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4. Oktober 2010, 10:57 Uhr

20.000 Schulen ungefragt im Sucher

Das Online-Netzwerk Stayfriends fotografiert für den Dienst Tausende deutsche Schulen - ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Erst kürzlich ging Google in Deutschland mit "Street View" mit einem ähnlichen Service an den Start - und erhielt dafür Kritik von Politikern und Datenschützern.

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Stayfriends führt ehemalige Klassenkameraden zusammen© stern.de

Das Online-Netzwerk einstiger Klassenkameraden, Stayfriends, lässt derzeit offenbar rund 20.000 Schulen in ganz Deutschland fotografieren - ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. Das berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf den deutschen Co-Gründer Oliver Thiel. Erst im Nachhinein wolle man die Fotos von den Schulleitern autorisieren lassen, sagte Thiel. Datenschutzrechtlich ist das dem Bericht zufolge unproblematisch, solange die Gebäude ohne Personen und nicht vom Schulgelände aus fotografiert werden.

Allerdings reagierten die Fotografen laut "Spiegel" zumindest in einem Fall eher feindselig: Einem Lehrer einer Realschule in Münster soll Gewalt an gedroht worden sein, als er das Kennzeichen des Fahrzeugs eines Stayfriends-Fotografen notieren wollte. Die Firma spiele den Fall herunter, gleichwohl bedauere man "das Fehlverhalten", schreibt das Magazin.

Der Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Ulf Rödde, kritisierte die Stayfriends-Aktion: "Wenn man seriös sein und mit Schulen kooperieren will, dann ist dieses Vorgehen fragwürdig." Das Tochterunternehmen der US-Firma Classmates Online wirbt dem Bericht zufolge mit fast elf Millionen Mitgliedern. Im Frühjahr war das Portal in Sachen Datenschutz bereits von der Stiftung Warentest kritisiert worden.

Stayfriends lehnt sich mit der Idee an den Straßenbilderdienst Street View des Internetkonzerns Google an. Mit Street View können sich Internet-Nutzer in Fußgängerperspektive durch die Straßen von Städten bewegen und Rundum-Panoramen der Straßenzüge betrachten. Der Dienst ist bei Datenschützern umstritten, weil er nach deren Ansicht private Details über das Wohnumfeld von Menschen verrät. Hausbesitzer können deshalb gegen die Aufnahmen Einspruch einlegen.

 
 
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