Lehrer-Schelte:
Deftige Zitate aus dem Abrechnungsbuch
"Lieber als zu lehren spielt der Lehrer Tennis, läuft Ski, fälscht seine Steuererklärung und baut sein Dachgeschoss aus": Das schreibt Gerline Unverzagt in ihrem "Lehrerhasserbuch". Hier finden Sie weitere klare Worte aus ihrer Abrechnung.
Sind Deutschlands Pädagogen inkompetent, faul, verweichlicht und überbezahlt? Gerlinde Unverzagt, die Autorin des Lehrerhasserbuchs, lässt jedenfalls kaum ein gutes Haar an den Paukern. Exklusiv veröffentlicht sterntv.de einige Passagen aus ihrer Abrechnung: deutliche Worte, die polarisieren.
Klicken Sie in der linken Spalte auf die jeweiligen Abschnitte. Die vollständige Version der Abrechnung ist im Knaur-Verlag erschienen.
Lotte Kühn:
"Das Lehrerhasserbuch -
eine Mutter rechnet ab"
Droemer/Knaur (Dezember 2005)
Taschenbuch, 220 Seiten
ISBN: 3426778343
Ohrläppchenziehen, Backpfeifen, in die Ecke stellen und Strafarbeiten sind heute mega-out. Furchteinflößende Autorität und Willkür wie früher gibt's nicht mehr. Dafür reist die gemeine Grundschullehrerin von heute auf dem Wir-haben-uns-alle-lieb-Ticket durch alle Klassen, von nichts anderem getrieben als der eigenen emotionalen Bedürftigkeit. Mehr als alles andere will sie gemocht und nett gefunden werden.
Wenn der Lehrer über sich selber spricht, tut sein Gegenüber gut daran, sich auf die Stilform der Klage einzurichten. ... Mit zitternder Unterlippe malen sie ein schlimmes Berufsrisiko aus, das ja gemeinhin völlig verkannt wird. Ein Lehrer kann an eine andere Schule versetzt werden! Dann muss er sich völlig neu orientieren.
Andere verweisen mit hängenden Schultern auf ihre leidige Unterrichtsverpflichtung in Höhe von fünfzehn Wochenstunden, die sie langsam, aber sicher völlig auszulaugen droht.
Zwar halten auch andere Berufe für die ihnen Angehörigen durchaus ihre Zumutungen bereit, doch im deutschen Jammertal schreit der Lehrer am lautesten. Busfahrer und Krankenschwestern haben Nachtdienst. Ärzte schieben Sechsunddreißig-Stunden-Schichten. Supermarktkassiererinnen werden schlecht bezahlt. ... Und alle, alle würden keinen Moment zögern und ihre Sachen zusammenpacken, wenn in einer anderen Stadt ein guter Job winken würde. Bis es soweit ist, buchen sie Weiterbildungsseminare, um sich auf dem neuesten beruflichen Stand zu halten.
Von alldem hat der Lehrer keine Ahnung, denn er lebt seit je im geschützten Sozialbiotop, das er kaum je verlassen hat. Seine berufliche Flexibilität endet wie sein geistiger Horizont am Schultor ...
(Lehrer) kommen zu spät und nur widerwillig und auch noch unvorbereitet zum Unterricht, gefallen sich dann ab der siebten Klasse in einer Pose, die den Schülern sagt, dass man ausgerechnet auf sie gerade noch gewartet habe, und beenden ihren Dienst so früh wie möglich.
Mittags verlassen sie fluchtartig ihren Arbeitsplatz, und wenn mal wieder in der Zeitung steht, dass sie einen gutbezahlten Halbtagsjob haben, jaulen sie auf wie getroffene Hunde.
Doch der Lehrer sieht das alles nicht, weil er nur sich selbst sieht. Im Jammertal kreist er bekümmert und weltvergessen um die eigene Achse. Dabei tut er sich selbst ganz furchtbar leid. Vergleicht sein Gehalt mit dem eines Vorstandsvorsitzenden bei Daimler Benz und fühlt sich prompt benachteiligt. Fährt mit dem nagelneuen Mercedes ins Eigenheim und erzählt seinen Schülern, er könne sich die Klassenfahrt nicht leisten.
Lieber als zu lehren spielt der Lehrer Tennis, läuft Ski, fälscht seine Steuererklärung und baut sein Dachgeschoss aus. Strebt einen ruhigen Posten in der Schulverwaltung oder einen breiten Sessel im Abgeordnetenhaus an oder arbeitet schlitzohrig auf sein ganz persönliches Burn-out hin, das ihm die Frühpensionierung beschert. Zwischendurch macht er sich unheimlich ins Hemd, wenn seine Pflichtstundenzahl um fünf Minuten erhöht wird ...
Von der Schule in die Uni und von dort zurück in die Schule - unter der Käseglocke ist für das wirkliche Leben jenseits der Schulhofmauern und seine Zumutungen, sich beweisen, sich anstrengen und sich an seinen Taten messen lassen zu müssen, nicht viel Platz gewesen. Würde der Lehrer sich umschauen, sähe er sich umringt von Menschen, die für Geld alles tun würden - sogar arbeiten.
Was schlechte Lehrer von schlechten Autobauern, schlechten Handwerkern oder schlechten Verkäufern unterscheidet, ist vor allem eines: Überall in der Wirtschaft müssen schlechte Unternehmen die Kosten und die Konsequenzen ihrer Unfähigkeit selbst tragen. Das führt nicht selten direkt in den Konkurs. Schlechte Lehrer dagegen füttern wir bis zur Frühpensionierung durch und lassen sie Tag für Tag auf unsere Kinder los.
Dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, sagen wir den Halbgöttern in Weiß so gerne nach. Doch die Lehrerschaft schlägt die Ärzteschaft um Längen. Deren sprichwörtliche Schonung der Artgenossen weicht immerhin hier und da schon soweit auf, dass jedenfalls ausnahmsweise mal der ketzerische Gedanke zugelassen wird, dass auch ein Arzt mal einen Fehler machen könnte.
Ein Schulleiter dagegen denkt noch nicht einmal im Traum daran, einem unfähigen Kollegen an den Karren zu fahren.
Mit der Verbeamtung wechselt der Lehrer ein für alle Mal auf die sichere Seite. Rechenschaft ist er niemandem schuldig, und die Furcht, den Job zu verlieren, kennt er nur vom Hörensagen. Die Schule als Schutzraum für menschliche Versager - das ist die Kehrseite eines Schulsystems, das darauf angelegt ist, Personen anzuziehen, denen es in erster Linie auf Arbeitsplatzsicherheit ankommt.
Ist der Weg durch die Grundschule mit dummen Bemerkungen ihrer erwachsenen Protagonisten gepflastert, sattelt das Gymnasium mit seinen Akteuren dann noch eins drauf. Seinem geschundenen pädagogischen Ego hilft der Gymnasiallehrer mit rituellen Gemeinheiten wieder auf die Sprünge, vielleicht sogar vermehrt, seit ihm zuerst die Körperstrafen untersagt und dann später auch noch wesentliche Disziplinierungsinstrumente aus der Hand genommen wurden.
Ich will die Lehrer jetzt nicht pauschal verurteilen. Bei ihnen gibt es wie in jedem anderen Beruf wahre Könner, echte Flachpfeifen und unspektakuläres Mittelmaß. Es gibt hin und wieder ungeschickte Chirurgen, betrunkene Busfahrer und miserable Köche. All diese Berufe beherbergen Menschen - und die sind nun mal verschieden. Engagiert und kompetent, durchschnittlich oder faul und unfähig. Das Problem besteht darin, dass man im Beamtentum gegen Faule und Falsche und Fehlbesetzungen nicht das geringste unternehmen kann.
Deutsche Schüler haben vergeben im Internet Noten für ihre Lehrer verteilt. Alleine bei "Spickmich" wurden mehr inzwischen mehr als 100.000 Lehrer in den Kategorien "beliebt" oder "cool und witzig" bewertet. Die Durchschnittsnote: 2,7. Es sind allerdings nicht alle Lehrer mit dieser Benotung einverstanden. mehr...
Tausende Schüler stellen ihre Lehrer im Internet bloß - mal
mit harmlosen Lästereien, mal mit schweren Beleidigungen.
Das wollen sich die Pädagogen nicht länger gefallen lassen. mehr...
Es gib wohl kaum einen Schüler, der nicht selbst schon einmal einen Spickzettel geschrieben hat. Ein Nürnberger Lehrer hat 40 Jahre lang Spickzettel gesammeltund festgestellt: Sie verraten eine Menge über die Schüler. mehr...