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Legal, illegal - scheißegal

Die dritte Staffel des Fantasy-Epos "Game of Thrones" startet. Millionen Zuschauer werden einschalten - und noch mehr die Serie illegal herunterladen. Schuld daran ist der Sender.

Von Christoph Fröhlich

  "Game of Thrones" geht in die dritte Staffel und erzählt die Geschichte des jungen Königs Joffrey Baratheon (Jack Gleeson) weiter, der durch den Tod seines Vaters König Robert viel zu früh auf den Eisernen Thron kommt.

"Game of Thrones" geht in die dritte Staffel und erzählt die Geschichte des jungen Königs Joffrey Baratheon (Jack Gleeson) weiter, der durch den Tod seines Vaters König Robert viel zu früh auf den Eisernen Thron kommt.

Ab Ostersonntag werden wieder Köpfe röllen - zumindest im Fernsehen. Dann startet in den USA die lang erwartete dritte Staffel der Fantasy-Serie "Game of Thrones". Millionen Fans weltweit begehren jedes noch so kleine Infohäppchen. Allein der erste Trailer hat auf Youtube mehr als 20 Millionen Abrufe. Die Serie ist ein gigantischer Erfolg: In mehr als 80 Ländern werden die vom US-Bezahlsender HBO produzierten Episoden ausgestrahlt, in Deutschland auf RTL2. Kritiker und Zuschauer feiern die Serie als beste aller Zeiten. In den USA eilt sie von einer Rekordquote zur nächsten. Dass die dritte Staffel ein Erfolg wird, gilt als sicher. Also ist alles gut für den Pay-TV-Sender HBO? Nicht so ganz: Denn "Game of Thrones" ist nicht nur der Liebling der Kritiker, sondern auch der illegalen Downloader. Und daran ist HBO selbst schuld.

Sex und Intrigen

Die Serie "Game of Thrones" spielt in einer mittelalterlich anmutenden Welt, in der alte Adelsfamilien ihre brutalen Machtkämpfe ausfechten. Es geht um Verrat, Rache, Sex und Intrigen. Es gibt Drachen, Geister und Magie. Gewaltiger war Fernsehen selten: Die Kulissen, Kostüme und Spezialeffekte sind auf Kinoniveau. Die Schauspieler sind bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt. Den Fans gefällt's: Auf der Bewertungsplattform IMDB hat die Serie 9,4 von zehn möglichen Punkten bei mehr als 287.000 Bewertungen. Doch das Fantasy-Spektakel lässt sich HBO einiges kosten: Zwischen fünf und zehn Millionen US-Dollar verschlingt die Produktion einer Episode, für eine Staffel werden bis zu 100 Millionen US-Dollar fällig. Das Geld holt sich HBO von seinen weltweit 114 Millionen Abonnenten zurück, die monatlich je nach Ausstattung zwischen 50 und 120 Dollar bezahlen.

Das Finale der zweiten Staffel verfolgten auf diesem Weg im Juni 2012 mehr als 4,2 Millionen Zuschauer live im Fernsehen. Ein Spitzenwert für einen Pay-TV-Sender - doch noch einmal so viele haben die Folge anschließend illegal heruntergeladen, wie das Filesharing-Blog "Torrentfreak" errechnete. Bereits einen Tag nach der Ausstrahlung finden sich die Episoden in Tauschbörsen und auf One-Click-Hostern in allen nur erdenklichen Formaten: in Full-HD- und HD-Ready-Auflösung für Mediaplayer. Komprimiert als AVI für PCs oder als Mini-Version für das iPhone. Mit Untertiteln oder ohne. Als Stream oder als Download.

Einer der Gründe für die hohe Download-Quote ist die verspätete TV-Ausstrahlung weltweit: Wenn in den USA die erste Episode einer Staffel ausgestrahlt wird, müssen Fans in Australien knapp sechs Monate warten. Kein Wunder, dass im Download-Ranking von "Torrentfreak" die Australier auf dem ersten Platz liegen. Hierzulande geht es deutlich schneller, am 1. April kann die erste Folge auf Sky angesehen werden, ebenso in Großbritannien.

Hausgemachtes Problem

Doch auch HBO ist schuld an der Piraterie-Misere. Wer nur "Game of Thrones" schauen will, ohne gleich ein kostenpflichtiges Abonnement abzuschließen, schaut sprichwörtlich in die Röhre: Weder auf iTunes, Amazon oder Streaming-Diensten wie Netflix gibt es die Serie zum legalen Download. In Deutschland gibt es derzeit gar nur die erste Staffel der Serie auf DVD und Blu-ray zu kaufen, die in den USA bereits vor zwei Jahren zu sehen war. Viele Fans stecken in einer Zwickmühle: Sie wollen den Sender, der ihre Lieblingsserien produziert, angemessen bezahlen. Zugleich wollen sie aber nicht Monate oder gar Jahre auf weitere Episoden warten müssen. Der Blogger und Karikaturist Matthew Inman hat das Dilemma in einem viel beachteten Cartoon verarbeitet.

George R.R. Martin, Autor der Buchvorlage zu "Game of Thrones", zeigt sich angesprochen auf die vielen Schwarzseher zwiegespalten. "In einer merkürdigen Art und Weise ist Piraterie ein Kompliment", sagt er in einem Interview mit der Technikwebseite "The Verge". Er gibt dem Sender eine Teilschuld an den millionenfachen Raubkopien. "Sie verzögern die Ausstrahlung um sechs Monate, aber die Leute wollen nicht warten und laden es sich herunter. Ich denke wir werden uns einem Punkt nähern müssen, an dem es keine Verzögerungen mehr gibt", so Martin.

HBO prüft Medienberichten zufolge die Möglichkeit, seine Eigenproduktionen - darunter "True Blood", "The Newsroom" und das Mafia-Epos "Boardwalk-Empire" - über Online-Dienste streamen zu können. Doch Verantwortliche scheuen den Schritt, da sie fürchten, die gut zahlenden Kabel-TV-Kunden und Käufer der DVD- und Blu-ray-Boxen mit einem billigeren Streamingdienst zu verprellen. Am bisherigen System dürfte sich somit in nächster Zeit nichts ändern.

Warten oder Saugen?

"Game of Thrones"-Regisseur David Petrarca scheinen die millionenfachen Schwarzseher ohnehin nur am Rande zu stören: Er könne damit leben, dass seine Serie illegal angeschaut wird, erklärte er im Februar während einer Diskussionsrunde an der University of Western Australia. Er sei sogar der Ansicht, dass illegale Downloads völlig unschädlich für Serien sind. Der Erfolg eines Formats hänge von einem ganz anderen Faktor ab, vom "cultural buzz", also dem viralen Erfolg in sozialen Netzwerken und im Freundeskreis. "Das ist die Art, wie sie [die Serien, Anm. d. Red.] überleben", so Petrarca. Wichtiger sei es demnach, dass die Serie in aller Munde ist.

Für die Fans von "Game of Thrones" dürfte das nur ein schwacher Trost sein. Für sie heißt es weiterhin: Warten und kaufen - oder schnell und illegal die neuen Folgen anschauen. Es dürfte sicher sein, für was sich viele Fans zum Osterfest entscheiden werden.

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