Telekom drosselt offenbar die Drosselung

11. Juni 2013, 21:29 Uhr

Die Proteste zeigen offenbar doch Wirkung: Blogger berichten, die Telekom wolle Internet-Verbindungen weniger drastisch drosseln als bisher geplant. Das wurde jetzt aus Unternehmenskreisen bekannt.

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Wie hoch wird 2016 der Datendurchsatz an einem DSL-Anschluss der Telekom sein? Der Konzern will die angekündigte Drosselung offenbar zurückschrauben.©

Die Deutsche Telekom lenkt nach der heftigen Kritik an ihrer Tempo-Bremse für ihre Internetzugänge offenbar teilweise ein. Laut mehrerer Blog-Berichte sollen die Verbindungen zwar wie bisher ab einer gewissen Daten-Obergrenze in der Geschwindigkeit abgebremst werden. Diese Drosselung soll nun aber, wie es heißt deutlich geringer ausfallen als bisher geplant. Eine offizielle Bestätigung gab es bisher nicht. Angeblich will die Telekom aber an diesem Mittwoch Stellung nehmen.

Statt der bisher vorgesehen 384 kBit pro Sekunde soll nun auf 2 MBit pro Sekunde gebremst werden, schrieb der bekannte Technologieblogger Carsten Knobloch ("Caschy") am Dienstagabend unter Berufung auf Informationen aus zwei Quellen. Mit 2 Megabit pro Sekunde wäre auch eine gedrosselte Leitung noch so schnell wie die langsamste DSL-Verbindung, würde aber zum Beispiel kein Video-Streaming in hoher Auflösung mehr erlauben.

Die Telekom hatte am 2. Mai für Neukunden im Festnetz Daten-Obergrenzen eingeführt, bei deren Überschreiten die Geschwindigkeit der Internet-Verbindung gedrosseln werden kann. Die Pläne haben dem Unternehmen den Spottnamen "Drosselkom" verschafft und eine anhaltende Diskussion um Netzfreiheit ausgelöst. Die Tempo-Bremse soll nicht vor 2016 greifen. Dann will die Telekom für einen Aufpreis aber auch "echte" Flatrates ohne Einschränkungen anbieten. Das könnte 10 bis 20 Euro mehr kosten, hieß es. Der Erhalt der "echten" Flatrates war die erste Abweichung von den ursprünglichen Ankündigungen nach dem Ausbruch der Kritik.

Mit der Erhöhung der Geschwindigkeit einer gedrosselten Leitung wolle die Telekom Kunden die Sorge nehmen, ihren Internetanschluss mit 384 Kbit/s nicht mehr nutzen zu können, verlautete aus den Unternehmenskreisen. Man habe die Sorgen der Kunden verstanden. Zugleich verwies die Telekom bisher immer wieder darauf, dass der Großteil der Kunden keine Veränderungen mitbekommen solle. Die Konditionen würde näher zum Jahr 2016 die Eckpunkte entsprechend anpassen. Es gehe nur um Vielnutzer, die die Netze mit ihrem Datenverkehr überdurchschnittlich auslasteten.

dpa/DPA
 
 
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