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12. Juni 2009, 17:07 Uhr

Bundesrat moniert Kinderporno-Sperre

Auch der Bundesrat übt Kritik an der von Bundesfamilienministerin Ursulas von der Leyen vorangetriebenen Blockade von Kinderporno-Angeboten im Internet. Besonders problematisch sei die alleinige Zuständigkeit des Bundeskriminalamtes.

Ursula von der Leyen, Zensursula, Kinderporno, Internetsperre

Ein Fahnder sitzt vor einer Kinderporno-Sammlung© Peter Förster/DPA

Die von der Bundesregierung angestrebte Blockade von Kinderporno-Angeboten im Internet ist nach Einschätzung des Bundesrates datenschutzrechtlich bedenklich. Bei der ersten Beratung des Gesetzentwurfs am Freitag monierte die Länderkammer die alleinige Zuständigkeit des Bundeskriminalamtes (BKA), das eine geheime Liste über zu sperrende Seiten erstellen soll.

Weil in Grundrechte eingegriffen werde, seien Sicherungen wie die Einbeziehung eines unabhängigen Gremiums erforderlich. So könne man verhindern, dass auch legale Seiten gesperrt werden, heißt es in der Stellungnahme des Bundesrates. Auch wehren sich die Länder dagegen, personenbezogene Daten bei jedem Zugriff auf verbotene Seiten an die Strafverfolger weiterzugeben. Wer auf solche Seiten kommt, soll künftig ein Stopp-Schild sehen.

Auch die Internetwirtschaft zweifelt am Sinn des Vorhabens und warnte davor, den Entwurf in der nächsten Woche durch den Bundestag zu peitschen. Die Vorlage sei mit derart vielen gravierenden Mängeln versehen, dass eine Verabschiedung mehr schaden als nutzen würde. "Der Entwurf bringt in seiner jetzigen Form für niemanden einen Fortschritt: Sowohl der ursprüngliche Entwurf als auch der sich in den Berichterstattergesprächen abzeichnende Kompromiss haben nach wie vor gravierende verfassungsrechtliche Mängel und Webfehler", kritisierte der Vize-Vorsitzende des Verbandes der Internetwirtschaft eco, Oliver Süme.

Das "Aktionsbündnis Freiheit statt Angst" trat dafür ein, die Verbreitung von Kinderpornografie mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu bekämpfen. Die geplanten Blockaden seien aber völlig nutzlos. Über die damit verbundenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schäden werde kaum gesprochen. Das Aktionsbündnis hat nach eigenen Angaben für eine Petition gegen diese Sperren bislang 120.000 Unterstützer gefunden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Katastrophenjunkie (13.06.2009, 18:18 Uhr)
Ist das eintragen eines ausländischen DNS-Serrvers
dann eigentlich ein Straftatbestand? Bzw. gibt es eine technische Möglichkeit, das Eintragen eines solchen wenigstens zu erschweren?
Mikeorganizer (13.06.2009, 10:54 Uhr)
Kinderpornos sind dreck.....

Kinderpornos sind dreck.....
aber wir sollten uns erst mal um unseren größten Dreck kümmern: Dieser verlogenen, unfähigen, polemischen Politik muss hier und jetzt ein Ende gesetzt werden. Wir haben die Lügen einfach satt! Wer hier noch SPD oder CDU oder gar CSU wählt macht sich am Untergang der Demokratie in Deutschland schuldig ! Wenn wir jetzt nicht handeln, überlassen wir diesen subversiven Kräften das Feld und werden einen Staat vorfinden, wo einem selbst die Herrschaft der Nazis wie ein Sommerurlaub erscheinen mag.
Mikeorganizer (13.06.2009, 09:46 Uhr)
so langsam ....
sollte das Volk erkennen wer hier eigentlich der Feind im eigenen Staate ist. Nicht die Terroristen von aussen, die wir bis dato gut so abwehren konnten. Nein, der Feind ist von uns gewählt worden und baut Stück für Stück seine Macht aus. Er unterwandert uns, kauft uns billig ein und hält uns immer mehr unter Kontrolle. Dies ist nun der letzte Schritt für eine totale Kontrolle. Selbst den Nazis könnte man nicht so eine Abgewichstheit unterstellen. Wir werden ständig belullert und beschäftigt mit banalen Dingen um von Ihren eigentlichen Machenschaften abzulenken. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, es ist schon längst geschehen, wir haben eine elitäre Gesellschaft entstehen lassen, die nun wie die Made im Speck sitzt und das Geschick des Volkes lenkt um sich und ihresgleichen in einer Positions des Geldes aber auch der Macht zu halten. Wir lassen uns vor jeder Wahl wissentlich belügen um dann festzustellen das die Dinge sogar noch viel schlimmer sind. Geldgierige Bänker, aber auch die Industrie, die euer Geld verpulvert haben bekommen jetzt zum Dank eine fette Ablöse und den Schaden durch eure Steuergelder ausgeglichen - natürlich nur um das Volk zu schützen. Ein Unternehmer, der 4 Angestellte hat, mit 50.000 Euro Schulden kann selbst sehen wie er jetzt klar kommmt. Selbst ein Blinder erkennt was da für eine Schweinerei läuft. Also ich weiss nicht - wie lange wollen wir die Augen noch verschließen und das tatenlos zulassen ?
karo4ever (13.06.2009, 01:40 Uhr)
Es geht hier nicht um das Sperren von Kinderpornografie
allein das folgende Zitat aus dem Heise Artikel zu diesem Thema zeigt, dass die Grundlage dieses Gesetzesentwurfen mit dem Schutz von Kindern nichts zu tun hat.
"Nicht durchsetzen konnte sich der Wirtschaftsausschuss mit seiner Empfehlung, zunächst auf die effektive Umsetzung der bestehenden Möglichkeiten der Strafverfolger zum Löschen kinderpornographischer Angebote im Netz zu drängen."
Es geht hier nur darum ein Zensurbehörde aufzubauen die keinerlei Kontrolle unterliegt. Egal wie oft Zensursula das abstreitet, die Grundlage ist an jeder Stelle zu sehen.
Es ist erschreckend wie man in diesem Land Minister werden kann obwohl man offenkundig die nötige Weitsicht und den notwendigen Sachverstand und auch die erforderlich Intelligenz vermissen läßt.
Frau von der Leyen: Sie haben ihre Unfähigkeit lange genug unter Beweis gestellt. Den Großteil der aktuellen Legislaturperiode haben sie nichts erreicht und vor allem auch überhaupt nichts getan und jetzt drängen sie mit populistischem Schwachsinn in die Öffentlichkeit. Ich hoffe, dass man ihrem inkompetenten Treiben endlich mal ein Ende setzt.
Hr. Schäuble: Zu ihnen als offenkundig paraniodem Geisteskranken muss man mittlerweile nichts mehr sagen. Ich hoffe, dass die Gerüchte sich bewahrheiten und man sie in die EU Kommission abschiebt. Einfach in der Hoffnung das sie dann weniger Schaden anrichten. Der Demokratie haben sie mittlerweile genug geschadet.
Unterschreibt die Petition.
Mehr ist dazu nicht zu sagen.
hackee (12.06.2009, 22:29 Uhr)
Es hilft nur noch Fatalismus oder...
was hilf sonst noch?
Es ist noch nicht so lange her, da habe ich in meinem jugendlichen Übermut die das System und die politische Kaste in diesem Land verteidigt und mich auf nächtelange Diskussionen eingelassen wenn das Argument "die da oben machen eh was sie wollen" kam.
Inzwischen bin ich genau an dem Punkt angelangt.
Sehenden Auges werden Gesetze initiiert und durchgewunken von denen schon im Vorfeld klar ist das das BVerfG sie kassieren wird. Zudem kennt die Politik in diesem Land nur noch eine Richtung. Einschränkung der bürgerlichen Freiheit wo es nur geht unter zuhilfenahme von fadenscheinigen Argumenten. Gleichzeitig wird der Schutz des einzelnen vor den Auswirkungen von massloser wirtschaftlicher Tätigkeit in einem unkontrollierten weltweiten Markt immer weiter zurückgeschraubt.
Der Staat baut seine Kontrollfunktion über die Bürger immer weiter aus und vernachlässigt die Kontrollfunktion der wirtschaftlich Handelnden. Das ist ein Umstand der jeden Bürger in diesem LAnd zum nachdenken bringen und vielleicht auch zum handeln bringen sollte.
Jedem denkenden Menschen muss klar sein, dass das im Bericht genannte Gesetz in dieser Form vom BVerfG kassiert wird.
Das dennoch durch die Volksvertreter überhaupt versucht wird es einzubringen ist eine Unverschämtheit und eine Verhöhnung des Grundgesetzes und des BVerfG.
Wenn das so weiter geht wird Artikel 20 Abs. 4 GG in Verbindung mit Artikel 20 Abs 3 GG die letzte Möglichkeit darstellen uns derer zu entledigen die unsere Freiheit, unsere Verfassung und die von uns ausgehende staatliche Gewalt mit füssen treten.
Bebuquin (12.06.2009, 22:12 Uhr)
Was erwartet man auch von...
.. einer Ministerin, die glaubt, dass unser Grundgesetz die 10 Gebote (zumindest sinngemäß) enthalten würde, und von einem Minister, der die Verwaltung des eigenen Familienvermögens als Eignung zum Wirtschaftsminister anführt...
Yragael (12.06.2009, 22:06 Uhr)
Möchtegern-Nazis
WEHRET DEN ANFÄNGEN!!!!
Unterschreibt die Online-Petition!
UThome (12.06.2009, 19:15 Uhr)
was passiert gemnächst mit Büchern,
müssen die auch alle erst zum BKA bevor die unters Volk dürfen. So schändlich KP auch ist, hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und unverhältnismäßig in die Informationsfreiheit eingegriffen.
SirExekutive (12.06.2009, 18:12 Uhr)
es handelt sich nicht in erster linie um
eine "kinderporno" sperre, sondern um eine allgemeine internetsperre/zensur, welche nach belieben ausgeweitet werden kann -wenn sie erst einmal gesetzlich verankert ist.
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denn das gesetz ist nicht auf kinderpronos beschränkt.
dadurch wird auch die überschrift dieses artikels zu einer farce!
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so haben schon viele parteifunktionäre angekündigt, das sie die sperre ausweiten wollen.. so z.b. alle seiten auf denen sogenannte killerspiele vorkommen oder auch politische zensur in dem man "terroristische" oder "verfassungsfeindliche" seiten sperren kann. wenn man mal bedenkt das "terroristisch" und "verfassungsfeindlich" ein sehr dehnbarer begriff ist...
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jeder mensch welcher für die internetzensur plädiert, ist ein feind der demokratie.
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und da nützt es auch nichts wenn man dem wolf ein schafspelz verleiht, welcher "kampf gegen kinderpornographie" lautet.
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