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28. September 2008, 08:06 Uhr

Kommunen kämpfen gegen Googles Kameras

In vielen Städten Deutschlands waren sie schon unterwegs: Mit Kameras bestückte Autos, die Straßen und Häuser fotografieren. Hinter dem Projekt steht Google, das die Fotos für "Street View" erstellen lässt. Erste Kommunen in Schleswig-Holstein wollen sich jetzt gegen das Fotografieren wehren.

Wie hier in Berlin lässt der Internetkonzern Google in vielen deutschen Städten Straßenzüge für "Street View" fotografieren© Michael Kappeler/DDP

Die Gemeinde Molfsee bei Kiel will laut einem Zeitungsbericht dem Internetkonzern Google eben diese Fotoaufnahmen auf den Straßen der Kommune untersagen. Grundlage dafür sei die Straßenverkehrsordnung: Google benötige nach Rechtsauffassung der Gemeinde eine Sondernutzungserlaubnis für die kommerziellen Aufnahmen, berichten die "Lübecker Nachrichten".

Das US-Unternehmen lässt seit einigen Monaten für seinen neuen Dienst "Street View" in Deutschland Straßen, Häuser und Menschen fotografieren. Die Straßenansichten sollen den Kartendienst des Suchmaschinen-Anbieters ("Google Maps") erweitern, in den USA gibt es diesen Service bereits. Dem Bericht zufolge prüfen auch die Hansestadt Lübeck sowie weitere schleswig-holsteinische Gemeinden rechtliche Schritte gegen Google.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte bereits vor mehreren Wochen nach dem Bekanntwerden der Fotografier-Aktion erhebliche Bedenken geäußert. Mit dem Google-Angebot würden persönliche Lebensumstände noch intensiver ausgeleuchtet, kritisierte Schaar. Geodaten sollten nur mit Einwilligung der Betroffenen genutzt werden dürfen. Die Fotos werden von Autos aus gemacht, auf deren Dächern eine Digitalkamera installiert ist.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
Eisenbaer (29.09.2008, 18:44 Uhr)
@Leseratte79, @Froschkoenig
Von wegen: "Schmarrn". Sie besitzen einfach zu wenig Fantasie! Wichtig bei einem Einbruch ist doch die Wahl der Werkzeuge. Banden, die z.B. Kraftfahrzeuge als Einbruchsmittel verwenden, suchen sich vorwiegend Geschäfte aus, deren Schaufenster bis auf die Straße herunterreichen. Denn warum sich mit einem Steinsockel abmühen? Hinderlich können auch bauliche Maßnahmen vor dem Objekt der Begierde sein, Absperrketten, Poller, Straßenbäume bergen für jeden Fußgänger Risiken, besonders für einen Ortsfremden, der es ggf. etwas eiliger hat. Und es geht ja auch erst einmal nicht darum, die Örtlichkeiten auszubaldowern, sondern Orte auszuschließen, bei denen sich eine nähere Inaugenscheinnahme vermutlich gar nicht lohnen würde.

bR4iNST0RM (29.09.2008, 16:31 Uhr)
Wenn, dann...
Falls bei „StreetView“ wirklich durch einen dummen Zufall ein Foto von einer Gegend gezeigt wird, auf dem ich zu erkennen bin, wird eine Klage unvermeidlich. Und dazu habe ich das Recht. Denn Google nimmt vorhandenes, vermeidlich kostenloses Material, um Profit zu erwirtschaften. Ergo muß! Google die Privatsphäre der auf den Fotos befindlichen Personen achten, und im Falle einer Beschwerde diese Bilder, die dann kein Eigentum von Google sind, sondern geliehenes Material, unverzüglich löschen bzw., falls die Person an einer Art Honorar interessiert ist, bezahlen.
TheHonk (29.09.2008, 12:28 Uhr)
wen juckts
ob so ein kaff nun dort gelistet ist oder nicht.. wenn die sich so dagegen wehren.. bittesehr .. weg damit.. der nutzen solcher bilder für eine gemeinde ist genauso groß wie der nachteil .. nämich NULL !!
wenn google damit geld macht, so ist es google's sache und niemand hat das recht von diesem kuchen ein stück anzufordern!! .. schliesslich hat google die engine gecodet, fiunanziert und google fährt duch die gegend und macht fotos..
FrodoBeutlin (29.09.2008, 09:32 Uhr)
Liebe Bürgermeister
...der betroffenen Orte, seien Sie doch so konsequent, und beantragen Sie, Ihr Städtchen auch bei Google Earth tilgen und von den Landkarten entfernen zu lassen. Alles Teufelszeug!
hannes_schinder (29.09.2008, 09:25 Uhr)
Wenn Google kein commerzielles Unternehmen
sondern von allen Internetbenutzern betrieben würde, dann wäre gegen die Fotos sicher weniger einzuwenden. Sobald aber Google mit den Bildern verdient sollten auch die Gemeinden einen finanziellen Vorteil von dem sicherlich interessantem Service haben.
Viper2024 (29.09.2008, 07:55 Uhr)
Super Service
Ich finde den Service von Google super und kann nicht verstehen das sich dagegen jemand währt. Gesichter und Nummernschilder werden automatisch unkenntlich gemacht und jeder Business-Mensch ist sowieso über Xing und Co so vernetzt (bzw. Transparent), das Streetview kaum ins Gewicht fällt.
gripster (28.09.2008, 22:12 Uhr)
Sinn dahinter?
@Froschkönig bzw. Leseratte79: Ihr findet das cool, praktisch bzw. gut und innovativ... nur leider bleibt ihr eine Antwort schuldig auf die Frage, für was es denn praktisch ist.
Und Froschkönig: Jeder hinterläßt freiwillig besser aufgelöste Pics in Portalen wie Facebook etc.? Wußte gar nicht, dass wir schon einen derart hohen Prozentsatz von INet-Nutzung haben ;) Ich persönlich hinterlasse nirgends besser aufgelöste Bilder von mir. Bin auch kein Mitglied irgendeines dieser Portale und ich glaube solche wie mich gibt es noch mehr...
Aber beantwortet doch mal die Frage, für was diese Google-Anwendungen so nützlich sein sollen.
Elenaor (28.09.2008, 22:02 Uhr)
Damit...
...wird die richtige Wohngegend noch wichtiger. Soziale Ungleichheit wird gefördert - wie lobenswert und fortschrittlich. Erst wenn die Leute selber mal von irgendetwas betroffen sind, merken sie, dass all die tollen neuen Zusatzfunktionen einen hohen Preis haben.
Froschkoenig (28.09.2008, 18:34 Uhr)
ich stimme dir vollkommen zu, Leseratte79
Das Argument von Eisenbaer ist doch sehr weit hergeholt!
Wenn ein Ladenbesitzer mir diees Argument für höhere Preise auftischt, könnte ich mcih vor Lachen wahrscheinlich nicht mehr halten:D
Leseratte79 (28.09.2008, 13:21 Uhr)
So ein Schmarn Eisenbaer
Wer eine Gegend zwecks Einbruch auskundschaften will wird wohl um einen "Vorortbesuch" nicht herumkommen. Um einen Weg auszukuntschaften gibt es einen Atlas, Routenplaner, Navi, Google Earth. Wer einen Laden überfallen will wird sich bestimmt nicht mit einem Photo der Hausfront zufrieden geben und wenn ja sitzt er sicherlich eher ein als ein "Ortskundiger". Ich finde die Ideen von Google gut und innovativ. Und jetzt kommt mir bitte nicht mit Datensammelwut von Google. Mein netzbetreiber weiß z.B. auch ständig wo ich bin bzw. meine Handy.
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