebook & Co mit seinen Daten anstellt. Diejenigen, die noch mitmachen, können sich also schlecht darauf berufen, das nicht gewußt zu haben. Wem es nicht passt, kann ganz einfach damit aufhören. Die Welt ist vor nicht allzu langer Zeit ganz prima ohne Soziale Netzwerke im Internet zurechtgekommen.

Es scheint aber eine Mehrheit von Leuten zu geben, die sich gern der Öffentlichkeit präsentiert und der dafür nichts zu peinlich ist. Vergleiche dazu auch unser tägliches Hartz IV Fernsehen auf mindestens 8 Sendern, oder auch etwa Casting Shows wie DSDS. Da wird genug vor gewarnt, trotzdem können es auch die aussichtslosesten Bewerber nicht lassen.

Solange es nur um die eigene Persönlichkeit oder die eigenen Daten geht, ist dies meines Erachtens das persönliche Vergnügen jedes Einzelnen.

Vielmehr Sorgen mache ich mir allerdings um die Leute, die da noch mitmachen und völlig unüberlegt oder auch mit purer Absicht privates von Dritten veröffentlichen, die davon nichts wissen, geschweige denn, bei Facebook & Co registriert sind.

Dagegen muss mit aller Konsequenz vorgegangen werden. Und dafür sollte nicht nur der Zuckerhut, sondern jeder Einzelne in die Verantwortung genommen werden können.
sophia7519 (02.06.2010, 11:32 Uhr)
Mindestens 'leicht' widersprüchlich
Pausenlos pushed auch der Stern Werbung diese sog. 'sozialen Netzwerke' und begibt sich selbst auf deren Niveau. Etwas unverständlich nun plötzlich gegen etwas zu wettern was seit Jahren bekannt ist und vom Grossteil der denkenden Menschheit daher gemieden wird. So gesehen verbuche es als den Versuch der aussterbenden Spezies 'social networks' noch einmal die Werbetrommel zu rühren, um wenigstens einen Teil der eigenen Investitionen dort zu retten.
RomaLupa (01.06.2010, 16:11 Uhr)
Überraschung
Der Protest gegen Facebook ist ja ganz nett zu beobachten. Alle sind so plötzlich überrascht, dass private Daten weiter gegeben werden. Aber mal ehrlich, wer seine persönlichen Daten in ein Network postet und davon ausgeht, dass das vertraulich gehandelt wird, ist ja irgendwie selber schuld. Die meisten Leute an meiner Uni sind bei Facebook täglich aktiv und stellen alle möglichen Fotos und Kommentare rein und haben danach ernsthafte Probleme bei Vorstellungsgesprächen oder so, weil dann nach den Party-Pics von letzter Woche eben doch die Frage `Trinken Sie`aufkommt. Und trotzdem wird danach weder das Profil gesichert noch gekündigt. Wer privat bleiben will, muss auch so handeln und wer offensichtlich online-Exhibitionist ist, sollte sich dann auch nicht beschweren!
facilidad_de_ser (01.06.2010, 14:53 Uhr)
Bis jetzt...
...sind alle irgendwann wieder facebook aufgetaucht, die sich irgendwann abgemeldet hatten. facebook ist einfach zu gut, um darauf zu verzichten
endbenutzer (01.06.2010, 14:12 Uhr)
Auch wenn die stern.de....
....Redaktion aus lauter jungen Karrieristen besteht, die die Frage nach dem Berufswunsch schon immer mit dem Satz: "irgendwas mit Medien" beantwortet haben und demzufolge auch auf diesen ganzen FacebookTwitterMyspace-Quark stehen, sollte sich euer Magazin auch aus diesem Mist ausklinken..
screne (01.06.2010, 13:32 Uhr)
Ok Facebook ist also Mist
Wann zieht der Stern Konsequenzen und kehrt der Datenkrake den Rücken zu?
Geisterhoernchen (01.06.2010, 13:32 Uhr)
Geldgeiler Zuckerberg
Tja Facebook-Chef Mark Zuckerberg!

Da wollte wohl jemand noch etliches mehr an "Zuckerl" von der Industrie und etlichen Großkonzernen und zwar in Form von kleinen grünen Scheinen, die er mit Verträgen einzubringen hoffte und er lockte mit weltweiten Datensätzen argloser und unwissender Facebook-Benutzer.

Angepasst an die Konzerninteressen etwaiger Datenabnehmer und der Industrie fummelte er sich die Facebook-Datenschutzbestimmungen so zurecht, veränderte hier und dort etwas und fertig.

Die Konzerne waren zufrieden.

Durch die Geldgier hat Zuckerberg es vermasselt, nun zahlst Du die Rechnung!
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