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3. Dezember 2007, 10:25 Uhr

Streit um Lehrernoten könnte in Karlsruhe landen

Die Anwälte einer Lehrerin, die sich gegen eine Bewertung auf "Spickmich.de" wehrt, denken über den Weg nach Karlsruhe nach: Das Bundesverfassungsgericht soll grundsätzlich über Lehrerbewertungen im Internet entscheiden.

Anwälte fordern einen Grundsatzentscheid des Bundesverfassungsgerichts über Lehrerbenotungen wie auf "Spickmich"© Franz-Peter Tschauner/DPA

Der Streit um Lehrerbenotungen im Internet könnte vor dem Bundesverfassungsgericht enden. "Wir sind auf jeden Fall bereit, bis zur letzten Instanz zu gehen, und überlegen auch, das Bundesverfassungsgericht direkt anzurufen", sagte ein Anwalt der Kanzlei, die die Klage einer Gymnasiallehrerin gegen das Internetportal "Spickmich.de" vor dem Oberlandesgericht Köln vertreten hatte, dem Magazin "Spiegel". Das Gericht habe in der mündlichen Verhandlung betont, dass eine Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs oder des Bundesverfassungsgerichts zu der anonymen Lehrerbewertung im Internet hilfreich wäre, wird der Anwalt zitiert. "Das streben wir nun an."

Der Zivilsenat hatte mit Verweis auf das Grundrecht der freien Meinungsäußerung die Berufung einer Lehrerin zurückgewiesen, die den Betreibern des Schüler-Portals verbieten lassen wollte, ihren Namen im Zusammenhang mit dem ihrer Schule und persönlichen Benotungen zu veröffentlichen. Ein weiteres Rechtsmittel gegen das Urteil, das im einstweiligen Verfügungsverfahren erging, ist nicht gegeben.

Verhandlung im Verfahren ab 2008

Im Hauptsacheverfahren hat die Lehrerin eine Unterlassungsklage beim Landgericht Köln eingereicht, die Anfang 2008 verhandelt werden soll. Seit Februar 2007 haben sich auf "Spickmich.de" nach Angaben der Macher mehr als 400.000 Schüler registriert und weit mehr als 150.000 Lehrer mit einer Durchschnittsnote von 2,7 bewertet.

"Evaluation ist leider an den meisten Schulen immer noch ein Fremdwort", sagte der Plattform-Gründer Tino Keller (26) laut "Spiegel". Ihm lägen zahlreiche Schreiben von Lehrern vor, die ihren Schülern mit einem Verweis oder Anzeigen drohten, falls sie ihre Schule und Lehrer bei "Spickmich.de" bewerteten. Dabei geht die Mehrheit der Teenager den Initiatoren zufolge bei den Benotungen sachlich vor.

AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Slap (04.12.2007, 11:00 Uhr)
@sportartmakler
Also ich weiß nicht, aber eine Durchschnittsnote von 2,7 zeugt nicht gerade von "schülern die endlich ihren frust gegenüber diesen lehrern los werden" wollen.
Klar, es gibt immer wieder Deppen,
die meinen sie seien die Größten, wenn sie auf irgend welchen I-net Portalen ihren Senf dazu geben können, aber in meinen Augen bleibt dieses Verhalten doch ehr die Ausnahme. Vor allem wenn, wie im Artikel auch gesagt, "die Mehrheit der Teenager den Initiatoren zufolge bei den Benotungen sachlich" vorgehen.
Ich hoffe, dass Portale wie eben dieses bestehen bleiben.
sportartmakler (03.12.2007, 16:45 Uhr)
@ganzbaf
dass man sich respekt grundsätzlich verdienen muß ist schon richtig. aber lehrer, sollten neben eltern und verwandten ebenfalls eine autoritätsperson darstellen, von beginn an. ob sie dieser dann gerecht werden ist erstmal zweitrangig. m.e ist eine zu lasche erziehung ( damit meine ich nicht schläge, sondern grenzen die dem kind gezeigt werden und auf deren einhaltung auch bestanden wird ) oftmals daran schuld, dass lehrer nicht für vollgenommen werden, und im schlimmsten fall stehen die eltern hinter dem fehlverhalten ihres sprösslings. diese relativ negative betrachtungsweise ziehe ich mir nicht aus den fingern, sondern sind einfach nur auszüge aus dem heutigen lehreralltag (von meiner mutter). gerade in hauptschulen und realschulen herscht ein rauher umgangston welcher auch schon lange nicht mehr vor lehrern halt macht. da wo leute bei der erziehung ihrer kinder versagen (umgangston, gewaltbereitschaft...) müssen die lehrer dafür herhalten. zum dank hagelt es nur kritik wenn pisa nicht läuft und es auschließlich den lehrern zu verdanken ist.
ganzbaf (03.12.2007, 16:10 Uhr)
Respekt muß man sich erst mal verdienen
Meiner Erfahrung nach wird der genau so viel oder wenig gegenüber Erwachsenen gezollt, wie früher auch. Ich repektiere auch nur höchstens 30% aller Erwachsenen, die mir so begegnen, und die ich näher kennen gelernt habe.
Und das nicht ganz ohne Grund.
sportartmakler (03.12.2007, 15:38 Uhr)
muß meinen vorrednern widersprechen
statt die rechte der lehrer zu stärken werden sie und ihre arbeitsleistung an die öffentlichkeit, und somit auch meist an den pranger gestellt. fragt euch doch selber wie es wäre wenn eure personalakte der öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. im fall der lehrer ist das sogar noch schlimmer, die akte hat ja kein personalleiter erstellt. es sind nur subjektive meinungen von schülern die endlich ihren frust gegenüber diesen lehrern los werden können. ihr glaubt doch nicht dass jugendliche auf diese seiten gehen um von ihren lehrern zu schwärmen?
ein großteil der heutigen jugend hat weitestgehend null respekt vor erwachsenen, schon gar nicht vor lehrern. das spiegelt sich auch häufig im verhalten der eltern wieder. oder wie ist es zu erklären dass von 20 eingeladenen eltern zum elternabend max 5 erscheinen?
versteht mich nicht falsch, lehrer sollen nicht unantastbar sein bzw. müssen auch aufgezeigt bekommen wie sie auf ihre umwelt wirken. aber diese öffentliche bewertung dient doch nicht einer verbesserung der umstände.
da das urteil vorerst bestand hat, würde ich vorschlagen gleiches mit gleichem. das aufgebot an beleidigungen, bereits bei zwölfjährigen, ist riesengroß. ein fach einen auszug seiner literarischen ergüsse ( diese reichen vom belächelnden arschloch bis hin zur fot...) ebenfalls ins internet stellen. da kann sich der arbeitgeber dann von den sozialen kompetenzen seines bewerbers überzeugen. auf dem zeugnis kann man die ja leider nicht wirklich festhalten, da ja sonst sofort die klage der eltern des vollkommen zu unrecht behandelten lieblings auf dem tisch liegt.
anjafailla (03.12.2007, 12:16 Uhr)
Mit ein bißchen Humor...
...und Souveränität könnte man doch solche Schülerbeurteilungen auch als Chance betrachten, sich und seine Wirkung auf andere mal zu überprüfen. In Karlsruhe hat das aus meiner Sicht nix zu suchen.
Malt (03.12.2007, 11:58 Uhr)
@ganzbaff:
So sieht's ja wohl aus - Bravo!!!
ganzbaf (03.12.2007, 11:53 Uhr)
Kleinkarierte, verbissenen Lehrer...
Warum landet die Notengebung für Grundschüler und Zwangsselektion nicht in Karlsruhe?
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