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Wie viel Energie kostet eine Google-Suche?

Die Kosten für das Surfen im Internet beschränken sich nicht nur auf den eigenen Stromverbrauch und den Kauf des Computers. Auch die Server von Google, Ebay und Co. verbrauchen beim Ansteuern der Sites Energie und produzieren mehr CO2, als viele Nutzer vermuten.

Wer im Internet unterwegs ist, kann in Sekundenschnelle an jedem Ort der Welt sein. Ein Flugzeug muss man dafür nicht besteigen - ein paar Mausklicks reichen aus. Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Auch virtuelles Reisen kostet eine Menge Energie. Allein eine Anfrage bei der Suchmaschine Google kostet vier Watt Strom pro Stunde oder zwei Gramm CO2 Ausstoß, wie Forscher aus den USA errechnet haben: "Das entspricht dem Stromverbrauch einer Energiesparlampe, die eine Stunde lang brennt", sagt Siegfried Behrendt vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin.

Der Wissenschaftler beschäftigt sich seit rund 20 Jahren mit dem Energieverbrauch der Informations- und Kommunikationsbranche. Er hat beobachtet, dass hierzulande beim Thema Klimawandel vor allem über klassische Energiefresser wie das Auto oder Kraftwerke debattiert werde, während die Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft kaum eine Rolle spiele. Dabei entfielen laut Behrendt schon 2001 fünf Prozent des Elektroenergieverbrauchs in Deutschland auf die Informations- und Kommunikationstechnik, nämlich 23,2 Terawattstunden. "Für 2010 wird mit 29, für 2015 mit 31 Terawattstunden gerechnet", sagt Behrendt.

Server sorgen für hohen Stromverbrauch

Dabei ist es nicht allein der Computer am Arbeitsplatz oder daheim, der beim Internetsurfen die Energie verbrät. Im Wesentlichen treiben die Infrastruktur der Datenautobahnen sowie die Serverleistung den Stromverbrauch in die Höhe. Und vielbesuchte Internet-Seiten wie Google oder Wikipedia haben gewiss keine kleinen Serverräume, um die unzähligen Anfragen aus aller Welt zu beantworten.

Aber es lässt sich durchaus noch teurer durch das World Wide Web surfen. "Eine Auktion bei Ebay schlägt mit 18 Gramm CO2 zu Buche", sagt Behrendt. Und wer im Netz gleich ganze virtuelle Identitäten annimmt, wird vollends zum Klimasünder. "Ein Jahr lang eine Identität in der Parallelwelt Second Life zu pflegen, entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch eines Brasilianers", erläutert Behrendt.

DDP/DDP
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