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27. Januar 2012, 10:51 Uhr

Twitter will nationale Filter einsetzen

Twitter wird künftig Kurznachrichten zensieren, die in bestimmten Ländern gegen Gesetze verstoßen. Die Filter beziehen sich nur auf das jeweilige Land. Im Rest der Welt bleiben die Tweets sichtbar. Viele Nutzer sind enttäuscht.

Internet, Medien, Recht, Twitter, Filter, Zensur

Sollte ein Tweet künftig geblockt werden, sei er aber in anderen Ländern weiterhin verfügbar, sagt der Online-Kurznachrichtendienst. Foto: Armin Weigel   © DPA

Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter will künftig Inhalte in bestimmten Ländern mit entsprechenden Filtern blockieren und hat damit eine Debatte um "Zensur" losgetreten.

Bislang sei es nur möglich gewesen, einzelne Einträge ("Tweets") komplett zu löschen, so dass sie weltweit nicht mehr zur Verfügung stehen, teilte Twitter in einem Blogeintrag mit. Nun könnten einzelne Nachrichten jeweils nur in einem bestimmten Land blockiert werden, weltweit aber verfügbar bleiben. So wolle der Dienst gesetzlichen Regeln in den jeweiligen Ländern entsprechen. Als Beispiel führt Twitter etwa Deutschland und Frankreich an, wo anders als in vielen anderen Ländern "Pro-Nazi"-Inhalte verboten seien.

Nahezu jedes Land halte die Meinungsfreiheit als schützenswertes Gut sehr hoch, argumentiert der Kurznachrichtendienst. Mit dem internationalen Wachstum sei Twitter inzwischen aber in Ländern verfügbar, die auch ganz verschiedene Vorstellungen von Meinungsfreiheit hätten. Sollte ein Tweet künftig geblockt werden, sei er aber in anderen Ländern weiterhin verfügbar. Der Nachrichtenschreiber werde zudem darüber informiert. Bislang seien aber noch keine Tweets zurückgehalten worden.

Twitter hatte zuletzt mit seinen rund hundert Millionen Nutzern eine bedeutende Rolle in den arabischen Demokratiebewegungen gespielt und den Menschen zum Teil als einziger Kommunikationsweg vor allem auch ins Ausland gedient. Viele Nutzer äußerten sich auf Twitter inzwischen enttäuscht über die Ankündigung und sprachen von Zensur. Twitter dürfte es mit den nationalen Filtern aber auch darum gehen, seine Präsenz in Ländern wie China aufzubauen.

san/DPA
 
 
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