Die Auswahl bei Videokameras ist ebenso riesig wie die Liste der Fähigkeiten, die viele der
Geräte haben. Lassen Sie sich vom stern beraten! Von Hartmut Krafczyk
Der 340 Gramm leichte Panasonic HDCSD5 zeichnet Full-HD-Videos auf SD- oder SDHC-Speicherkarte auf. Preis: 999 Euro
Was Sie vorab wissen sollten:
Die derzeit meistbeworbene
Eigenschaft von Camcordern
ist "High Definition" (HD),
also die Aufnahme in hoher
Auflösung, die viele neue Fernseher
anzeigen können. Gute gibt es
ab 900 Euro. Vier Speichermedien
stehen bei modernen Kameras zur
Wahl: Kassetten sind günstig, das Spulen
aber ist lästig. Mini-DVDs passen zum
Betrachten in jeden DVD-Spieler, haben
aber eine kurze Aufnahmedauer (etwa 30
Minuten pro Seite). Die Festplatte hat viel
Platz, eignet sich aber nicht zur Archivierung.
Camcorder mit Speicherkarte sind
sehr klein und leicht, die Karten mit etwa
70 Euro für vier Gigabyte (40 bis 90 Minuten)
aber teuer.
Vielleicht ist Ihnen ein großer
Weitwinkel wichtig, um Landschaftspanoramen
einzufangen. Oder eine hohe Lichtstärke, damit Sie auch noch in der
Dämmerung filmen können. Dann achten
Sie auf die Objektivdaten: Die erste
Zahl einer Brennweitenangabe wie "4,5 -
45 mm" ist das Maß für den größten Aufnahmewinkel.
Je niedriger der Wert, desto
breiter das Panorama. Je größer der
zweite Wert, desto näher können Sie ferne
Motive heranholen - allerdings bei steigender
Verwacklungsgefahr. Die Angabe
zur Lichtstärke lautet etwa 1:2,3. Je geringer
die Zahl hinter dem Doppelpunkt, desto besser verträgt der Camcorder Dunkelheit.
Im Kleingedruckten verstecken sich Unterschiede:
Camcorder mit drei Bildchips
("3CCD") liefern potenziell bessere Aufnahmen.
Eine kurze Verschlusszeit (etwa 1/8000
Sekunde) lässt bewegte Motive schärfer erscheinen.
Aufnahmeprogramme wie "Feuerwerk",
"Schnee" oder "Nacht" stellen den
Camcorder automatisch richtig ein. Ein optischer
Bildstabilisator gleicht durch Gegenbewegungen
der Linse Verwacklungen aus.
Was im Lieferumfang fehlt, verteuert den
Camcorder nachträglich. Oft fehlen die
Kabel für den Anschluss an Fernseher und
Computer. Praktisch ist ein Ladegerät, das
den Zweitakku lädt, ohne dass er in der
Kamera steckt. Eine Fernbedienung erleichtert
das Vorführen per TV.
Kaufen Sie nie einen Camcorder,
ohne ihn in der Hand gehalten und ausprobiert
zu haben. Sind die Bedienknöpfe
für Sie gut erreichbar? Überprüfen Sie,
wie schnell das Gerät betriebsbereit ist
und wie viel Feingefühl der Zoomknopf
erfordert. Klappen, die Anschlüsse verbergen,
müssen sich leicht öffnen lassen.
Zudem sollte die Handschlaufe verstellbar
sein.
Der Camcorder sollte einen S-Video-Anschluss
für den Fernseher haben, weil die
Bildqualität besser als beim Standard-
AV-Kabel ist. Ein digitaler Ausgang überträgt
Videos verlustfrei an den PC. Bei
HD-Camcordern macht das der neue
HDMI-Anschluss. Ein Zubehörschuh gestattet
es, Videoleuchten anzuschließen.
Der Mikrofoneingang ist für ein externes
Mikro, das in vielen Situationen besseren
Ton liefert.
Je nach Modell nehmen Camcorder
den Ton in Stereo analog oder digital oder
sogar im Surround-Sound Dolby Digital 5.1
auf. Stereo genügt meist. Wie gut das eingebaute
Mikrofon die Betriebsgeräusche des
Geräts und Windgetöse ausblendet, lässt sich
nur durch einen Aufnahmetest ermitteln. Einige
Camcorder bieten spezielle Windfilter.
Eine manuelle Tonaussteuerung ermöglicht
die Regulierung von Höhen und Tiefen.
Camcorder knipsen auch Fotos.
Deren Auflösung variiert aber enorm, sie
reicht von 0,3 bis zu 5 Megapixeln. Wer auf
die Fotofunktion Wert legt, sollte auf ein
eingebautes Blitzgerät achten, muss aber
wissen: Sie ist ein nützliches Extra, als Ersatz
für eine Digitalkamera eignet sich der
Camcorder aber nicht, weil seine Technik
für Videobilder ausgelegt ist.
Falls aus Ihrem Hobby eine Leidenschaft wird,
interessieren Sie sich bald für Vorsatzlinsen
und Filter. Die Linsen verändern die Brennweite
und vergrößern etwa den Aufnahmewinkel.
Filter können Kontraste verstärken
oder Spiegelungen mindern. Passende Gehäuse
schützen vor Sand und Spritzwasser. Ersatzakkus
sollten günstig zu beschaffen sein.
Einen zweiten Akku sollten Sie gleich einkalkulieren,
sonst geht Ihnen der Camcorder
mitten im Sonnenuntergang am Traumstrand
aus. Bedenken Sie bei der Modellauswahl:
Nicht allein die Qualität, sondern auch
die Extra-Features verteuern einen Camcorder.
Zahlen Sie nur für das, was Sie nutzen
wollen und können: Wer keinen HD-Flachbildfernseher
besitzt oder zu kaufen plant,
braucht auch keinen HD-Camcorder.
Der Berliner Marcel Kotzur überträgt ein Jahr lang 24 Stunden am Tag sein Leben live ins Internet, für jeden sichtbar. Nach den ersten 100 Tagen zieht "Trueman", wie sich Kotzur nennt, im stern.de-Interview Bilanz und beschreibt seine Beweggründe, die Reaktionen von Eltern und Freunden - und wie der Jugendschutz das eigene Sexleben beeinflusst. mehr...