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9. Juni 2005, 18:56 Uhr

Von "Teenies", die keiner finden soll

Halten sich Suchmaschinen an ihre selbst festgelegten Regeln? Wissenschaftler sind dieser Frage nachgegangen. Ihr Ergebnis: Man bekommt durchaus Ergebnisse, die es nicht geben sollte - auch beim Marktführer.

Google spuckt Porno aus, wenn man "Teenie" eingibt

Medienwissenschaftler sind bei einer Untersuchung der gängigen Internet-Suchmaschinen auf Verstöße gegen deren eigene Selbstverpflichtung gestoßen. So seien bei der Eingabe des Begriffs "Teenies" ausgerechnet beim Marktführer Google die ersten Treffer pornografische Websites gewesen, berichtete Professor Marcel Machill von der Universität Leipzig. Ansonsten erfülle Google aber die meisten Kriterien des Verhaltenscodex. Am schlechtesten schnitt bei der Untersuchung Lycos ab.

Ein Google-Sprecher sagte, seine Firma werde diesem Hinweis so schnell wie möglich nachgehen und eine Überprüfung vornehmen. Im übrigen hätten die meisten der Internet- Suchmaschinen innerhalb kurzer Zeit alle Anstrengungen unternommen, um die Kriterien der Selbstverpflichtung im Sinne des Jugendschutzes zu erfüllen.

Machill wertete den Umgang mit dem Verhaltenscodex trotz der entdeckten Defizite als viel versprechend. Der Codex der Suchmaschinen-Betreiber soll für mehr Transparenz und Jugendschutz im Internet sorgen. Jugendgefährdende und gesetzeswidrige Inhalte sollen aus den Trefferlisten herausgefiltert werden. Werbung und Suchtreffer sollen eindeutig getrennt und eigene Jugendschutzbeauftragte und Beschwerdemöglichkeiten installiert werden.

Brisante Dominanz

Der Direktor der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt, Norbert Schneider, sagte, die Dominanz einzelner Suchmaschinen sei brisant. Die Nutzer vertrauten in der Regel bei Recherchen einer Suchmaschine, könnten deren innere Logik aber nicht durchschauen. Angesichts der Bedeutung für die öffentliche Kommunikation müsse diskutiert werden, ob der Gesetzgeber aktiv werden sollte.

Zu den Gründungsmitgliedern der Selbstkontrolle gehören AOL Deutschland, Google, Lycos Europe (mit den Suchen Lycos Search, Fireball, Hot Bot und der Newssuche Paperball), MSN Deutschland mit der MSN Suche, t-info, T-Online und Yahoo Deutschland.

DPA
 
 
 
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