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23. März 2010, 19:28 Uhr

Wie wäre China ohne Google?

Zurzeit hat Google nur die zensierte chinesische Version seiner Suchmaschine abgeschaltet. Sollte sich der US-Konzern komplett aus China zurückziehen, könnte das die Isolation der Nutzer verschärfen. Denn Google tut mehr als nur suchen.

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Google ist mehr als nur eine Suchmaschine© Ng Han Guan/AP

Keine Routenplaner mehr auf dem Handy, kein kostenloses Musikportal mehr und der mögliche Wegfall eines Mobilfunkanbieters - ein Leben ohne Google würde die chinesischen Internetnutzer noch weiter in die Isolation treiben. Und auch chinesische Unternehmen müssten nach dem drohenden Rückzug des Konzerns ironischerweise mit Einbußen rechnen.

Der US-Internetriese Google leitet seit Montagabend Besucher seiner chinesischen Seite Google.cn auf die unzensierte Seite Google.com.hk in der Sonderverwaltungsregion Hongkong um. Für die 384 Millionen Internet-Nutzer im chinesischen Kernland ändert sich zunächst wenig: Wegen der Regierungszensur können auch über die Hongkonger Google-Seite bestimmte Inhalte nicht geöffnet werden. Das Google-Vertriebsteam soll zunächst weiter in China arbeiten. Doch was passiert, wenn sich die Amerikaner komplett aus China zurückziehen?

"Wenn Google geht, verlieren beide Seiten, nicht nur Google", erklärte der Leiter des Pekinger Forschungsinstituts Analysys International, Edward Yu. Grund dafür ist, dass viele kleine und mittelständische Anbieter auf den Google-Werbeserver AdWords, seinen E-Mail-Dienst Gmail und andere Leistungen zurückgreifen. Diese könnten bei einer Abschaltung der Suchseite google.cn, die über einen Marktanteil von 35 Prozent verfügt, ebenfalls unterbrochen sein. Als einziger profitieren würde hingegen vermutlich der Rivale und Marktführer Baiku, der auf einen Ausbau seines Marktanteils von 60 Prozent hoffen könnte.

Millionen Handykunden drohen indes ihren Zugang zum chinesischsprachigen mobilen Google-Map-Service zu verlieren: China Mobile, der mit 527 Millionen Verträgen größte Mobilfunkanbieter der Welt, nutzt Google für seine Suchfunktion und den Routenplaner. Unsicher wäre auch die Zukunft des beliebten Gratis-Musikportals Top100.cn, auf das Nutzer nur über Google.cn zugreifen können und das nach Ansicht von Experten maßgeblich zum Kampf gegen Musikpiraterie beiträgt. Auch ob Google sein eigenes Handyunternehmen weiterführen würde, ist fraglich.

Google drohen kaum Verluste

Dennoch drohen dem US-Konzern im Fall des Weggangs kaum Verluste. Der Großteil der Einnahmen von Google in China, die im vergangenen Jahr auf 300 Millionen Dollar geschätzt wurden, stammt von exportorientierten Unternehmen, die ihre Werbung auch nach einer Schließung von Google.cn auf ausländischen Seiten der Suchmaschine belassen würden. "Wir gehen davon aus, dass der Großteil der Einnahmen weiter fließen und die Werbung auf Google.com statt auf Google.cn gelistet würde", sagte Yu.

Auch auf die Entwicklungsfreude der chinesischen Konkurrenten könnte sich ein Wegfall von Google nach Ansicht des Experten negativ auswirken. Ohne den entsprechenden Wettbewerbsdruck würden einheimische Suchmaschinen wie Baidu vermutlich nicht mehr besonders intensiv in Forschung und Entwicklung investieren. "Das ist definitiv schlecht für chinesische Firmen, die eines Tages einmal ins Ausland gehen wollen", erklärte Yu.

AP/san
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
halbewahrheit (24.03.2010, 16:39 Uhr)
Gedankenspiel über google-China-NSA
habe folgende Gedankenspiel:
Was ist passiert:
1. Google beschuldigt China Hackerangriffe.
2. Deswegen will Google den Filter von chinesischer Regierung nicht mehr einsetzen.
3. Wochen später kündigt Google die Zusammenarbeit mit NSA an.

Gedankenspiel 1:
Was wäre passiert, wenn Google ohne Punkt1 und 2 die Zusammenarbeit mit NSA ankündigt? Ich denke, nicht anderes als großes Aufschrei. Google sammelt schon mehr als genug Daten von uns. Und jezt noch Zusammenarbeit mit NSA? DER amerikanische Geheimdienst spzialisiert auf Datensammeln? Aber nur ist das Ablenkspiel mit China sehr gelungen, und NIEMAND redet über Googel/NSA mehr. Alle sind fixiert auf diktatorisches China.

Gedankenspiel 2:
Google leiter jetzt die Google China auf Google HK. Alle Medien finden es raffiniert und zoolt Google Respekt für seine Unnachgebheit gegenüber chinesiche Regierung. Wirklich? Lass uns mal überlegen: Hatten die chinesen früher schon Zugan zu Google HK, wo nichts weggefiltert ist? Ich denke nein. Und haben die Chinese jetzt plötzlich Zugang zu Google HK????? Ich denke immer noch nicht. Also wird die Weiterleitung nicht funktionieren.

Und die Ergebnisse der genzen Geschichte? Google sammelt ganzen Lob ein und arbeitet unbemerkt mit NSA zusammen. Und die chinesische Regierung ist eine Spielrolle und DER Deppen!

PS. französische Behörde warnt schon die französische Firmen und Behörden die Nutzung von Google auf die Gefahr von Geheimnisverlust wegen der Geschickte mit NSA.
iosono (24.03.2010, 12:53 Uhr)
deshalb
hab ich auch anonym gegoogelt.was mich auf bezug auf unsere vorfahren aufregt ist das sich westliche firmen auf zensur wie in china einlassen.
und was freie meinungsäusserung betrifft-es funktioniert doch-sie dürfen sich doch äusseren.auch gegen die bösen amis
vaater (24.03.2010, 11:52 Uhr)
@iosono
was denn für Kommunisten? Un China gibt es im Verhältnis nicht mehr Kommunisten als bei uns in Deutschland. Sie lassen sich also lieber von einer der grössten Spionageorganisationen weltweit ausspionieren. Ihre Daten und Vorlieben landen bei den US- Geheimdiensten. Google als freie Plattform zu sehen, ist an Naivität nicht mehr überbietbar. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie Ihre Vorfahren in's Spiel bringen.
Übrigens, so gut wie kein Chinese vermisst Google. Ich auch nicht. Godd by Ami, go to home.
neyzen (24.03.2010, 09:12 Uhr)
Es...
gibt ja noch andere Suchmaschinen auser google...
iosono (24.03.2010, 09:05 Uhr)
zur feier des tages
habe ich heute 3 mal gegoogelt.anonym natürlich.aus welchen gründen das china macht-image,oder weil kaum gewinn.....
hauptsache die machen etwas.unsere europäischen vorfahren sind nicht für die meinungsfreiheit gestorben um sich von kommunisten diktieren zulassen was man sagen darf und was nicht.
ist doch egal wenn google nichts in china verdient.jetzt gibt es ein präzidenzfall,wie man chinesische firmen die in europa oder nordamerika was aufbauen wollen behandeln kann --wenn nötig.
baidu mag in china die nr.1 sein-und dort werden sie auch bleiben-nur dort.
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