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Bruce Willis, Apple und der Tod

Was für eine schöne Geschichte: Bruce Willis will seine digitale Musiksammlung seinen Töchtern vererben. Was iTunes allerdings nicht vorsieht. Willis ist sauer - und nimmt den Kampf auf. Oder nicht?

Von Ralf Sander

  "Meine! Songs! Gehören! Mir!" Bruce Willis ist sauer (hier im Film "Looper")

"Meine! Songs! Gehören! Mir!" Bruce Willis ist sauer (hier im Film "Looper")

In seinen vier "Stirb langsam"-Filmen ist sein Tod - trotz ihres Titels - bisher nicht vorgesehen gewesen. Doch im echten Leben scheint sich Schauspieler Bruce Willis im Alter von 57 Jahren seiner Sterblichkeit bewusst zu werden. Offenbar macht er gerade klar Schiff mit seinen Besitztümern und regelt sein Erbe. Seine iTunes-Musiksammlung zum Beispiel sollen seine drei Töchter aus der Ehe mit Demi Moore - Rumer, Scout und Tallulah - bekommen. iTunes-Betreiber Apple sieht allerdings vor, dass man nicht sterben darf, wenn die Songs in der Familie bleiben sollen. Das wiederum will der Actionstar anscheinend nicht akzeptieren - und bringt seine Anwälte in Stellung. Das berichten übereinstimmend die britischen Boulevardzeitungen "The Sun" und "Daily Mail".

In den meisten seiner Filme - wie zurzeit in "The Expendables 2" - lässt es Willis ohrenbetäubend krachen, doch als Privatmann schlägt sein Herz für schönere Töne. Willis hat in einer Band gespielt, einige CDs produziert und eine umfangreiche Musiksammlung aufgebaut. Tausende Dollar seines Millionenvermögens habe Willis alleine in Apples iTunes-Musikladen ausgegeben. Unter anderem für Klassiker wie die Beatles und Led Zeppelin, weiß die "Daily Mail".

Was Willis und Millionen anderer iTunes-Nutzer nicht klar war: Die Songs gehören ihnen nicht, sie sind von Apple nur gemietet. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verbietet Apple Vermietung, Verleihung, Verkauf, Lizenzierung, Vertrieb und Übertragung erworbener Inhalte. Damit ist auch eine Vererbung ausgeschlossen. Eine Problematik, die nicht nur Songs von iTunes betrifft, sondern alle Arten digitaler Güter, zum Beispiel Filme, Hörbücher und eBooks.

Das will Willis nicht hinnehmen und greift nicht zur Pistole, sondern zu seiner Advocard. Gleich drei juristische Strategien verfolgt der Schauspieler, um die Songsammlung in Familienbesitz zu halten: Seine Anwälte sollen die Gründung einer Stiftung prüfen, die die Rechte an seiner Musikbibliothek übernehmen soll. Die Idee dahinter: Ein solcher Fall ist in Apples AGB nicht vorgesehen. Außerdem, so die Berichte weiter, unterstützt Willis juristische Auseinandersetzungen in fünf US-Bundesstaaten, in denen es um die Rechte von Käufern digitaler Musik geht. Und schließlich bereitet der Hollywoodstar angeblich selbst eine Klage gegen Apple vor. In seinen Filmen gewinnt Bruce Willis immer, doch bei diesem Gegner ist der Ausgang völlig offen.

Update, 4.9.12

Das Management von Bruce Willis hat sich bisher nicht zu der Geschichte geäußert. Doch seine Ehefrau Emma Hemming-Willis hat über Twitter einen kurzen Kommentar abgegeben: "Das ist keine wahre Story."

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